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Hamburg fördert die Nachwuchskräfte aus der Russischen Föderation

 

Praktikantin aus St. PetersburgPraktikantin aus St. PetersburgVon Liubov Osatiuc, Hamburg

Seit 1957 ist Hamburg die Partnerstadt der russischen Metropole Sankt Petersburg. Damit verzeichnet man eine lange bestehende Freundschaft zwischen den Städten. Die Freundschaft zwischen beiden Metropolen an der Elbe und der Newa reicht allerdings bis zur Gründung von St. Petersburg als russischer Hauptstadt im 18. Jahrhundert zurück. Heute ist Newa-Metropole die zweitgrößte Stadt der Russischen Föderation und damit nach Moskau die zweitbedeutendste Stadt.

Die Partnerschaft wird durch vielfältige Bildungs- und Kulturprogramme gepflegt. So wurde im Jahr 1992 das Praktikantenprogramm der Freien und Hansestadt Hamburg und der Handelskammer Hamburg zur Förderung demokratischer und marktwirtschaftlicher Strukturen in St. Petersburg ins Leben gerufen. Durchgeführt wird das Programm von der Handelskammer Hamburg und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Regionalbüro Nord.

Das Programm umfasst vier wichtige Ziele. Erstens sollen russische Nachwuchskräfte durch einen dreimonatigen Aufenthalt in Hamburg bei einem Hamburger Unternehmen gefördert werden. Zweitens unterstützt das Programm den Ausbau der Entwicklung der Beziehungen zwischen Hamburger und St. Petersburger Wirtschaftsakteuren. Drittens leistet eine solche Initiative einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Austausch durch die Unterbringung der Praktikanten bei Hamburger Gastfamilien. Viertens fördert das Programm das Wirtschafts- und Demokratieverständnis zwischen West und Ost.

Das Programm konzentriert sich auf die Förderung junger Leute überwiegend aus St. Petersburg und in geringer Anzahl auch aus Kaliningrad (ehemals Königsberg). So haben dieses Jahr sechs Praktikanten und Praktikantinnen aus St. Petersburg und eine Praktikantin aus Königsberg einen Praktikumsplatz in Hamburg erhalten.

Eine der Praktikantinnen, Anastasija Puschkowa aus St. Petersburg, erzählte der Autorin ihre Erfahrungen. Puschkowa ist 23 Jahre alt und studiert Finanzmanagement M.A. an der St. Petersburger staatlichen Wirtschaftsuniversität. Die Studentin erzählte, dass sie vom Programm am Goethe-Institut in der Newa-Metropole erfahren habe. Sofort bereitete Puschkowa ihre Bewerbungsunterlagen für das Programm vor. Die Motivation sei dadurch geweckt worden, dass sie einerseits seit Jahren Deutsch lerne, andererseits habe sie großes Interesse an der Erweiterung ihrer Erfahrung im Bereich Internationales Steuer- und Rechnungswesen.

Puschkowa berichtete noch über das Praktikantenprogramm, das so ausgerichtet sei, dass die Teilnehmer gut für das Praktikum in Hamburg vorbereiten seien. Denn vor dem Beginn des Aufenthaltes haben die Studenten zweieinhalb Monate einen Deutschkurs und einen Lehrgang für wirtschaftliche Fachterminologie und deutsche Geschäftsabläufe schon im Vorfeld in St. Petersburg absolviert. Dies sei ihr bereits ab dem ersten Tag des Praktikums zugutegekommen, sagte die junge Russin.

Puschkowa absolvierte ihr Praktikum beim medizinischen Fachhandel Apomed24 in Hamburg-Bergedorf. Das Unternehmen vertreibt Atem-Therapie-Geräte für Patienten mit Schlafstörungen. Das Wichtigste dabei ist, dass das Unternehmen aktiv in Russland über eine Tochtergesellschaft mit Sitz in St. Petersburg agiert. So sieht Puschkowa, wie ein Geschäft zwischen Deutschland und ihrer Heimat praktisch funktioniert.

Die junge Auszubildende aus Russland berichtete zudem begeistert, dass die Organisatoren des Programms ihre Wünsche bezüglich des Praktikumsbereiches zu hundert Prozent berücksichtigt haben. Sie wünschte sich nämlich ein Praktikum im Bereich Finanzen, damit sie die Besonderheiten des deutschen Steuer- und Rechnungswesens kennenlernen könne. Ihr Plan sei es, nach dem Masterabschluss in der Finanzberatung zu arbeiten. Das Unternehmen gab Puschkowa die Möglichkeit, in der Abteilung für Finanzen den täglichen Ablauf kennenzulernen. Praktikantin erhielt außerdem die Möglichkeit, zusammen mit der Geschäftsführerin der Firma, Ines Zimmer, an einem Termin mit dem Steuerberater teilzunehmen. Sie meinte, sie sei sich jetzt sicher, dass sie ihr Ziel in die Finanzberatung zu gehen, richtig eingesetzt habe.

Die St. Petersburgerin erzählte auch über den gemeinsamen Abend mit Organisatoren und Gastfamilien, den sogenannten „russischen Abend“. Für diesen habe sie einen Salat und Bliny (russische Pfannkuchen) zubereitet.

Im Weiteren wurde für die Praktikanten ein ausgiebiges Kulturprogramm durchdacht. Dazu gehören unter anderem das St. Pauli Musical „Heiße Ecke“ im Hamburger Theater Reeperbahn und das Ballett „Anna Karenina“ an der Staatsoper Hamburg.

Im Mai ging Puschkowa zurück in ihre Heimat, wo sie ihr Masterstudium absolvieren wird.

Infokasten zur Firma: Apomed24 ist ein medizinischer Fachhandel und seit über zehn Jahren auf dem Markt. Die Firma bietet Menschen mit Schlafstörungen hochwertige Atem-Therapie-Geräte an, damit wird der Schlaf normalisiert und Menschen fühlen sich durch den besseren Schlaf ausgeruht und können erholsam in den neuen Tag starten.

Foto: © Liubov Osatiuc

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