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Sportikone schwebt weiter in Lebensgefahr

Michael Schumacher mit seinem jüngeren Bruder Ralf 2012 in HockenheimMichael Schumacher mit seinem jüngeren Bruder Ralf 2012 in HockenheimDer Zustand des Formel-1-Rekordweltmeisters Michael Schumacher hat sich stabilisiert, doch er schwebt weiter in Lebensgefahr, gaben die behandelnde Ärzte gestern auf einer Pressekonferenz in Grenoble bekannt. Der Deutsche Nachrichtensender n-tv übertrug die Statements der Mediziner live.

Zu den behandelnden Ärzten gehören Professor Jean-François Payen, der Leiter der Anästhesie-Abteilung, Professor Emmanuel Gay, der Chef der Neurochirurgie und Professor Stephan Chabardès, der den Schwerverletzten in Grenoble operiert hatte. Dabei ist noch Professor Gérard Saillant aus Paris. Auch er ist ein Experte der Gehirnchirurgie. Saillant ist zudem ein enger Freund der Familie Schumacher. Der 68-jährige betreute den Piloten 1999 nachdem der Weltmeister mit seinem Ferrari beim Großbritannien-Grand-Prix nach einem Defekt ungebremst direkt in einen Reifenstapel gefahren war. Damals hatte Schumacher sich das Bein gebrochen. Saillant konnte dem ehrgeizigen Deutschen helfen – Schumi gewann nach seiner Genesung noch fünf Grand-Prix-Titel. Seine Dankbarkeit zeigte er als Gründungsmitglied des Instituts für Hirn- und Knochenmarkforschung (ICM) im Krankenhaus Pitié Salpêtrière in Paris.

Der weltberühmte Patient bekommt in der ehemaligen Winterolympiastadt eine ganz gewöhnliche Behandlung: „Jeder andere Verletzte, auch nicht VIP, wird bei uns auf die gleiche Weise wie Schumacher medizinisch behandelt,“ sagte Professor Payen auf dem Pressemeeting. 

Bei einer ersten Untersuchung stellten die Mediziner Hämatome im Schädelinneren, Gehirnprellungen und Schwellungen im Gehirn fest. Obwohl während der zweiten Operation noch ein weiteres Hämatom im Hirn des Patienten entfernt worden war, schwebt die Sportikone weiter in Lebensgefahr. Denn es gibt noch weitere Blutergüsse im Hirn, die für die Operateure nicht zugänglich sind. Die Ärztekollegium schätzt den Zustand des Patienten immer noch als „sehr ernst“ ein. Die Situation hat sich auch heute Nacht nicht verbessert, doch Schumacher sei stabil, wurde von seinem Management mitgeteilt. Alle Behandlungsmaßnahmen werden mit der Familie von Schumacher abgestimmt.

Tragischer Unfall kurz vor dem 45. Geburtstag
Michael Schumacher ist oft im Skigebiet Méribel in den französischen Alpen gewesen, so kennt er auch die dortige Skipisten gut. Fünf Tage vor seinem 45. Geburtstag am 3. Januar war er dort mit Freunden und seinem 14-Jährigen Sohn Mick unterwegs, abseits des 2783 hohen Gipfels Saulire zwischen einer roten und einer blauen Piste. Normalerweise soll diese Piste für einen erfahrenen Läufer kein Problem darstellen.

Es wird berichtet, dass Schumacher mit der rechten Seite seines Kopfes auf einen Felsen geschlagen sein soll. Man geht zur Zeit davon aus, dass ehemalige Rennpilot bei der Schwungauslösung einen Felsen getroffen hat, danach durch die Luft geschleudert wurde und dabei auf einen anderen Felsen fiel. Laut Schumachers Pressevertreterin Sabine Kehm war der Unfall eine Verkettung von unglücklichen Umständen. Inzwischen hat die französische Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Umstände von Schumachers tragischem Sturz zu klären.

Nach dem Unfall wurde der 44-Jährige Spitzensportler mit einem Hirn-Schädel-Trauma zuerst mit einem Hubschrauber in das Hospital Albertville-Moûtiers gebracht. Nach dem die Schwierigkeitsgrad der Verletzungen festgestellt war, wurde der Patient sofort nach Grenoble verlegt. Experten des dortigen Universitätsklinikums fertigten eine MRT-Aufnahme von Schumachers Kopf und nach der Auswertung der Bilder wurde er notoperiert. Laut einigen Medienberichten ist sein Helm beim Sturz zerbrochen. Diese Information wurde allerdings offiziell nicht bestätigt.

The Sun veröffentlichte ein Foto von der Rettungsaktion, aufgenommen von einem Skifahrer aus der Seilbahn.

Familie und Fans stehen unter Schock
Die Familie von Michael Schumacher steht unter Schock. Sowohl Ehefrau Corinna als auch die beiden Kinder des Ehepaares, Sohn Mick (14) und Tochter Gina-Maria (16) sind in der Grenobler Spezialklinik bei dem Verletzten. Am Krankenbett auf der Intensivstation sind noch Vater Rolf und der jüngere Bruder Ralf, der ebenfalls ein bekannte Rennpilot ist. Schumi und seine Familie leben seit fünf Jahren in der Waadtländer Gemeinde Gland am Genfersee in der Schweiz. Der dortige Gemeindevorsteher Gérald Cretegny, Einwohner des Dorfes und viele Wegbegleiter und Fans von Schumacher sind von tragischen Unfall sehr betroffen. Sie alle warten auf Nachrichten aus dem Krankenhaus.

Journalisten zur Zurückhaltung aufgefordert
Schon auf der gestrigen Pressekonferenz bat Saillant die Journalisten zur Zurückhaltung. Der Komapatient brauche die volle Aufmerksamkeit der Ärzten. Wegen des riesigen Andrangs hat die Universitätshospital ihr Sicherheitspersonal im fünften Stock deutlich verstärkt, vor allem, weil ein Reporter als verkleideter Priester in Schumachers Nähe zu kommen versuchte. Die Medienvertreter wurden heute morgen zudem aufgefordert die Parkplätze vor dem Krankenhaus zu räumen, denn die großen Übertragungswagen behindern die normalen Abläufe im Klinikum, unter anderem im Bereich der Notfallaufnahme. Man hat den Medienvertretern ein angrenzendes Gelände zugewiesen. Es wird geschätzt, dass etwa 150 Journalisten aus aller Welt vor dem Klinikum auf Neuigkeiten warten.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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