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Winterolympia in Sotschi 2014: Präsident Putin auf Inspektionstour in Gornaya Karusel

 

Inspektion des Olympiageländes, Russlands Präsident Wladimir PutinInspektion des Olympiageländes, Russlands Präsident Wladimir PutinRusslands Präsident Wladimir Putin war am 27. November auf einem Inspektionsreise auf der Olympiagelände. Der Kremlchef besuchte diesmal Ski- und Ferienort Gornaya Karusel (Krasnaya Polyana) umweit von Sotschi am Schwarzen Meer, wo während der Winterolympiaspiele vom 7. bis 23. Februar 2014 alpine Ski-Wettbewerbe statt finden. Hier ist auch das Mediendorf der akkreditierten Journalisten. Das Komplex Namens RusSki-Gorki umfasst zudem mehrere Skisprungschanzen in dortigen estnischen Siedlung Esto-Sadok.

Das Olympiaprojekt ist für Präsident Putin eine Chefangelegenheit. Vor sechs Jahren hat er persönlich das Internationale Olympiakomitee IOC davon überzeugt, dass sein Projekt das beste sei. Damals gab es in der Region keine Eisenbahn oder keine moderne Skigebiete mit Liften. Nach der Zusage des IOC wurden auf dem Sumpfgebiet Straßen, Hotels, Einkaufszentren, Tunnels, also das ganze zeitgemäße Infrastruktur gebaut. Natürlich ist Kremlchef voll stolz darauf, dass er in seinem Land die teuerste Olympiade der Welt präsentieren kann.

Kritik von Menschenrechts- und Umweltorganisationen
Doch amtliche Russland spricht nicht über etwa 20.000 Arbeiter aus der Republiken des zerfallenen Sowjetunion, die für das Putin´s Prestigeprojekt wie Sklaven schuften.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete im vergangenen Jahr, wie die Menschen aus Armenien, Georgien oder Usbekistan auf der Baustellen leiden. Die Männer müssen fleißig Überstunden machen, bekommen dafür einen Hungerlohn und gehen danach in überfüllte Metallcontainer zum Schlafen.

Heftig kritisieren die Umweltschutzorganisationen auch den Bau der Sportstätten. Für die neue Infrastruktur wurde die wunderschöne Natur von Krasnaya Polyana geopfert. Schon Sowjetdiktator Jossif Stalin wusste diese charmante Gegend während der großen Säuberung (1936-1938) für seine Erholung zu schätzen. Die Gesamtzahl der Opfer aus dieser Zeit ist schwer zu verifizieren, Schätzungen von Historikern reichen von mindestens etwa drei Millionen Toten bis hin zu weit über 20 Millionen.

Die Winterspiele werden in direkter Nachbarschaft zur nordkaukasischen Konfliktregion statt finden. Dementsprechend wird auch auf die Sicherheit großer Wert gelegt: Die Sportler, Journalisten und Besucher werden durch Sicherheitsteams genau durchleuchtet und auf dem Olympiagebiet können sich nur Personen mit Sondergenehmigungen bewegen. Winterolympia wandelt sich zu einem sportlichen Gefängnis.

Natürlich müssen auch Gleichgeschlechtlichen und deren Unterstützer Acht geben, denn in Russland gilt seit Juni ein Homopropagandagesetz. Wenn jemand über die eigenene, nicht traditionellen sexuelle Orientierung redet oder eine Regenbogenfahne zeigt, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen oder sogar Olympia statt im Stadion im Gefängnis verfolgen zu müssen. Die Verantwortlichen haben zwar heilig versichert, dass alle willkommen sind, in Russland kann man aber nie ganz sicher sein. Wenn die Behörden sich provoziert fühlen, handeln sich auch entsprechend.

Der CEO von Sberbank German Gref, eines der größten Kreditinstitute Russlands, informierte den Präsidenten über den Stand der Vorbereitungen auf der Skisport-Gelände. Die RusSki-Gorki Anlage umfasst die moderne K-95 und K-125 Olympia-Ski-Rampen. Die eigens für Olympia entwickelte künstliche Abdeckung macht es möglich, hier Wettkämpfe das ganze Jahr lang durchzuführen. Im Mediendorf warf der Staatsoberhaupt Russlands noch einen Blick auf ein Drei-Sterne-Hotel, das für die Pressevertretern vorgesehen ist.

Teurer Olympiaspaß
Das Skigebiet Gornaya Karusel wurde 2009 eröffnet. Seit dem zieht es mit 25 Kilometern Pisten und etwa 10 Skiliften & Bahnen am Wintersport Begeisterte an.

Für die Winterspiele in Sotschi 2014 werden zwei Veranstaltungszentren neu errichtet: das sogenannte Küsten-Zentrum im Stadtteil Adler mit seinen sechs charakteristischen Großhallen für 75.000 Zuschauer und das sogenannte Berg-Zentrum in der Gegend um die Siedlung Krasnaya Polyana. Das Berg-Zentrum umfasst fünf Stützpunkte: Laura für Langlauf und Biathlon, Rosa Chutor für die alpinen Wettbewerbe sowie den Extrem-Park Rosa Chutor für Snowboard und Freestyle, Sanki für Bob- und Rodelsport und die Skisprungschanzen RusSki.

Wie die Medien berichten, werden die Olympiavorbereitungen Russland 50 Milliarden Dollar kosten – diese Summe ist vier Mal größer als am Anfang kalkuliert wurde. Die Opposition des Landes bringt vor, dass die Hälfte der Summe Geschäftsleute bekamen, die Putin nahe stehen.

Estnische Siedlung wandelt sich zu Hotelzentrum
Für etwa 50 Millionen Euro ist in der Nähe der ursprünglich von estnischen Auswanderern gegründeten kleinen Siedlung Esto-Sadok die neu errichtete Hotel-Stadt Alpika-Servis entstanden. Das Pik Hotel, das sich zwischen dem estnischen Dorf und Krasnaya Polyana befindet, ist dem estnischsprachigen Vikipeedia zufolge das einzige Viersterne-Hotel in Russland.

Esto-Sadok (Estnisches Gärtchen, Estnisch: Eesti aiake) ist ein Bergdorf am Fluss Msymta, 4 Kilometern nördlich von Krasnaya Polyana. Im Jahr 2002 wohnten hier 704 Personen. 36 Familien aus Estland siedelten im Jahr 1886 in dieser Gegend um hier Landwirtschaft zu betreiben. Heute sind die Nachfolger der Esten jedoch stark russifiziert. 1912 bis 1913 wohnte in Esto-Sadok der weltbekannte estnische Schriftsteller Anton Hansen Tammsaare (1878-1940), dessen Hauptwerk der fünfteiliger Romanzyklus „Tõde ja õigus“ („Wahrheit und Gerechtigkeit“) war. Die Buchserie gilt als eine der wesentlichen Werke der estnischen Literatur. Heute erinnert ein Museum an Besuch des großen Schriftstellers. Das Gebäude wurde mit Hilfe des estnischen Kultusministeriums vor einige Zeit renoviert. In Esto-Sadok gibt es zudem mehrere touristische Einrichtungen, hauptsächlich für Wintersportler, Fotos sind hier zu sehen.

Info:
Am 4. Juli 2007 vergab das Internationale Olympische Komitee die Winterspiele 2014 an Russland. Die 22. Winterolympiade wird vom 7. bis 23. Februar in Sotschi (Bezirk Krasnodar) statt finden. Die Schwarzmeer-Metropole setzte sich damals gegen Salzburg und das Pyeongchang (Südkorea) durch. Die Gesamtkosten wurden vor sechs Jahren auf rund 24 Milliarden Euro geschätzt, indem alle Wettkampforte und fast das ganzes Infrastruktur neu errichtet werden musste. Heute wird der Bau auf 50 Milliarden Dollar beziffert.

Foto: © Presse- und Informationsamt der Präsidenten

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