Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


DTM: Champions treffen in Hockenheim Samuel Koch

Timo Scheider und Samuel KochTimo Scheider und Samuel KochVon Aino Siebert

Dies war ein Treffen von besondere Art: Zwei DTM-Champions, Timo Scheider (2008 und 2009) und Martin Tomczyk (2011) trafen bei der große Finale in Hockenheim Samuel Koch.

Der 26-Jähriger deutscher Schauspielstudent verletzte sich am 4. Dezember 2010 in Düsseldorf beim Versuch in der ZDF-Fernsehshow „Wetten dass...?“ mit speziellen Sprungstiefeln im Vorwärtssalto über ein fahrendes Auto zu springen, schwer. Zum Unglück kam es beim Überspringen den vierten Wagen, das ausgerechnet von seinem Vater gelenkt wurde. Der junge Mann stürzte und blieb bewegungslos am Boden liegen. Seit dem ist er querschnittgelähmt.

Der Schwerverletzte wurde zunächst im Düsseldorfer Universitätsklinikum behandelt. Danach wurde er ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum verlegt. Die Rehabilitation der Patienten verlief gut, aus der Klinik wurde Koch kurz vor Weihnachten 2011 wieder nach Hause entlassen.

Samuel KochVon anfängliche Depressionen hat Samuel Koch sich gut erholt, sein Schicksal akzeptiert und führt jetzt im Rollstuhl ein aktives Leben. Er arbeitete unter anderem als Regieassistent bei dem Film „4 Tage im Mai“ von Achim von Borries und Eduard Reznik. Der Streifen, in welchem er auch eine Soldatenrolle spielte, wurde 2011 uraufgeführt. Im November 2012 wurde Koch in Berlin für sein autobiografisches Buch „Zwei Leben“ vom Christlichen Medienverbund KEP mit dem Medienpreis Goldener Kompass ausgezeichnet. Vor kurzem war er mit anderen Rollstuhlfahrern in der Wildnis des Okavango-Deltas unterwegs.

Ein DTM-Rennen besuchte Samuel Koch in Hockenheim zum ersten Mal und war ganz begeistert. Er wollte gleich in seinem Rollstuhl ein paar Runden auf der Piste drehen. Auf einen Fantermin auf dem badischen Motodrom erzählte er zudem den zahlreichen Besuchern über sein Leben nach der Unfall und bekam für seinen Mut, sein schweres Schicksal zu meistern, einen langen warmen Applaus. Später weilte Koch auf dem Motodrom und sah das DTM-Finale in der Fahrerbox von Timo Scheider (Audi) an.

Wings for Life: Eine gemeinnützige Stiftung für Rückenmarksforschung
In Hockenheim traf Samuel Koch nicht nur die DTM-Starpiloten, sondern auch die Geschäftsführerin der Organisation Wings for Live, Anita Gerhardter. Die gemeinnützige Hilfsorganisation wurde von der zweifachen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner und Red Bull Gründern Dietrich Mateschitz ins Leben gerufen nach einem tragischer Unfall von Kinigadners Sohn Hannes im Jahr 2003, der auch eine Querschnittslähmung zur Folge hatte.

Die Entdeckungen von Professor Dr. Sam David im Jahr 1981 und Anfang der 1990er-Jahre von Professor Dr. Martin Schwab haben gezeigt, dass verletzte Nervenzellen im Rückenmark nach bestimmten Behandlungen durchaus zur Regeneration fähig sind.

Querschnittslähmung zählt nicht zu den sogenannten Volkskrankheiten, millionenteure Investitionen für verhältnismäßig wenige Betroffene erscheinen oft nicht lohnend genug. Diese Tatsache bewegte dann Kinigadner und Mateschitz schließlich zum Handeln.

Die Männer möchten durch die private Forschungsstiftung Wings for Life für alle Querschnittspatienten weltweit Heilmethoden finden. Eine Rückenmarksverletzung, die jeden von uns durch einen möglichen Unfall erleiden kann, greift in ein komplexes System ein. Um eine Therapie zu finden, ist es notwendig, dass die biologischen Mechanismen der ablaufenden Krankheitsprozesse erforscht und Angriffspunkte für therapeutische Strategien gefunden werden. Wings for Life organisiert jedes Jahr internationale Konferenzen, um führende Köpfe in Forschung und Medizin zusammenzubringen. Zudem ist laut Eigenangabe durch die Organisation sichergestellt, dass die geförderten Wissenschaftler ihre Erkenntnisse in renommierten Fachmagazinen publizieren, damit niemand eine Strecke des Weges doppelt gehen muss.

Prominente Unterstützer
Nicht nur Audi-Pilot Timo Scheider und BMW-Fahrer Martin Tomczyk aus der internationalen Tourenwagen-Rennen DTM unterstützen die Anliegen von Wings for Live. Dabei sind auch andere prominente Rennfahrer wie David Coulthard, Sebastian Vettel und Mark Webber, Skisprunglegende Andreas Goldberger, Skirennläuferin Lindsey Vonn und viele andere sind als Botschafter fleißig dabei. Denn wie Scheider sagte – diese Schicksal kann von uns jeden Treffen, nicht nur die Spitzensportler.

www.wingsforlife.com

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / A&W Siebert

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.