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DTM: Ab 18. Oktober großes Finale in Hockenheim

Veröffentlicht: 15. Oktober 2013

Mike RockenfellerMike RockenfellerEin Rennen steht noch aus, doch der DTM-Champion 2013 wurde schon im holländischen Zandvoort festgelegt. Vor dem Rennen an der Nordseeküste hatten nur noch zwei Fahrer eine Chance auf den Meistertitel: Der Kampf um die DTM-Krone war zu einem Duell zwischen Audi-Pilot Mike Rockenfeller aus Deutschland und seinen Verfolger aus Brasilien, Augusto Farfus (BMW) geworden. Der Deutsche konnte tatsächlich seinen Triumph schon vor dem Saisonfinale vom 18. bis 20. Oktober auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg perfekt machen. Egal auf welchen Platz der Mann aus Neuwied auf dem badischen Piste am 20. Oktober landen wird, er wird dort zum Champion gekrönt.

Boxenmannschaft von AudiBoxenmannschaft von AudiMike Rockenfeller: Mit Konstanz und Coolness an die Spitze
Den Namen „Mister Zuverlässig“ hat sich Mike Rockenfeller, genannt Rocky in dieser Saison redlich verdient, denn er holte als einziger der 22 Fahrer in jedem Rennen Punkte. Aber der Audi-Pilot, der am 31. Oktober 30 Jahre alt wird, lebte nicht nur von seiner Konstanz. Mit zwei Siegen in Brands Hatch (Großbritannien) und auf dem Moskau Raceway in Russland und zwei weiteren zweiten Plätzen setzte er auch Glanzlichter. In Zandvoort (Holland) hat er einen zusätzlichen Trumpf, denn der anspruchsvolle ehemalige Grand-Prix-Kurs liegt ihm ganz besonders. In den Dünen an der Nordsee holte er vor zwei Jahren seinen ersten DTM-Sieg.

Im Vorjahr führte Rockenfeller lange und musste sich am Ende nur seinem Audi-Markenkollegen Edoardo Mortara knapp geschlagen geben. ‚Rocky‘ gehört nicht zu den Lautsprechern im Fahrerlager. Der Wahl-Schweizer kommt aus einer bodenständigen Familie. Bevor er Profirennfahrer wurde, machte er im väterlichen Betrieb eine Mechaniker-Lehre. Als Zehnjähriger begann er mit Kartfahren. Seine erste große Chance bot ihm Porsche. 2001 setzte sich der 18-Jährige gegen zahlreiche andere Talente durch und wurde offizieller Junior der Marke. In seiner dritten Saison im Carrera Cup, der schon damals im Rahmen der DTM begeisterte, holte sich der junge Mann mit der sonoren Stimme souverän den Meistertitel.

Wagen von Joey Hand in der BoxengasseWagen von Joey Hand in der BoxengasseZur Porsche-Ausbildung zählten auch internationale Auftritte. So sammelte Rockenfeller Erfahrungen bei Langstreckenrennen, gewann 2005 in seiner Klasse die FIA-GT-Meisterschaft sowie die 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps und Le Mans. 2007 engagierte ihn Audi, mit 23 Jahren stieg er in die DTM auf. Zunächst startete Rockenfeller im Rosberg-Team in einem der damals noch eingesetzten „Jahreswagen“. Als Werksfahrer der Ingolstädter wurde er auch in das Sportprototypen-Programm der Marke einbezogen. 2008 gewann er auf Anhieb die Le Mans Series mit Audi, zwei Jahre später feierte er als Gesamtsieger des 24-Stunden-Klassikers von Le Mans seinen bislang größten Erfolg.

In der DTM startete ‚Rocky‘ 2011 in einem aktuellen Audi des Teams Abt Sportsline und holte in Zandvoort seinen ersten Sieg. Nach dem Wechsel zu Phoenix Racing im vorigen Jahr zeigte die Formkurve steil nach oben. Als Gesamtvierter der DTM war Rockenfeller 2012 erstmals bester Audi-Pilot. Die harmonische Zusammenarbeit mit dem in der Eifel beheimateten Rennstall des gebürtigen Schwaben Ernst Moser, der als ebenso bodenständig gilt wie sein Topfahrer, ist die Grundlage für Rockenfellers Griff nach dem Titel in diesem Jahr.

Augusto Farfus BMW Augusto Farfus BMW BMW-Pilot Augusto Farfus – im zweiten DTM-Jahr bärenstark
Dem DTM-Publikum war der Name Augusto Farfus vielleicht nicht ganz so geläufig, als der Brasilianer 2012 als BMW-Werksfahrer in die populärste internationale Tourenwagenserie kam. Aber es dauerte nicht lange, bis sich Farfus auch im neuen Umfeld einen Namen gemacht hatte. Bereits in seinem zweiten DTM-Rennen jubelte der smarte Brasilianer, der mit Frau und Tochter während der Saison in Monaco lebt, als Dritter auf dem Podium. Beim vorletzten Saisonlauf in Valencia feierte er seinen ersten DTM-Sieg und beendete seine Premierensaison schließlich als Siebter und bester Neueinsteiger.

Als 16-Jähriger hatte der im brasilianischen Curibita geborene Farfus Heimat, Familie und Kartsport hinter sich gelassen, um in Italien im europäischen Rennsport sein Glück zu suchen – und zu finden. 2001 wurde Brasilianer Meister der Formel-Renault-Europameisterschaft, zwei Jahre später gewann er die Formel-3000-Euroserie. Dieser Erfolg war sein Ticket zu Alfa Romeo und in den Tourenwagensport. In seinen Anfangsjahren galt der junge Mann aus Brasilien als unglaublich schnell, aber auch bisweilen ungestüm. Das Temperament ging jedoch nur im Cockpit mit ihm durch. Außerhalb des Rennautos zeigt er sich stets zurückhaltend und freundlich.

In jenem Jahr, in dem Rockenfeller in die DTM kam, holte BMW den schnellen Mann aus Curibita in die Tourenwagen-WM. Von 2007 an gab Farfus unter der Führung von Schnitzer-Teammanager Charly Lamm Gas und setzte sich in jeder Saison gegen den langjährigen Werkspiloten Jörg Müller durch. Als BMW das Engagement in der Tourenwagen-WM reduzierte, wechselte der 26-Jährige ins Privatteam von Bart Mampaey. Zusammen mit dem belgischen Rennstall wagte er 2012 schließlich der Umstieg in die DTM.

Formel-1 Pilot Nico Rosberg zu Gast in HockenheimFormel-1 Pilot Nico Rosberg zu Gast in HockenheimIn sein zweites DTM-Jahr startete Farfus mit einem Sieg in Hockenheim und der Tabellenführung, die er beim zweiten Saisonlauf in Brands Hatch an Rockenfeller verlor, als er auf Rang zwei liegend kurz vor Rennende wegen eines Elektrikdefekts ausfiel. Es folgten drei Läufe mit insgesamt nur acht Zählern Ausbeute, bevor Farfus mit einem dritten, einem zweiten und schließlich dem ersten Platz in Oschersleben wieder Fahrt Richtung Titel aufnahm.

Die große Stärke des Brasilianers, der am 3. September 30 Jahre alt wurde, liegt im Qualifying. An sechs der ersten acht Rennwochenenden gelang ihm der Sprung unter die besten Vier des Qualifikationsrennens. Dass die DTM zum großen Finale an den Traditionskurs im Badischen zurückkehrt, freut Farfus. Vor seinem Sieg zum Saisonauftakt hatte er dort das letzte Rennen 2012 als Dritter beendet. „Das ist eine super Strecke“, sagte der BMW-Pilot: „Besonders die Einfahrt ins Motodrom ist einzigartig. Du kommst durch die schnelle Rechtskurve und hast plötzlich die voll besetzten Tribünen vor dir. Das ist jedes Mal wieder ein tolles Gefühl. Zudem mag ich an Hockenheim den ständigen Wechsel zwischen schnellen und langsamen Passagen.“

Tickets im Vorverkauf günstiger
Im Vorverkauf sind bis 17. Oktober die familienfreundlichen Ticketpreise noch günstiger. Das beliebte Family-Ticket gibt es exklusiv im Vorverkauf. Es kostet für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis einschließlich 14 Jahre in der Kategorie Bronze 105 Euro, inklusive des begehrten Fahrerlagerzugangs.

Das günstigste Wochenendticket ist schon für 26 Euro (Tageskasse 30 Euro) zu haben. Fahrerlagertickets kosten für alle Ticketkategorien im Vorverkauf 25 Euro (Tageskasse 30 Euro). Tickets sind erhältlich über die DTM-Ticket-Hotline unter 01806 456 456 (0,20 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem deutschen Festnetz/max. 0,60 Euro/Anruf inkl. MwSt. aus dem deutschen Mobilfunknetz) oder die Ticket-Hotline des Hockenheimrings unter 06205 950 222, im Internet über die offiziellen Websites www.dtm.com und www.hockenheimring.de sowie über alle Vorverkaufsstellen von CTS Eventim.

Mit dem Print@Home-Verfahren können die Tickets auch sicher und bequem von zu Hause aus über www.dtm.com gekauft und anschließend selbst ausgedruckt werden.

Die DTM bietet alles für den Fan: ARD Chartshow, SWR3-Disco, Autogramme
Es ist gute Tradition bei der DTM: Neben spannendem Rennsport wartet ein großes Unterhaltungsprogramm auf die Zuschauer vor Ort. Das gilt auch für das Saisonfinale, das von 18. bis 20. Oktober auf dem Hockenheimring ausgetragen wird. Bekannt und höchst beliebt sind die ARD Chartshow, der Discoabend „SWR3 Goes Clubbing“, die Autogrammstunden und der Pitwalk durch die Boxengasse.

Eternal Quest und Gentleman auf der Open-Air-Bühne der ARD
Zwei Bands bringt die erstes deutsches Fernseherkanal ARD bei ihrer Chartshow an den Start. Auf der großen Open-Air-Bühne in der Boxengasse sorgt vor dem DTM-Qualifying am Samstag (19. Oktober) Eternal Quest für Stimmung. Am Sonntagmittag (20. Oktober) serviert Gentleman Reggae-Sound. Eternal Quest veröffentlichten 2011 ihr Debütalbum „EQ“. Die neueste Single („Der Blick“) wurde im Juni veröffentlicht.

Klassischer Reggae à la Bob Marley steht am Sonntag (20. Oktober) auf dem ARD-Programm. Gentleman – das ist der Kölner Tilmann Otto. Der Durchbruch gelang ihm 2004 mit seinem Album „Confidence“, das auf Anhieb Platz eins der deutschen Charts erreichte. Im April dieses Jahres brachte Gentleman sein sechstes Studioalbum („New Day Dawn“) heraus. Seit seinem 18. Lebensjahr lebt Sänger und Songwriter Otto teilweise in Jamaika. 2010 gründete er die Band The Evolution, die ihn seitdem live begleitet.

SWR3 Goes Clubbing: gute Stimmung garantiert
Party- und Feierlaune verspricht die populäre Disco „SWR3 Goes Clubbing“. Am Samstag (19. Oktober) ist ab 19:00 Uhr Einlass ins Zelt an der Südtribüne, ab 21:00 Uhr werden die besten House- und R&B-Sounds aufgelegt. DTM-Ticketinhaber haben freien Eintritt, SWR-Clubmitglieder zahlen vier Euro, alle anderen Gäste fünf Euro.

Die ehemalige DTM-Pilotin Susie Wolff stieg beim DTM-Start wieder in den TourenwagenDie ehemalige DTM-Pilotin Susie Wolff stieg beim DTM-Start wieder in den TourenwagenÜber riesige Videowände überträgt Fan-TV am gesamten Rennwochenende praktisch alles, was sich auf der und rund um die Strecke abspielt – ob Trainingssitzungen, Rennen oder die ARD Chartshow. Egal, wo man seinen Tribünensitz hat: dank Fan-TV verpasst man nichts. Außerdem werden Interviews mit Rennfahrern, Sportchefs und prominenten Gästen gezeigt.

Gute Tradition ist auch der Pitwalk, bei dem Zuschauer mit Fahrerlagerticket am Samstag- und Sonntagmittag (19./20. Oktober) die DTM-Boliden in der Boxengasse aus der Nähe betrachten können. Neu ist in dieser Saison das öffentliche Boxenstopp-Training. Von 9:00 Uhr bis 9:40 Uhr am Sonntag (20. Oktober) können Inhaber eines Fahrerlagertickets den Teams in der Boxengasse beim Reifenwechsel im Renntempo aus nächster Nähe auf die Finger schauen.

Für Autogrammjäger gibt es zwei Pflichttermine: Am Samstag (19. Oktober) in den ersten zehn Minuten des Pitwalks sowie am Sonntag (20. Oktober) um 10:30 Uhr im DTM-Shop sind alle DTM-Piloten bei Autogrammstunden im Einsatz. Neben den Unterschriften der DTM-Stars kann man am Wochenende auch Autogramme von den Talenten der FIA Formel-3-Europameisterschaft und den Rennfahrern der Markenpokale bekommen.

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert