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Diplomat aus Holland in seiner Wohnung in Moskau angegriffen

 

Wohnung des Diplomaten mit SpiegelaufschriftWohnung des Diplomaten mit SpiegelaufschriftEin ranghoher Diplomat aus Holland ist in Moskau von zwei Unbekannten in seiner Wohnung überfallen worden. Das niederländische Außenministerium in Den Haag bestätigte am Mittwoch (16. Oktober) russische Pressemeldungen, wonach es sich bei dem Opfer um Onno Elderenbosch (60) handelt, den Stellvertreter Botschafters Ron J.P.M. van Dartel von Königreich Niederlände in Moskau.

Wie die russische Medien berichten, hat Elderenbosch beim Betreten seines Domizils festgestellt, dass der Aufzug nicht funktioniert. Diplomat habe deswegen die Treppe hinauf steigen müssen. Im vierten Stock habe er zwei Männer in Elektriker-Anzüge gesehen, die im Armaturenbrett zu schaffen machten. Die Männer sagten, auf dem ganzen Stock gebe es kein Licht, und baten Elderenbosch nachzusehen, ob es in seiner Wohnung Licht brennen würde.

Als der Diplomat die Wohnungstür geöffnet habe, wurde er gestoßen. Er sei gefallen und sein Kopf wurde dabei auf den Boden aufgeschlagen. Danach haben die Eindringlinge ihn geknebelt. Die unbekannte Einbrecher hätten nachfolgend die Räume durchsucht und Chaos herbeigeführt. Zum Abschluss schrieben mutmaßliche Täter mit rosafarbenem Lippenstift das Kürzel "LGBT" auf einen Spiegel, das im Englischen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender steht.

Experten befürchten Rachenakte
Vor etwas mehr als einer Woche hatten Uniformierte in den Hauptstadt Hollands, Den Haag die Wohnung des russischen Diplomaten Dmitri Borodin erstürmt. Nach russischen Angaben wurde der Gesandte geschlagen und in Handschellen auf ein Polizeidienstelle gebracht, die er erst mehrere Stunden später verlassen konnte. Beamte begründeten die Festnahme mit einem Benachrichtigung der Nachbarn, die den Russen wegen angeblicher Gewalt gegen die eigenen Kinder angezeigt hätten. Die Zeitungen in Holland schreiben, dass der russischer Diplomat in der Zeitpunkt seinen Festnahme betrunken gewesen ist und die Ordnungshüter nichts von seinem diplomatischen Status wussten.

Nach der Vorfall bestellte das russische Außenministerium den niederländischen Botschafter in Moskau ein und überreichte ihm eine Protestverbalnote. Präsident Wladimir Putin persönlich verlangte von Holländer eine Erklärung und eine Entschuldigung. So nehmen die Politikexperten jetzt an, dass es beim Überfall auf Onno Elderenbosch um einen Racheakt handeln könnte. Niederlände entschuldigte sich später bei Russland dafür, dass die Festnahme gegen das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen verstoßen habe. Der Außenminister Frans Timmermans bestritt jedoch, dass Borodin von Polizeibeamten geschlagen wurde.

Es sei zudem durchaus möglich, dass der Überfall in Moskau eine Reaktion auf niederländische Ablehnungen gegen den Umgang des amtlichen Russlands mit Gleichgeschlechtlichen war. Niederländische Aktivisten haben das sogenannte „Homopropagandagesetz“ heftig kritisiert. Das Gesetz hatte Kreml-Chef Putin unterschrieben.

Die kurze Festnahme von Dmitri Borodin in den Haag könnte wiederum eine Racheakt für die Verhaftung der Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace am 19. September in russischen Arktis sein. Das Schiff fuhr unter niederländischen Fahne. Unter den 30 Festgenommenen sind auch zwei Niederländer. Russische Justizbehörde wirft den Aktivisten Piraterie vor. Bei der Verurteilung kann dies für die Besatzungsmitgliedern bis zu 15 Jahre Haft bedeuten.

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