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Russland: Nawalnyi entdeckt mondäne Datscha des Premiers Medwedjew

Sommerhaus von Russlands Premierminister MedwedjewAlexei Nawalnyi ist ein in Russland bekannter Kämpfer gegen Korruption und damit auch Gegenspieler des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seines Premierministers Dmitri Medwedjew. Der Oppositionspolitiker veröffentlichte auf seiner Internetseite Informationen über ein wahrscheinliches Sommerhaus des Ministerpräsidenten und Putin-Vertrauten an dem mächtigen Fluss Wolga. Ein Video dazu ist hier zu sehen.

Nawalnyi berichtet, er habe vor einigen Monaten auf Twitter ein Foto eines Mannes vor einem sechs Meter hohen Zaun gesehen. Er stellte sich die Frage, was diese monströse Einfriedung zu bedeuten wäre. Die Einwohner des Städtchens Pljoss in Bezirk (Oblast) Iwanowo wussten das Geheimnis zu lüften: Das ist das Sommerhaus (die Datscha) von Medwedjew.

Das Herrenhaus soll auf einem 80 Hektar großen Gelände liegen – vergleichsweise dem Dreißigfachen des Moskauer Roten Platzes. Die Villa sieht aus wie das Anwesen des Medwedjew-Busenfreundes Putin im Dorf Nowo-Ogarjowo im berüchtigt-mondänen Bezirk Rubljowka bei Moskau.

Medwedjews Residenz hat zwei Abgrenzungen: Im äußeren Zirkel wohnt das Personal, hier sind Garagen und andere Anlagen für die Bediensteten. Der amtierende Premierminister und Ex-Staatspräsident wohnt im inneren Zirkel.

Erinnerungen an die Waldsiedlung

Irgendwie muss man bei dieser Einteilung an die Waldsiedlung in Wandlitz bei Bernau unweit von Berlin denken – auch hier hatten sich die DDR-Politbüro-Bosse freiwillig eingemauert. In der äußeren Umzäunung wohnten Personal und Sicherheitsdienst (Stasi), in der inneren hatten die Oberkommunisten ihre Häuser im tiefen Wald mit Club, Sportsälen, Schwimmbad, Friseur und Geschäften mit westlicher Ware, von der einfache Ostdeutsche nur träumen konnten.Sommerhaus von Russlands Premierminister Medwedjew

Medwedjews Datscha hat, ebenso wie Putins Anwesen in Gelendschik, drei Helikopterlandeplätze. Baudokumente belegen zudem, dass das Anwesen noch unterirdische Einrichtungen hat. Interessant ist zudem, dass auf dem Gelände ein privater Hügel für den Ski-Abfahrtslauf existiert.

„Wir sind sicher, dass es sich hier nicht um eine Oligarchendatscha handelt, sondern um Medwedjews Sommerhaus. Er hält sich oft hier auf“, schreibt Nawalnyi. Das Anwesen sei auch nicht mit Geldern der Oligarchen gebaut worden, sondern mit Geld, das für Wohltätigkeitszwecke gesammelt worden war: die Aktionäre der Gasfirma Nowatek, Leonid Michelson und Leonid Simanowski, haben nämlich 33 Milliarden Rubel Spendengelder für die Gründung der Wohltätigkeitsstiftung DAR übergeben. Im Aufsichtsrat der Stiftung sitzt ein Schulfreund Medwedjews. Mit dem gesammelten Geld begann die Stiftung, mehrere Objekte (Häuser) zu bauen, darunter auch Medwedjews Domizil.

„Wenn Sie das nächste Mal Geld für einen Bedürftigen spenden, so denken Sie an diese (staatliche) Wohltätigkeit,“ mahnt Nawalnyi.

Dementi aus Moskau

Die Pressesprecherin Medwedjews, Natalja Timakowa, dementierte die Informationen. Der Premierminister sei nicht der Eigentümer der Villa. Doch in Russland wird alles angefochten, was der Führung nicht ins Konzept passt. Erinnern wir uns – Ex-KGB-Mann Putin hat ebenso fleißig und laut bestritten, dass seine „grünen Männchen“ auf der Krim sind. Einige Zeit später war die zur Ukraine gehörende Schwarzmeer-Insel annektiert (2014), und der Kremlchef gab öffentlich stolz zu, dass er die Weltöffentlichkeit getäuscht hatte: „Natürlich waren auf der Krim unsere russischen Soldaten“.

Der sowjetische Geheimdienst KGB, wo der heutige Kremlchef sozialisiert wurde, hatte sogar eine eigene Abteilung, die sich auf das erfolgreiche Verbreiten der Desinformationen spezialisiert. Und Putin war ein guter Schüler, genau so wie seine Vertrauten. Dazu gehört auch Medwedjew. (asie/tmich)

Fotos und Video: Webseite von Alexei Nawalnyi

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