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Moskau bezichtigt Kiew der Sabotage und präsentiert einen angeblichen Spion

 

Festgenommener „Spion“ Jewgeni PanowFestgenommener „Spion“ Jewgeni PanowMoskau beschuldigt Kiew, einen Sabotageakt organisiert zu haben. Nach russischen Angaben hätten mehrere Gruppen der ukrainischen Eliteeinheit mit Panzern versucht, auf die 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu gelangen, um dort Infrastruktureinrichtungen anzugreifen. Bei dem Zusammenstoß, der schon am Wochenende (6.-7. August) stattgefunden haben soll, seien zwei Russen getötet worden, ein Geheimdienstagent und ein Soldat, aber auch zwei ukrainische Angreifer. Russlands Präsident Wladimir Putin warf der Ukraine einen Terrorakt vor. Der Kremlchef und frühere Geheimdienstler bezeichnete den angeblichen Angriff als „sehr gefährliches Spiel“ und versprach, dass „Russland solche Aktionen nicht dulden wird“. Der Chef der zu Unrecht Russland angegliederten Krim-Republik, Sergei Aksjonow erklärte, die Ukraine selbst hätte keine Courag Sabotageakte gegen Russland zu organisieren, hinter dem Angriff stehen ihm zufolge die Vereinigte Staaten von Amerika.

Kiew hat die Anschuldigungen aus Moskau zurückgewiesen. Aus ukrainischer Sicht seien die aktuellen Vorwürfe ein Versuch, eigene aggressive Aktivitäten auf der Krim zu vertuschen. Ukrainische Experten hatten auf der Halbinsel Truppenbewegungen des russischen Militärs beobachtet. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko brachte am heutigen Donnerstag noch vor, die Anschuldigungen Moskaus seien ein Vorwand, um militärisch gegen die Ukraine vorgehen zu können. Der Staatschef versetzte die Streitkräfte des Landes an der Grenze zur Krim in erhöhte Gefechtsbereitschaft.

Am 11. August präsentierte der russische Inlandsgeheimdienst FSB ein Video, welches die angeblich von den ukrainischen Saboteuren konfiszierte Ausrüstung zeigt. Im Film wird zudem ein ukrainischer Staatsbürger, der 1977 geborene Jewgeni Panow, präsentiert. Er stammt aus Enerhodar im südukrainischen Oblast Saporischschja (Saporosche) am linken Ufer des Kachowkaer Stausees am Unterlauf des Flusses Dnepr. Dem FSB zufolge sei er ein ukrainischer Spion im Dienste des ukrainischen Militärgeheimdienstes.

Das ukrainische Portal censor.net hat mit dem Bruder des Verhafteten, Igor, gesprochen. Dieser erklärte, Jewgeni hätte sich am Samstagmorgen (6. August) mit seinen Freunden in der Datscha (einem Sommerhaus) treffen wollen. Dafür habe er um sechs Uhr morgens das Haus verlassen und sei seither verschwunden. Jewgeni hatte als Freiwilliger in der Ost-Ukraine gegen die prorussischen Rebellen gekämpft. Nach seiner Verwundung arbeitete er im Kernkraftwerk von Saporischschja. Diese Woche hatte der jetzt Festgenommene eine Reha im Militärhospital der Stadt Saporischschja antreten wollen. Am Samstagabend habe er seine Frau angerufen und gesagt, dass alles in Ordnung sei, er werde am Sonntag, spätestens am Montag, nach Hause kommen. Als der Mann aber nicht kam, alarmierte seine Frau die Angehörigen. Gemeinsam gingen sie auf die Suche. Dass Jewgeni von Russen inhaftiert worden ist, erfuhren sie erst am Mittwoch (10. August) durch die Massenmedien.

Igor versicherte dem Portal, dass sein Bruder seine Frau innig liebe. Das Paar wollte Kinder haben. Deswegen hätte Jewgeni nie etwas getan, was die Beziehung hätte gefährden können. Am wenigsten wäre er auf die Krim gereist.

Als Jewgeni Panow das Haus vor seinem Verschwinden verlassen hatte, trug er ein T-Shirt und Sporthosen. Dem Portal zufolge wundert sich der Bruder: „Interessant, dass die Saboteure von heute leichte Sportkleidung tragen!“

Interfax Ukraina veröffentlichte eine Meldung darüber, dass der ukrainischer Nachrichtendienstchef Valeri Kondratjuk bekannt gab, dass es zwischen russischen Militärangehörigen und Grenzschützern, die dem Geheimdienst FSB unterstellt sind, eine Schußwechsel gab. Dabei wurden Handfeuerwaffen benutzt. Viktor Nazarenko fügte hinzu, dass von der Halbinsel in den letzten 24 Stunden vier russische Drohnen in die Richtung ukrainischen Festland geflogen sind. Diese Meldung lässt Befürchtungen aufkommen, dass Putin einen neuen militärischen Angriff gegen die Ukraine plant. Fabrizierte Falschmeldungen sind ein Spezialität des Kremls um eigene Untaten zu verschleiern.

Es ist auch nicht neu, dass Russland Gegnern der Annektion der Krim Terrorismus vorwerfen: So wurde der Regisseur Oleg Senzow im August vergangenen Jahres von einem Gericht im südrussischen Rostow am Don wegen des Vorwurfs, terroristische Akte auf der Halbinsel geplant zu haben, zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Seinen Freund Alexander Koltschenko schickten die russische Richter zehn Jahren hinter die Gitter. Der Kreml versucht, wie schon in der Sowjetzeiten, seine Gegner Feinde einzuschüchtern.

Russland hat ebenso bewiesen, dass es in der Lage ist, seine Gegner zu entführen. So wurden zum Beispiel die ukrainische Pilotin Nadja Sawtschenko, aber auch der estnische Sicherheitsbeamte Eston Kohver aus der Ukraine, bzw. aus Estland nach Russland verschleppt.

Foto: Screenshot aus dem FSB-Film

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