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Nadija Sawtschenko in Russland zu langer Lagerhaft verurteilt

Nadija SawtschenkoNadija SawtschenkoWie erwartet, wurde die ukrainische Luftwaffenpilotin Nadija Sawtschenko in Russland zu einer langen Lagerhaft verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 23 Jahre Freiheitsentzug wegen Mordes gefordert, Das Baltikum-Blatt berichtete.

Das Gericht in der russischen Stadt Donezk nahe der ukrainischen Grenze hat der Anklagten etwas Güte erwiesen, indem die Richter unter dem Vorsitz von Leonid Stepanenko die 34-Jährige „nur“ zu 22 Jahren in die Straflager geschickt haben. Die junge Ukrainerin sitzt schon seit Ende Juni 2014 in Haft, dementsprechend müsste sie theoretisch noch 20 Jahre ihrer Reststrafe in einem russischen Lager verbringen. Sie wurde beschuldigt, für den Tod zweier russischer Journalisten verantwortlich zu sein in dem sie einen Mörser-Angriff im ostukrainischen Kampfgebiet koordiniert habe. Laut Nachrichtenagentur RIA Nowosti hat der Richter gesagt, Sawtschenko habe aus Hass auf russischsprachige Menschen gehandelt. Die Beschuldigte hat die Vorwürfe allerdings zurückgewiesen.

Eine Revision gegen das Urteil hatte die Militärpilotin vorab abgelehnt. Sie will ihren Austausch gegen die in der Ostukraine festgenommenen russischen Soldaten erreichen.

Gegen den politisch gefärbten Prozess wurde international protestiert. Auch die Bundesregierung und die Europäische Union beharren auf die sofortige Freilassung der Gefangenen. Vor allem hat man große Bedenken über ihre Einzelhaft und die fragwürdigen Verhörmethoden, die laut Regierungssprecher Steffen Seibert internationale Gesetze verletzen. Sawtschenko hat auch mehrere Hungerstreiks hinter sich, die ihren Gesundheitszustand verschlechtert haben.

Es erscheint nicht glaubwürdig, dass die Soldatin der ukrainischen Armee freiwillig nach Russland gegangen ist. Vielmehr hat der russische Geheimdienst sie gefangengenommen und über die Grenze verschleppt, um ihr den Prozess machen zu können.

„Die Ukraine wird die Gerichtsfarce gegen Sawtschenko nie anerkennen“, sagte ukrainische Präsident Petro Poroschenko. Es werde Sanktionen gegen „alle Beteiligten an der Verfolgung“ der 34-Jährigen geben, erklärte Staatsoberhaupt. Poroschenko will mit Moskau handeln und sie gegen die zwei bei Kämpfen im Donbass verhafteten russische Staatsbürger auszutauschen.

Foto: Wikimedia

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