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Russland schafft Feindbilder und führt einen hybriden Krieg gegen den Westen

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Russische Medienschlacht gegen den Westen

Wenn man Einzelnachrichten zusammenstellt, liegt der Verdacht nah, dass Assad von Putin militärische Unterstützung bekommt und als Gegenleistung junge Syrer für seinen Hybridkrieg in Europa einsetzen kann. „Der Krim-Plot war auch kaum zu glauben und dennoch wahr,“ schreibt shz. Bewiesen ist, dass die vom Kreml gesteuerten staatlichen Medien ein überdrehtes Bild von der europäischen Flüchtlingskrise vermitteln und den baldigen Untergang Europas voraussagen.

„Dass der Kreml Ereignisse nicht nur über seine Fernsehkanäle propagandistisch ausschlachten lässt, sondern bisweilen auch selbst die Regie führt, wissen wir seit der Annektion der Krim. Ominöse und militärisch bestens ausgebildete Kräfte stellten auf der zur Ukraine gehörenden Halbinsel vor zwei Jahren das ukrainische Militär kalt. [...] Putin stritt eine Beteiligung zunächst ab. [...] Später bekannte der Präsident Russlands: „Natürlich standen dort auch unsere Truppen.“ Parallel zu dieser militärischen Operation wurde in den russischen Medien das Schreckensbild einer Kiewer Regierung von „Faschisten“ gezeichnet, die sich an die Macht geputscht hätten und sich an „unseren Landsleuten“ (Russen, Anm.d.Red.) in der Ukraine vergreifen wollten, berichtet die Zeitung shz. Die Invasion der Ukraine war dem Fernsehauftritt Putins zufolge seit Anfang 2013 geplant.

Da war noch der von den russischen Medien erfundene Vergewaltigungsfall „Lisa“. Das aus Russland stammende 13 Jahre alte Mädchen sei, so die Promoterjournalisten Putins, von mehreren Flüchtlingen sexuell missbraucht worden. Obwohl die Staatsanwaltschaft Berlin die Meldung mehrfach glaubhaft dementierte und bekannt gab, dass es nachgewiesen sei, Lisa habe sich wegen schulischer Probleme bei einem Freund versteckt, ging die Verleumdungs-Kampagne gegen Deutschland munter weiter. Sogar Putins Chefdiplomat Sergei Lawrow (Jahrgang 1950) setzte sich für „unser armes vergewaltigtes Mädchen“ ein und löste damit einen diplomatischen Eklat aus – vor allem, weil er sich als Politiker in die Arbeit der unabhängigen Justiz einmischte. Die Bundesrepublik ist nicht Russland, wo die politischen Gerichtsurteile verkündet werden. Lawrow hätte sich nie ohne Absegnung aus dem Kreml in den Fall „Lisa“ eingemischt. Er, seit 2004 Außenminister von Putins Gnade, beherrscht perfekt die sowjetische Desinformations-Rhetorik. Lawrow, der auf Pressekonferenzen nie in die Kameras schaut, ist ebenso durch und durch Sowjetmensch, während seiner steilen Diplomatenkarriere war er immer kremltreu, egal, wer dort regierte. Im Jahre 1972 machte er seinen Abschluss am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen. Dieses Studium war nur für besonders regimeloyale Bürger zugelassen.

Lawrow war sich nicht zu schade, ein minderjähriges Kind für die politischen Zwecke Moskaus zu missbrauchen. Nicht Schutzsuchende, sondern er und Lisas Landsleute in Deutschland haben „Russlands Mädchen“ mit mehrere Tage lang andauernden Falschmeldungen verbal vergewaltigt. Ob Lisa diesen unappetitlichen Angriff je psychisch übersteht, ist fraglich. Sie wird vermutlich bis zum Ende ihres Lebens von den Bildern aus Moskau, aber auch aus Deutschland, wo tausende Russlanddeutsche gegen den angeblichen „sexuellen Missbrauch“ protestierten und unter Lawrows Führung den deutschen Behörden Vertuschung unterstellt haben, nicht loskommen.

Grundsätze der Putinschen Politik

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) veröffentlichte nach der Krim-Annektion eine Analyse zu der Grundsatzrede des russischen Generalstabschefs Waleri Gerassimow. „Kriege werden nicht mehr nur durch Feuerkraft, sondern durch „den breit gestreuten Einsatz von Desinformationen“ gewonnen, so Gerassimow. Auch Falschmeldungen haben langjährige Tradition im russischen Geheimdienst. Putin hat sie nur der Gegenwart angepasst.

Fakt ist auch, dass Moskau ein großes Interesse daran hat, Bundeskanzlerin Angela Merkel politisch zu schaden. Die mächtige Regierungschefin ist weiterhin konsequent für westliche Wirtschaftssanktionen gegen Russland, die das Putin-Reich deutlich geschwächt haben. So können wir sicher sein, dass der Kremlchef aus seinem Geheimdienst-Trickkasten weitere Operationen gegen den Westen aufstellen wird.

Deutsche Bearbeitung: Thomas Michael

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Fototext: Wladimir Putin als Geheimagent von Künstler Wadim Maxim Wakultschik

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