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Russland: FSB verhaftet sieben IS-Terroristen

Der Terror hat nun auch Russland erreicht. Der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax zufolge, die sich auf Informationen aus dem Inlandsgeheimdienst FSB beruft, wurden in der Stadt Jekaterinburg (ehemals Swerdlowsk) in Russland sieben mutmaßliche Milizionäre der radikalislamischen Organisation Islamischer Staat (IS) festgenommen. Die Terroristen hatten der Meldung zufolge Anschläge mit selbstgebauten Sprengsätzen in Moskau und Sankt Petersburg geplant. Weitere Details dazu wurden nicht bekannt gegeben. Die Beschuldigten stammen aus Russland und den zentralasiatischen Staaten. Der Kopf der Gruppe sei aus der Türkei nach Russland eingereist. Bei den Festnahmen in der Metropole am Uralgebirge sei zudem eine Sprengstoffwerkstatt aufgespürt worden.

Russische Militärflugzeuge bombardieren seit Ende September vergangenen Jahres die Stellungen der IS in Syrien. Doch die westlichen Politiker, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, werfen Russland vor, auch oppositionelle gemäßigte Rebellen und Zivilbevölkerung zu töten. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad wird von Moskau nicht nur mit Luftanschlägen, sondern auch mit Lieferungen moderner Militärgeräte wie Kampfpanzer vom Typ T-90, großzügig unterstützt.

Der Luftkrieg hat zu einer neuen massiven Flüchtlingswelle geführt. Vor allem flüchten die Menschen aus der umkämpften Stadt Aleppo. Die Experten gehen davon aus, dass die Assad-Truppen mit Hilfe der Russen die Metropole bald eingekesselt haben. Dies würde bedeuten, dass den syrischen Rebellen und hunderttausenden Zivilisten eine humanitäre Katastrophe bevorsteht. Aleppo ist die Festung der Oppositionellen. Jetzt hoffen die Assad-Gegner auf Hilfe aus Saudi-Arabien, Bahrain oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Seit Anfang Februar, so das russische Verteidigungsministerium, hat die Luftwaffe des Landes rund 237 Kampfeinsätze über den Provinzen Aleppo, Latakia, Homs, Hama und Deir ez-Zor geflogen. Die russische Kriegstaktik erinnert an den Tschetschenienkrieg Ende der neunziger Jahre, in dem die Hauptstadt Grosny komplett zerstört wurde. Im Vorfeld hatte Russlands Präsident Wladimir Putin eine großangelegte Desinformationskampagne mit dem Ziel durchgeführt, die Tschetschenen als gefährliche Islamisten zu diffamieren, um den Krieg zu legitimieren.

Merkel über das Leid der Zivilbevölkerung entsetzt

Bei einem Staatsbesuch in der Türkei am 8. Februar hat Merkel gemeinsam mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu Russlands Luftangriffe in Syrien scharf verurteilt. Sie sagte: „Wir sind entsetzt über das menschliche Leid - auch auf russischer Seite.“ Die Zivilbevölkerung leide unter den Fliegerangriffen, bemerkte ihr Amtskollege Davutoğlu. Die Bundeskanzlerin forderte Moskau auf, die Bombardierungen einzustellen.

Das offizielle Moskau zeigte sich ungehalten über Merkels Aussage. „Jeder Politiker solle „in der Wortwahl sehr genau und verantwortungsvoll sein“, sagte der Putin-Sprecher Dmitri Peskow. Er erklärte, der russischen Exekutive lägen keine eingängigen Beweise für zivile Opfer der Angriffe in Syrien vor.“ Peskow bemängelte zudem, dass in der Vergangenheit niemand zum „barbarischen Vorgehen von Terroristen“ gegen syrische Soldaten Stellung bezogen habe.

Türkei schließt die Grenzen

Inzwischen ist die Lage an der türkisch-syrischen Grenze deutlich zugespitzt: Zehntausende Syrer wollen aus ihrer Heimat, wo seit fünf Jahren der Bürgerkrieg tobt, fliehen. Doch die Türkei hat ihre Grenzen geschlossen und nimmt nur Verletzte auf, die, so die Hilfsorganisation IHH, ärztlich versorgt werden. Die Türkei will den Kriegsflüchtlingen auf syrischem Staatsgebiet helfen. Ankara begründet die Zurückhaltung damit, dass das Land bereits mehr als zwei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen habe. (asie/tmich)

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