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Russland: Michail Chodorkowski zur Fahndung ausgeschrieben

Michail ChodorkowskiMichail ChodorkowskiDie russische Justizbehörde fahndet nach dem Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski (52) wegen eines Mordfalles. Der ehemalige Oligarch und Geschäftsführer des inzwischen insolventen und zerschlagenen Ölkonzernes Yukos wird beschuldigt, an der Ermordung des Bürgermeisters der sibirischen Stadt Neftejugansk, Wladimir Petuchow, beteiligt gewesen zu sein, teilte Wladimir Markin aus dem mächtigen Ermittlungskomitee in Moskau mit. Chodorkowski, der seit seiner Begnadigung durch den Präsidenten Wladimir Putin im Schweizer Exil lebt, wies die Vorwürfe über seine Pressesprecherin Kulle Pispanen zurück. Er werde sich nicht „an dieser Justizfarce“ beteiligen.

Der Fall galt eigentlich als abgeschlossen und wurde jetzt überraschend wegen mutmaßlicher neuer Beweise wieder aufgerollt. Petuchow, der im Juni 1998 erschossen wurde, soll mit Chodorkowskis damaligem Unternehmen Yukos im Streit um Steuerzahlungen gelegen haben. Außerdem wird dem Milliardär vorgeworfen, ein Jahr später noch einen Anschlag auf einen Öl-Manager-Kollegen organisiert zu haben. Bei dem Attentat wurde ein Sicherheitsmann getötet.

Vor kurzem hat der wohl bekannteste frühere Häftling öffentlich zu einer Revolution in Russland aufgerufen und die Staatsduma und den Staatspräsidenten als illegitim bezeichnet. Auch wegen dieses Aufrufs hat er jetzt Ärger mit der Justiz seines Heimatlandes. Wie die Generalstaatsanwaltschaft bekannt gab, wird gegen den früheren Ölmagnaten wegen angeblicher extremistischer Äußerungen ermittelt.

Chodorkowski war im Jahr 2003 in Russland verhaftet und später wegen angeblichen Betruges und Steuerhinterziehung zu mehreren Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Vor seiner Festnahme hat der erfolgreiche Unternehmer, der nach dem Zerfall des Sowjet-Reiches zu einem Milliardär geworden ist, Putin heftig kritisiert. Vor den Olympischen Winterspielen in der russischen Schwarzmeer-Metropole Sotschi Ende 2013, nach fast zehn Jahren Haft, wurde der Kreml-Kritiker vom Präsidenten überraschend begnadigt. In der Schweiz kann Chodorkowski sicher sein, nicht an Russland ausgeliefert zu werden.

Amnesty International stufte Chodorkowskis Verurteilung als politisch motiviert ein, doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte widersprach im September 2011 dieser Einschätzung. (asie/tmich)

Pressefoto aus Wikimedia

 

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