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Russland: Kommunisten wollen Outing von Schwulen unter Strafe stellen

Toleranzsymbol - Symbolbild Zwei Abgeordnete der Kommunistischen Partei Russlands im Staatsduma haben ein neues Gesetz vorgeschlagen, nach der ein öffentliches Outing von männlichen Homosexuellen in einer Bildungsstätte oder einem Regierungsgebäude mit bis zu 15 Tagen Freiheitsstrafe geahndet werden soll. Einen entsprechenden Antrag haben Iwan Nikitschuk und Nikolai Arefjew am Freitag (23. Oktober) gestellt. Falls ein Schwuler sich anderenorts zu seinem Homosexualität bekennt, soll dies mit einem Geldstrafe von 5000 Rubel (rund 70 Euro) bestraft werden. Die gleichgeschlechtliche Frauen sollen allerdings laut Nikitschuk und Arefjew gesetzlich nicht gelangt werden, weil sie nach Auffassung der Roten „vernünftiger sind und ihre Sexualität besser im Griff haben“.

Die Abgeordnete sind ebenso der Meinung, dass das von Präsident Wladimir Putin im Jahr 2013 unterschriebene Gesetz, das homosexuelle Agitation unter Strafe stellt, sich als „wenig effektiv“ gezeigt hätte. „Die menschliche Fortpflanzung ist bedroht. Dies ist gleich mit dem Tod. Dadurch ist die Homosexualität eine tödliche Gefahr für die Menschheit,“ argumentierten die Kommunisten.

Woher Nikitschuk und Arefjew ihre statistische Informationen genommen haben, ist nicht bekannt. Die Weltbevölkerung umfasste beim Jahreswechsel 2014/15 rund 7,28 Milliarden Menschen. Die Vereinigte Nationen (UNO) rechnet für den Zeitraum 2015 bis 2020 mit einem Bevölkerungswachstum von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr und erwarten 2050 etwa 9,6 Milliarden Menschen auf dem Globus. Zu Beginn des 22. Jahrhunderts wird eine Stabilisierung auf etwa neun Milliarden Menschen prognostiziert, obwohl rund 10 Prozent der Menschen homosexuell sind.

Auch in Russland, wo die menschliche Fortpflanzung tatsächlich bedroht ist, tragen für diese Entwicklung Schuld nicht die Gleichgeschlechtliche, sondern niedrige Lebensstandard der Bevölkerung. In einem Riesenreich, wo die Nahrungsmittel teuer sind, wo Gesundheits- und Bildungssystem nicht funktioniert, wo Korruption blüht und die Wohnraum klein und teuer ist, wollen die Frauen und Männer verständlicherweise keine Kinder zur Welt bringen.

Für eine Überraschung sorgte die Regierungspartei von Putin, Einiges Russland, aus dem zu hören war, dass man die Männer nicht zu 15 Tagen Gefängnis verurteilen kann, nur weil sie sich zu ihren Homosexualität bekennen.

Doch diese Aussage soll es nicht weg täuschen von der Tatsache, dass die Gleichgeschlechtlichen in Russland, sobald sie sich outen, als Pervers gelten. Dies zeigt auch der aktuelle Fall eines russisch-orthodoxen Priesters. Obwohl jede in der Kirchenkreisen gewusst hatte, dass Artjom Wiecielkowski homosexuell ist, wurde dies, so sagt der Geistlicher aus Toljatti am Wolga, wohlwollend geduldet. Doch dann hatte ein Journalist ohne Einverständnis des 35-Jährigen seine sexuelle Orientierung im Internet publik gemacht und prompt wurde er entlassen.

Russisch-orthodoxe Kirche als Werkzeug der Diktatur

Nach dem Zerfall der Sowjetunion werden Lenin oder Marx nicht mehr als Götter betrachtet, die Kirche hat nun ihre alte Macht zurück gewonnen. Die Kirchendogmen betrachten Schwule und Lesben als Perverslinge, obwohl Homosexualität in Russland nicht strafbar ist. Das Gesetz vom 2013 gegen „homosexuelle Propaganda“, wo positive Aussagen über sexuelle Minderheit unter die Strafe gestellt werden, kam zustande vor allem auf Wunsch der Kirche unter dem Vorwand des Kinderschutzes. Doch genau so wie in katholischen Kirche, befinden sich hinter der Mauern der russisch-orthodoxen Gotteshaus viele homosexuelle Klerikale. Sie bekennen sich aber zu ihren Sexualität nicht. Sie dürfen es nicht.

Amtierende Patriarch Kirill kam vor sechs Jahren an die Macht. Erzkonservativer Kirchenoberhaupt kooperiert gerne mit Kremlchef Putin und unterstützt damit autoritäre Regime heutigen Russland. Der Hohe Geistlicher profitiert deutlich von seinem Hilfestellung. Obwohl die Kirche von ihren Gläubigen Bescheidenheit erwartet, hat der Patriarch, genau so wie sein Mäzen Putin, eine Vorliebe zu Luxusuhren. Auf seinen Handgelenk wurde ein Zeitmesser gesichtet, der für 30.000 Dollar zu kaufen ist. Kein Wunder also, dass die russisch-orthodoxe Kirche auch die aktuelle Luftangriffe in Syrien zu einem heiligen Krieg erklärt hat.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

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