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Sind russische „grüne Männchen“ in Syrien militärisch aktiv?

Russischer Jagdbomber Suchoi 34Russischer Jagdbomber Suchoi 34Medienberichten zufolge sind „grüne Männchen“, russische Soldaten ohne Abzeichen, in Syrien militärisch aktiv. Laut einem Bericht der "New York Times" hat Moskau ein Voraus-Truppenkontingent nach Syrien geschickt, tausende Soldaten sollen folgen. Es wird zudem berichtet, dass russisches Militär Baumaterial zum Gebäudebau sowie einen mobilen Flugsicherheitsturm auf einen russischen Flugplatz in Syrien geliefert haben.

Die USA geht davon aus, dass Moskau ihre militärische Unterstützung für den syrischen Diktator Baschar al-Assad erweitern will. Washington prüft derzeit auch Fotos, die in sozialen Netzwerken Twitter und Facebook veröffentlicht wurden. Auf den Bildern sind angeblich russische Militärmaschinen, unter anderem ein moderner Jagdbomber Typs Suchoi 34 und Drohnen in der Nähe des Provinz Idlib, Nordwesten des Landes, abgebildet.

Will Russland gegen die Dschihadisten kämpfen?

Es wird vermutet, dass Russland nun gegen den Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen will, die auch Soldaten von Assad angreift. Doch die radikalen Islamisten sind auch für Russland selbst gefährlich. Im Juni gab der IS die Gründung einer "Kaukasus-Provinz" bekannt, die unter anderem Tschetschenien, Dagestan, Inguschetien einschließt. Mit russischsprachiger Propaganda versucht der IS-Gruppe im Nordkaukasus, Einfluss zu gewinnen und Kämpfer zu engagieren. Der Militärkommandeur des IS in Syrien heißt Omar al-Shishani - Omar, der Tschetschene. Er stammt aus dem Pankisi-Tal in Georgien. Der Südkaukasus eignet sich gut als Rückzugsgebiet und als Durchzugsgebiet für rekrutierte Kämpfer.

Der Kaukasus-Experte Sergei Markedonow sagte im Interview mit der ARD-Tagesschau, Moskau sei interessiert an Georgien als einem taktischen Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadisten. Bis jetzt hat Russland die ehemalige Sowjetrepublik nie auf gleicher Augenhöhe behandelt. Zwar kooperierten beide Ländern vor den Olympischen Spielen in Sotschi bereits bei der Abwehr möglicher Terror-Gefahren. Doch haben die Georgier auch nicht vergessen, wie Russland 2001 ohne Tiflis zu benachrichtigen das Pankisi-Tal bombardierte, weil es dort radikale Islamisten vermutete.

Signale aus Moskau

In den vergangenen Tagen kamen aus Moskau Signale über eine möglichen Kooperation bei der Bekämpfung der islamistischer Terrorgruppen. So schrieb der deutsche Putin-Biograf Alexander Rahr in der "Neuen Zürcher Zeitung", Russlands Präsident Wladimir Putin könne bei der UN-Generalversammlung in New York (beginnt am 15. September), eine Anti-Terror-Allianz vorschlagen. Der Kremlchef selbst kündigte kurz am Rande eines Wirtschaftsforums in Wladiwostok, eine "internationale Allianz zum Kampf gegen Terrorismus und Extremismus" entwerfen zu wollen. Er habe darüber mit seinem amerikanischen Amtskollegen Barack Obama gesprochen. In New York ist ein Treffen zwischen Putin und Obama geplant.

Die Russland-Expertin Fiona Hill beschreibt die Andeutungen aus Moskau „als klassische Methode der russischen Führung“. Diese setzte über Vermittler Ideen als Versuchsballons in die Welt, um Interesse zu wecken und Reaktionen zu testen, bevor ein Thema über offizielle Kanäle kommuniziert werde, sagte Hill der ARD-Tagesschau.

Russland unterstützt Assad-Diktatur

Moskau ist seit Beginn des Aufstands in Syrien vor vier Jahren neben dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz einer der engsten Verbündeten von Assad. Ende Juni hat der Kreml Syrien erneut politische, ökonomische und militärische Hilfe versprochen. Der Westen fordert dagegen Assads Ablösung. Nebenher geht eine Allianz unter Leitung der USA in Syrien und im Irak mit Luftangriffen gegen den IS vor. Eine Beteiligung Russlands daran würden die Amerikaner willkommen heißen. Doch Putin hat seine Zukunftspläne für Syrien bislang nicht erklärt.

Sicher ist, dass es bei einer möglichen Anti-Terror-Allianz nicht nur um die Frage geht, ob und wie Assad dazu eingebunden wird. Es geht wie bei früheren Versuchen einer Zusammenarbeit Ost und West um Vertrauen unter der Verbündeten, wie die Kooperationsbedingungen praktisch aussehen sollen und wer die Allianzführung übernimmt.

Es wurde zudem bekannt, dass Frankreich und Großbritannien besichtigen, Einsätze ihrer Luftwaffe gegen den IS in Syrien aufnehmen zu wollen. In der Diskussion seien sowohl Luftangriffe auf IS-Stellungen als auch Aufklärungsflüge. (asie)

Foto: ©Kuzmin/Wikipedia www.vitalykuzmin.net

 

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