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Russland: Homo-Aktivist in Moskau festgenommen

Festnahme von Nikolai AlexejewFestnahme von Nikolai AlexejewIn Russland sind gestern (1. Juni) die Homo-Aktivisten Jewgeni Gerassimow und Wadim Gruzdew wegen einer behördlich nicht autorisierten Protestdemonstration zu zehn Tagen Haft verurteilt worden. Der Organisator des Protestes, der Jurist und Publizist Nikolai Alexejew, wurde schon am Samstag (30. Mai) vor dem Rathaus in Moskau verhaftet. Auch er muss jetzt zehn Tagen hinter Gitter bleiben. "Das Gerichtsprozess war eine Farce", schrieb der 37-jähriger Alexejew auf Twitter https://twitter.com/n_alexeyev . In den vergangenen Jahren hat der LGBT-Aktivist sich vorrangig für das Recht auf Protestfreiheit von Gleichgeschlechtlichen in Russland eingesetzt. Er organisiert Moscow Pride, der seit Beginn 2006 regelmäßig von Stadtführung verboten wird. Auch im diesem Jahr.

Trotz der Untersagung war Alexejew auf einem Motorrad mit einer Regenbogenfahne und einer orangenen Rauchfackel die zentrale Twerer Straße in Moskau hinuntergefahren. Die Twerskaja uliza beginnt in unmittelbarer Nähe des russischen Machtzentrums Kreml und führt rund zwei Kilometer in nordwestlicher Richtung bis zum Gartenring (Sadowoje Kolzo), wo sie in die Erste Twerskaja-Jamskaja-Straße übergeht.

Insgesamt wurden rund zehn Aktivisten festgenommen, nachdem sie von Nationalisten und Fußballfans mit Eiern beworfen und attackiert worden waren. Die Justiz beschuldigt Alexejew des Widerstands gegen Staatsgewalt. Er soll vor einer Regenbogenfahne einen Feuerwerkskörper gezündet haben. Der Aktivist bestreitet die Anschuldigungen.

In Russland ist Homosexualität nicht strafbar, doch vor zwei Jahren hat Kremlchef Wladimir Putin das Homopropagandagesetz unterschrieben, angeblich zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Wer sich offen zu der eigenen homosexuelle Orientierung bekennt droht eine Geldstrafe oder Freiheitsentziehung.

Der Fall Nikolai Alexejew zeigt, wie Russland mit seinen begabten Bürger umgeht. Alexejew, geboren und aufgewachsen in Moskau, schloss sein Studium an der bekannten Lomonossow-Universität mit Auszeichnung ab. Danach nahm der Russe am Doktoranden-Programm teil, musste aber die Universität verlassen, nachdem bekannt wurde, dass er eine Arbeit über die Rechte von sexuellen Minderheiten in Russland und der Welt schrieb. Der Jurist klagte die Einrichtung an, das Verfahren ist an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg noch nicht beendet.

 

Foto: Facebook

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