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Russische Luftwaffe beginnt mit Nervenkrieg

Kondensstreifen am HimmelVon Aino Siebert

Die russische Luftwaffe hat einen Nervenkrieg begonnen. Wie Das Baltikum-Blatt berichtete, haben russische Jagdbomber des Typs Suchoi SU-24 (NATO-Codename Fencer) am Mittwoch 17. September den schwedischen Luftraum über den Ostseeinsel Öland verletzt. Luftraumverletzungen durch russische Kampfflieger wurden zudem in der Luftverteidigungszone ADIZ der USA und Kanada bei Alaska registriert. Die ungebetene Militärgäste aus Russland wurden von den jeweiligen Ländern mit Abfangjägern verfolgt.

Nun meldet auch Lettland, dass die NATO-Patrouille in unmittelbarer Nähe der lettischen Territorialgewässer russischen Luftüberlegenheitsjäger des Typs Suchoi Su-27 und Mittelstreckenbomber des Typs Tupolew Tu-22 beobachtet hat. Laut Nachrichtenportal Delfi Lettland startete danach ein portugiesischer Mehrzweckkampfjet Typs F-16 zu einem Aufklärungsflug.

Russische Flugzeuge haben in Finnland Alarm ausgelöst
Wie die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomat schreibt, hat der Überflug russischer Militärflugzeuge auch in Finnland Alarm ausgelöst. Die finnische Luftwaffe startete daraufhin einen Aufklärungsflug. Wie viele Flugzeuge daran teilnahmen wollten die Streitkräfte des Landes aus operativtaktischen Gründen nicht mitteilen. Die Finnen informieren sich über die Militärgeschehnisse auf der Ostsee bei den baltischen Staaten über das Twitter-Konto Latitude 67 SIGINT. So haben die finnische Streitkräfte am 21. September gegen 13 Uhr festgestellt, dass mindestens zwei Militärflieger der russischen Luftwaffe aus Kaliningrad (früher Königsberg) unterwegs nach Norden waren. Daraufhin reagierten die finnischen Luftstreitkräfte mit einem Alarmsignal QRA (quick reaction alert) und starteten ihre Kontrollfunktion.

Russische Aktivitäten im Luftraum zugenommen
Es ist schon seit einige Zeit zu beobachten, dass die Aktionen der russischen Luftwaffe deutlich zugenommen haben. Die Russland-Expertin der Universität Helsinki, Hanna Smith, bringt in Helsingin Sanomat vor, dass Russland mit einem Nervenkrieg versucht seine Macht zu präsentieren: „Der Kreml will, dass die Welt ihn als Großmacht wahrnimmt. Wenn der Westen die Signale nicht ernst nimmt, können die Folgen verehrend sein.“ Es geht ihrer Meinung nach um die Außenpolitik, die Präsident Wladimir Putin seit seiner letzten Thronbesteigung im Jahr 2012 konsequent verfolgt: „Russland sucht seit dem Zerfall der Sowjetunion seinen Platz im Club der Großmächte, bisher ohne Erfolg. Nun will er schrittweise die Weltgemeinschaft erpressen, um die gewünschte Anerkennung zu bekommen.“

Smith zufolge ist Russland eine Großmacht im Sinne des Militärs und seiner Bodenschätze, aber auch geopolitisch als ein Staat zwischen Europa und Asien: „Das Land kämpft mit vielen Schwierigkeiten. Doch Russland hat ein großes Potential, sich zu einem starken Staat zu entwickeln.“

Die finnische Russland-Expertin bringt vor, dass der Westen zu sehr darauf achtet, wie das Land seine eigenen Bürger behandelt. Der Kreml ist der Meinung, dass die Menschenrechte bei seinen Großmachtansprüchen keine Rolle spielen, denn die Ansprüche bestehen nur aus Macht und Geopolitik. In Kreml-Russisch heißt das „legitimes Interesse Russlands“. „Wenn die russische Führung über die Ukraine spricht, werden ihre Großmachtansprüche verdeutlicht,“ sagt Smith.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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