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Neujahrsempfang des CSD Stuttgart im Zeichen des neuen Mottos

 

Von Thomas Michael, Stuttgart

Christoph Michl vor dem offengelegten Motto des diesjährigen CSD-FestivalsChristoph Michl vor dem offengelegten Motto des diesjährigen CSD-FestivalsAm 4. Februar fand in der Sparda-Welt in der Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofes das diesjährige Neujahrstreffen der Organisatoren des jährlichen Christopher Street Day-Festivals statt. Neben der mit Spannung erwarteten Antwort auf die Frage, welches Motto und inhaltliche Leitthema die Nachfolge des letztjährigen Mottos „Operation Sichtbarkeit“ antreten wird, war ein Höhepunkt ein persönliches Grußwort von Gisela Erler, der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung im Staatsministerium des Landes Baden-Württemberg. Für den musikalischen Rahmen mit Piano, Cello und Gesang sorgte das Trio „Pia Cant“.

Die Räumlichkeiten, in denen das Treffen nun zum zweiten Mal stattfand, boten mit der bestuhlten Präsentationsfläche für den offiziellen Teil auf der Bühne, einer sechzigteiligen Medienwand und dem Gastronomiebereich mit Stehtischen ideale Bedingungen für den Auftakt, wenngleich die Beleuchtung der bestuhlten Fläche wegen Schrägblendung zu etwas Verstimmung unter den Zuhörern sorgte.

Zunächst begrüßte der Vorsitzende des CSD-Vereines Christoph Michl zahlreiche Gäste aus allen parlamentarischen Ebenen, vom Bundestag bis zu Bezirksbeiräten. Dann übergab er das Wort an Erler, die in ihrem Grußwort nicht unerwähnt ließ, dass sie sich sehr geehrt fühle, hier sprechen zu dürfen; dass sie hier einen Samstagstermin wahrgenommen hat, sei eine große Ausnahme. Sie brachte ihre Bewunderung für das Engagement des CSD-Vereines zum Ausdruck, zeigte Beispiele seiner Aktivitäten auf und sprach von einem „Prüfstein der Gesellschaft“. Sexualität sei Privat-, nicht Staatssache, und der Rechtspopulismus müsse entschieden bekämpft werden.

Nach einer Musikpause hielt Michl eine längere enthusiastische Rede, in der er neben den Perspektiven des CSD (auch angesichts der anstehenden Bundestagswahlen) und deutlicher Kritik an den Rechtspopulisten, die sich hartnäckig gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen stemmen, auch seine Freude über einige Höhepunkte zum Ausdruck brachte. So war der Verein zur letzten CMT auf dem Stuttgarter Messegelände eingeladen worden. Gegen Ende seiner frei vorgetragenen sowie häufig von Applaus unterbrochenen Rede enthüllte Michl das diesjährige Motto: Perspektivwechsel.

Über die Schirmherrschaft des diesjährigen CSD ist noch nicht entschieden worden. Diesmal wünscht der Verein sich eine parteilose Schirmherrschaft.

Das CSD-Festival ist ein Fest der lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ).

Info:

Die Interessengemeinschaft (IG) CSD Stuttgart e.V. ist der Trägerverein des jährlichen Christopher Street Day (CSD)-Kulturfestivals in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Mit einem ehrenamtlichen Organisationsteam von einem starken Dutzend Mitarbeitenden sowie zahlreichen Helfenden ist die IG CSD ganzjährig für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung präsent. Der gemeinnützige Verein zählt 330 Mitglieder. Der CSD-Verein (VR 6575) hat den Zweck, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen und -realitäten von gesellschaftlichen Minderheiten aufgrund der sexuellen Orientierung beziehungsweise der sexuellen Identität und der geschlechtlichen Vielfalt aufzuklären. Hierzu gehören insbesondere lesbische, schwule, bi- und transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen (LSBTTIQ). Verfolgt wird dieses Ziel durch die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen und Aktionen, der Herausgabe von Publikationen sowie einer aktiven Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft.

Gleichzeitig dient der Christopher Street Day als Tag der Erinnerung an die Ereignisse des 27. und 28. Juni 1969. Damals setzten sich homosexuelle Menschen in New York erstmals gemeinsam gegen staatliche Willkür und gewaltsame Übergriffe der Polizei zur Wehr. Schmelztiegel war die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street. Daher auch der deutsche Name „Christopher Street Day“ oder kurz CSD.

Darüber hinaus zeugt der CSD heute von den bisher erkämpften Erfolgen in Sachen Sichtbarkeit, Aufklärung, rechtlicher Gleichstellung, Antidiskriminierung und Akzeptanz. Durch diese facettenreichen Tätigkeiten klärt der CSD-Verein die Gesellschaft über Diskriminierungen, Ungleichbehandlungen sowie Homo- und Transphobie auf. Durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit macht der CSD mit starker Stimme auf die Lebensrealitäten, Belange und Forderungen von LSBTTIQ-Menschen aufmerksam.

Foto: © Thomas Michael

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