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Finnland: 23-Jähriger erschießt drei Frauen

Kerze - SymbolbildIn der Kleinstadt Imatra im Südosten Finnlands, nahe der russischen Grenze, hat in der Nacht zum 4. Dezember ein 23-jähriger Finne vor dem Restaurant Vuoksenvahti nahe dem Imatrankoski (Wasserfall Imatra) drei Frauen erschossen, als diese das Lokal nach einem kurzen Aufenthalt verließen. Der Täter war mit einem Auto vorgefahren und benutzte ein Jagdgewehr. Die Tatwaffe war zwar legal, aber nicht auf den mutmaßlichen Schützen zugelassen. Er hatte das Gewehr samt Munition unerlaubt an sich genommen und seine Opfer in Kopf und Bauch geschossen. Wem die Schusswaffe gehörte, gab die Polizei nicht bekannt.

Das Restaurant und ein benachbartes Lokal schlossen gleich nach der Tat, und in einer nahen Kirchengemeinde wurde eine notfallpsychologische Anlaufstelle eingerichtet. Finnlands Regierungschef Juha Sipilä und seine Kabinettsmitglieder äußerten sich bestürzt über das Blutbad, das kurz vor dem 99. Nationalfeiertag Finnlands (6. Dezember) stattgefunden hat.

Die Frauen waren sofort tot. Eine zufällig in der Nähe patrouillierende Polizeistreife wurde herbeigerufen und nahm den mutmaßlichen Täter fest. Der Mann leistete bei seiner Festnahme keinen Widerstand. Weil der Festgenommene sich immer noch weigert, eine Aussage zu machen, ist sein Tatmotiv nicht bekannt. Die ersten Untersuchungen seines Computers und Mobiltelefones gaben ebenfalls keine Anhaltspunkte für das von ihm angerichtete Blutbad. Die Polizei vermutet psychische Probleme. Der junge Mann hatte sich in letzter Zeit isoliert und viel Zeit am Computer verbracht. Obwohl seine Angehörigen für ihn professionelle Hilfe suchten, war seine Tat für sie ein Schock, den sie nicht voraussehen konnten. Die Ermittler machten keine Angaben dazu, ob der Mann in Imatra alleine wohnte.

Zeitungsberichten zufolge heißt der Verdächtige Jori Juhani Laso. Die ganze Tat dauerte der Polizei zufolge nur eine halbe Minute und ist auf einer Überwachungskamera festgehalten worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass dem Festgenommenen die Munition ausging, sonst hätte er noch weitere Menschen getötet. Nachdem das Magazin seiner Waffe leer war, versuchte der Schütze nicht zu fliehen, sondern blieb einfach bei seinem Wagen stehen und wartete auf die Polizei. Inzwischen wurde noch bekannt, dass Laso wegen eines versuchten Tötungsdeliktes vorbestraft ist.

Alle drei Opfer waren gebürtige Finninnen und wohnten ebenfalls in Imatra. Eines der Opfer war eine die Lokalpolitikerin Tiina Wilén-Jäppinen (53) von der Sozial-demokratischen Partei. Sie war Vorsitzende des Stadtrates der rund 27.000 Einwohner zählenden Gemeinde und hinterlässt Ehemann und zwei Kinder. Bei den zwei anderen Getöteten handelt es sich um Katri Ikävalko (36) und Anne Vihavainen (52) . Die beliebten und geschätzten Journalistinnen arbeiteten als Redakteurinnen bei der Gemeinsamen Redaktion der lokalen karelischen Zeitungen Etelä-Saimaa und Uutisvuoksi. Ikävalko wird als „Sonnenschein der Redaktion“ beschrieben. Sie war verheiratet und Mutter dreier kleiner Kinder. Vihavainen war ebenfalls gebunden und Mutter zweier fast erwachsener Jugendlicher. Offensichtlich waren sie Zufallsopfer.

Die Jagd ist in dem rund sechs Millionen Einwohner zählenden skandinavischen Land mit großen Wäldern eine Gepflogenheit. Nach früheren Tötungsdelikten waren die Waffengesetze indes verschärft worden. (Thomas Michael)

Quellen: Helsingin Sanomat, Ilta-Sanomat, Delfi

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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