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Deutschland: Alte Dame wird von Zug überfahren und überlebt

Bahnhof Langwedel GeleiseEin schwerer Bahnunfall mit einem glücklichen Ende hat sich am 27. Mai zur Mittagszeit im Bahnhof des niedersächsischen Langwedel ereignet. Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Bremen hat eine 91-jährige Frau bei einer unbefugten Überquerung der Bahngleise mit ihrem Rollator nur mit Hilfe mehrerer Schutzengel überlebt.

Der InterCity 1933 war auf der Fahrt von Bremen nach Hannover, als der Lokomotivführer bei Tempo 160 Stundenkilometer einen Schlag unter dem Zug bemerkte. Im Wechsel von Licht und Schatten der nahen Brücke sind Hindernisse bei hoher Geschwindigkeit nicht immer zu erkennen. Der Zuglenker vermutete einen Wildschaden, bremste ab und wollte die Situation beim nächsten Halt in Verden (Mittelweserregion in Niedersachsen) überprüfen.

Statt eines Tierkadavers fand er jedoch Teile eines Rollators. Der Triebwagenführer erlitt einen Schock und musste von einem Kollegen abgelöst werden. Zeitgleich war eine Nordwestbahn in der Gegenrichtung unterwegs und meldete in Langwedel eine liegende Person im Gleis. Einsatzkräfte gingen von einem tödlichen Bahnunglück aus.

Zur Freude der Streifen der Polizei Verden und der Bundespolizei Bremen war die alte Dame nur leicht verletzt. Ein Rettungswagen brachte sie wegen ihrer Prellungen vorsorglich ins Krankenhaus. Sie hatte den Zug erkannt – immerhin nahte er mit 40 Metern je Sekunde – und sich flach zwischen die Schienen geworfen. So gelang, was normalerweise unmöglich ist: weder wurde die 91-Jährige angesogen, noch verfing sich ihre Kleidung am tiefliegenden Schienenräumer. Ihr Kommentar: Sie würde seit Jahren ihren Weg am Bahnsteigkopf über die vier Gleise abkürzen – trotz Rollator.

Holger Jureczko, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Bremen, geht davon aus, dass die Seniorin bisher einfach nur Glück hatte, auf der zweigleisigen und hochfrequentierten Strecke noch nicht überfahren worden zu sein. Die Reaktionszeit beim Erkennen eines Zuges bei so einer Geschwindigkeit wie jetzt beträgt rund zwei Sekunden. Die Bundespolizei warnt seit langem vor den tödlichen Gefahren eigenmächtiger Gleisüberquerungen.

In der Folge des Einsatzes verspäteten sich mehrere Züge. Der Bahnverkehr wurde erst am Nachmittag wieder freigegeben. (Bundespolizei/asie/tmich)

Fotos: Bundespolizei

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