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Freies Radio für Stuttgart: „Schätze der Liederfeste in Estland“

Setodtrachten - SymbolbildAm Sonntag 12. März war im Freien Radio für Stuttgart eine Sendung über die estnische Liederfesttradition zu hören. Thomas Michael, Produzent und Moderator der Sendung hat eine frühere Sendung zum Thema neu aufgelegt und durch einige Details speziell zur „Singenden Revolution“ des Jahres 1988 ergänzt.

Unter dem Motto „Laulupidude aarded“ (Schätze der Liederfeste) durchlief der Moderator die Geschichte der estnischen Liederfeste, die 1869 in Tartu (Dorpat) ihren Anfang nahm und bis heute fortbesteht. Zwischendurch wurden Studioaufnahmen von Chören eingespielt, die von der Sowjetzeit bis 1994 an Liederfesten teilgenommen hatten. Nur zu Beginn und Abschluss der Sendung war Aufführungs-Originalton von der Tallinner Liederfestwiese „Lauluväljak“ zu hören: das Eröffnungs- und das Abschlusslied des 20. Liederfestes 1985 mit dessen vereinten Chören. Der Anfangstitel „Koit“ (Morgendämmerung) von Mihkel Lüdig (1880-1958) spielt auf die durch Gorbatschows Perestroika aufkeimende Hoffnung auf eine baldige Befreiung Estlands aus der Sowjetdiktatur und damit auch aus der Zensur des Liedgutes an, während das ruhigere Abschlusslied, „Laul põhjamaast“ (Lied des Nordlandes) von Ülo Vinter (1924-2000), eher ein Vaterlandslied ist: „Kaugel teil sa kallis meil, sind ei jäta ma“, zu deutsch „Auf weiten Wegen bist du mir teuer, dich lasse ich nicht“, lauten die letzten Worte.

An passender Stelle der Liederfestchronik machte der Moderator einen Abstecher zur Singenden Revolution vom Juni 1988, einem völlig ungeplanten, viernächtigen Massenspektakel auf dem Tallinner Lauluväljak mit bis zu 150.000 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern, und zu einem eintägigen, mit „Eestimaa laul“ (Estlands Lied) betitelten Liederfest vom September desselben Jahres, auf dem der damalige Volksfrontaktivist Heinz Valk eine berühmt gewordene Rede gehalten hatte – diese war in der Sendung im Originalton mit abschnittweiser Übersetzung zu hören.

In der zweistündigen Sendung waren nach dem eigentlichen Thema noch Aufnahmen estnischer klassischer Instrumentalmusik mit Werken von Artur Kapp (1878-1952), Heino Eller (1887-1970) und Rudolf Tobias (1873-1918) zu hören.

Das Freie Radio für Stuttgart ist ein unkommerzieller, von Ehrenamtlichen betriebener Lokalsender, der von einem Förderverein getragen wird und öffentliche Zuschüsse aus dem Rundfunkgebührentopf erhält. Im September vergangenen Jahres hatte der Sender sein zwanzigjähriges Bestehen gefeiert.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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