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Medientage in Berlin: Meinungsfreiheit und Medienvielfalt in Osteuropa

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Erfahrungsberichte aus sechs Redaktionen: v.l. Rainer Kaufmann (Kaukasische Post), 	Beatrice Ungar (Hermannstädter Zeitung),  	Georg Aescht (Moderation), Dr. Rudolf  	Urban (Wochenblatt Polen), Gwyn Nissen (Der Nordschleswiger in Dänemark)Erfahrungsberichte aus sechs Redaktionen: v.l. Rainer Kaufmann (Kaukasische Post), Beatrice Ungar (Hermannstädter Zeitung), Georg Aescht (Moderation), Dr. Rudolf Urban (Wochenblatt Polen), Gwyn Nissen (Der Nordschleswiger in Dänemark)Von Aino Siebert, Berlin

Am 7. und 8. September trafen sich in Berlin Vertreter der deutschsprachigen Medien in Osteuropa unter dem Motto „Meinungsfreiheit und Medienvielfalt“. Veranstalter des Seminares war die Deutsche Gesellschaft e.V. Die Arbeitstagung wurde konzipiert und moderiert von Dr. Ingeborg Szöllösi, die sich seit Jahren dafür stark macht, dass die im Ausland herausgegebenen deutschsprachigen Publikationen eine breite Austauschplattform haben, um sich vernetzen zu können. Das diesjährige Treffen war schon das dritte in der Reihe. Das Seminar wurde finanziert vom Auswärtigen Amt (AA).

Grußworte übermittelte Michael Reiffenstuel, der Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik in der Abteilung für Kultur und Kommunikation des AA. Er betonte die enorme Bedeutung des Kampfes gegen Propaganda in den Medien, deren Ziel es ist, die Gesellschaft zu spalten. Ein Beispiel ist der Fall „Lisa“ (siehe am Schluss dieses Artikels). Das AA, so Reiffenstuel, unterstützt aktuell 130 Projekte für den Aufbau der freien Medienlandschaft. Ziel ist es, gegen Manipulation mit Informationen und Fakten zu Felde zu ziehen.

Die deutschsprachigen Medien im Ausland sind Brückenbauer

Auch dem Bundestagsabgeordneten Harmut Koschyk (57, CSU) liegen Minderheitszeitungen und andere außerhalb der Bundesrepublik in deutscher Sprache erscheinende Medien am Herzen. Er ist Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Außerdem gehört Koschyk dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft e.V. an. Er ließ es sich nicht nehmen, die angereisten Medienvertreter persönlich zu begrüßen. Seine Botschaft lautete: „Die deutschsprachigen Medien im Ausland sind gute Brückenbauer“. Der Bevollmächtigte des Vorstandes Dr. Andreas H. Apelt freute sich in seiner Begrüßungsrede über das Wiedersehen – viele der Teilnehmer waren vom Anfang an dabei – und wünschte der Arbeitstagung ein gutes Gelingen.

Dr. Ingeborg Szöllösi, Organisation und Konzeption der ArbeitstagungDr. Ingeborg Szöllösi, Organisation und Konzeption der Arbeitstagung

Nach Berlin kamen Vertreter der zentralen deutschsprachigen Tages- und Wochenzeitungen im östlichen Europa, u.a. der Prager Zeitung, der Budapester Zeitung, der Neuen Zeitung aus Ungarn , der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien, der Moskauer Deutschen Zeitung, der Deutschen Zeitung der Ukraine, des Königsberger Express, der Hermannstädter Zeitung, des Karpatenblattes, des polnischen Wochenblattes, des Königsberger Express und des Baltikum-Blattes.

Wo fängt der Osten an?

Am ersten Arbeitstag gab Dr. Manfred Sapper, Chefredakteur der  Zeitschrift Osteuropa , einen fesselnden Überblick über die Begriffsklärung „Ost“ und „West“ und welches Drama für die Deutschen der Umgang mit Osteuropa bedeutet. Wo ist der Westen, wo fängt der Osten an? Lebt in Westen Zivilisation, und leben im Osten Barbaren? Diese Fragen stellen sich seit dem Napoleonischen Kriege. Im übrigen gibt es ein Magazin Osteuropa seit über hundert Jahren, doch bis heute fehlt eine entsprechende Zeitschrift über Westeuropa. Sapper, der seine Promotion mit einer Arbeit über „Die Auswirkungen des Afghanistankrieges auf die Sowjetgesellschaft“ abgeschlossen hat, ist Autor und Herausgeber weiterer Publikationen, u.a. von Katharina Raabes „Testfall Ukraine. Europa und seine Werte“ und von Volker Weichsels „Osteuropa. Zerreißprobe“.

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