Das Baltikum-Blatt

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„Stonewall“ von Roland Emmerich bald in Kinos

Veröffentlicht: 13. November 2015

Der Filmemacher Roland Emmerich (u.a. „White House Down“) ist vor allem vom Actionkino bekannt. Nun hat der 60-jähriger Star-Regisseur aus Deutschland sich ein ernsthaftes Thema für die Leinwand ausgesucht: Der Aufstand der gleichgeschlechtlichen Menschen auf der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969.

Damals trafen sich in New York schwule und transsexuelle Menschen im Bar „Stonewall Inn“. Der Kneipe wurde regelmäßig von Polizeirazzien aufgesucht, obwohl sogenannte „Schwulenbars“ legalisiert worden waren. Dabei haben die Beamte die Besucher schikaniert, ihre Personalien aufgenommen und bisweilen auch veröffentlicht. Es kam auch zu Festnahmen, die Gäste des Bars wurden „anstößigen Verhaltens“ besichtigt.

Courage führt zu Freiheit

Doch eines Tages wollten die Gleichgeschlechtliche den Willkür der Staatsgewalt nicht mehr tolerieren. Als am 28. Juni 1969, nach die Beerdigung der Schauspielerin Judy Garland dann wieder eine Razzia stattfand, leisteten die Lokalgäste Widerstand und vertrieben gewaltbereit die Ordnungshüter aus der Kneipe. Garland galt als eine wichtige kulturelle Ikone in der Schwulenszene.

Die Courage der „Stonewall“-Besucher führte nun zu einer breiten Solidarisierung, auch in folgenden Tagen wurde Gegenwehr geleistet. Ende Juli formierte sich dann die Gay Liberation Front (GLF) in New York, und Ende des Jahres war sie in vielen Städten und Universitäten des Vereinigten Staates vertreten.

Der Stonewall-Aufstand leitete eine Neustart in der Homosexuellenbewegung ein: Seit dem Ausschreitung steht ein neues Selbstwahrnehmung im Vordergrund: Gleichgeschlechtliche Menschen stehen offen zu ihre sexuelle Orientierung und ihren Lebensstil. Auch in Deutschland, wo es seit 2001 Schwulen und Lesben möglich ist eine eingetragene Partnerschaften zu schließen. Nun wird selbstbewusst für eine Homo-Ehe und Recht auf Kindesadoption gekämpft.

Aus eigenen Erfahrungen

Auch Roland Emmerich ist homosexuell, der in einer Kleinstadt im Schwabenland nicht leicht mit seinem sexuellen Orientierung hatte. Die Eltern, obwohl sie kein Problem mit die Homosexualität des Sohnes hatten, waren doch der Meinung, der Bub sollte sein Anderssein nicht auf die große Glocke hängen. Erst in Hollywood traute der talentierte Filmemacher sich zu outen: „Dort traf ich viele Regiekollegen, die offen schwul waren, und ich habe mir gesagt, wenn Joel Schumacher so entspannt damit umgeht, kann ich das auch“, berichtet Emmerich dem Magazin „Stern“.

Der Film erzählt über Danny Winters (Jeremy Irvine), der in einem Dorf in Kansas im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten aufgewachsen, von seinen Eltern vor die Tür gesetzt wird, weil er schwul ist. Der junge Mann zieht nach Millionenmetropole New York, wo er Anfangs ohne Dach über dem Kopf auf der Straße lebt, ohne Kontakt zu Freunden oder seiner Schwester Phoebe (Joey King). Ohne Geld und feste Bleibe freundet Danny sich mit einer Gruppe von Straßen-Kids an. Die machen ihn nicht nur mit Dragqueens, Schwulen und Lesben bekannt, sondern führen den Aufgesetzten auch in ihre Stammkneipe, das „Stonewall Inn“. Dort trifft sich die homosexuelle Szene der Metropole und der junge Mann lernt andere gleichgeschlechtliche Menschen kennen, unter ihnen transsexuelle Ray alias Ramona (Jonny Beauchamp). Als Danny und seine Freunde schließlich wiederholt von der Polizei diskriminiert, grausam schikaniert und belästigt werden, machen die Gäste der Kneipe ihrem Ärger darüber Luft und werfen ein Fenster ein. Der Stein stößt ein Umdenken an und der Kampf für die Emanzipation beginnt.