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Politikwissenschaftlerin Mommsen in Deutschlandfunk: Westen soll Russland hofieren

Russland versuche derzeit um jeden Preis, dass sein Status als Weltmacht vom Westen anerkannt werde, sagte die Politikwissenschaftlerin Margareta Mommsen im Deutschlandfunk (DLF). Der Westen müsste über seinen Schatten springen und betonen, dass der Ukraine-Konflikt nur gemeinsam mit Russland gelöst werden könne.

"Was wir in Russland haben ist eigentlich das Vorliegen einer gekränkten Großmacht", erklärte Mommsen in einem Interview, das am 23. November 2014 ausgestrahlt wurde und den Sie noch bis Ende März 2015 im Internet anhören können.

Seit Mitte der 90er-Jahre bemühe sich Russland, so die Politikwissenschaftlerin, den Geltungsanspruch als Weltmacht einzufordern und eine multipolare Welt zu konzipieren, in der Russland mindestens einen der wichtigsten Machtpole bildet. Dabei sei für den Kreml wichtig, dass kein Problem der Welt ohne ihr Zutun gelöst werden könne.

Mommsen vermutet bei Putin noch Raum für Kompromisse, doch müsste der Westen über seinen Schatten springen und Russland " zu erkennen geben 'ohne Euch geht es nicht'". Die Einschätzung der Politikwissenschaftlerin: "Russland muss somit hofiert werden" und es sollte betont werden, dass Russland den Ukraine-Konflikt mit löse.

Doch daran, dass Putin wirklich zu Verhandlungen bereit ist, glaubt Fraktionsvize der CDU Andreas Schockenhoff jedoch nicht. Im rbb-Inforadio sagte er, Russlands Präsident habe auf dem G20-Gipfel in australischen Brisbane gezeigt, dass er in der Ukraine-Krise nicht verhandlungsbereit sei: "Putin hat im Grunde genommen seine Sicht der Dinge sehr klar und deutlich zum Ausdruck gebracht und ist dann abgereist. Er hat nicht verhandelt, er hat nicht die Hand ausgestreckt, er hat nicht die Bereitschaft gezeigt, wirklich jetzt eine gemeinsame Lösung zu finden", kritisierte ehemalige Koordinator der Bundesregierung für deutsch-russische Zusammenarbeit.

Deswegen seien die Sanktionen des Westens auch wichtig und ohne Alternative. Putin nichts entgegen zu setzen, könne keine Lösung sein: "Natürlich treffen die Sanktionen auch Deutschland, aber es geht darum, ob wir, nachdem wir eine militärische Antwort auf militärische Aggression ausgeschlossen haben, überhaupt reagieren. Oder ob wir sagen, wir wollen dem russischen Bären geben, was er will, um ihn zu besänftigen, damit er uns nicht frisst."

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