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Usedomer Musikfestival: Balten vereint beim Ostseemusikforum

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Selvadore RähniSelvadore RähniLebhaft, intensiv, überraschen – das sind die jährliche Konzerte von David Geringas beim Ostsee-Musikforum im Schloss Stolpe auf der Ostsee-Insel Usedom. Der litauische Cellist hat sich am 23. September zwei estnische Kollegen an der Klarinette und am Klavier als Partner gewünscht und hat zwei bekannte Künstlerkollegen, Kalle Randalu und Selvadore Rähni eingeladen.

Beide Esten sind mit Deutschland, besonderes mit Baden verbunden. Selvadore Rähni und seine Frau Tuuli Teder-Rähni kamen 1991 in die Bundesrepublik. Hier setzten die beide an der an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe ihr Studium fort.

Vollblut Klarinettist mit vielen Talenten
Selvadore Rähni wollte in der Kindermusikschule eigentlich Klavier lernen. Als er jedoch hörte, wie ein Mann Klarinette spielte, hat er sein Herz an diesen wunderbaren Instrument verloren - für immer.

Von 1983-1986 studierte Selvadore Rähni, genannt Selva, an der höheren Musikschule in Tallinn und bekam bald bei Wettbewerben etliche Preise. Schon als 16-Jähriger spielte der junge Este das Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Ein Jahr später gewann er als erster Klarinettist ein Probespiel bei der Tallinner Staatlichen Blaskapelle und einige Jahre später dann beim Baltischen Symphonieorchester St. Petersburg. Mit diesem Klangkörperkonzertierte Rähni nicht nur in Newa-Metropole, sondern auch in Paris. Damals, in der Sowjetzeit, war das für einen blutjungen Musiker eine große Ehre.

Nach Absolvierung der Musikschule studierte der begabte Klarinettist an der Estnischen Musikakademie (1986-1991) und beendete dort sein Studium mit Auszeichnung.

Dem begnadeten Musiker, der mehrere Instrumente beherrscht, wurde in seinen Heimat gleich nach Studium eine Lehrerstelle angeboten, das Paar Rähni-Teder entschied sich jedoch für eine Weiterbildung im Westen. Die bessere Hälfte der Selvadore, Tuuli Teder-Rähni ist eine ausgezeichnete Pianistin. Doch warum gerade Karlsruhe? In der badischen Metropole kannten sie schon Pianisten Kalle Randalu, der 1988 noch während der Sowjetzeit sein Heimat verlassen hatte und an der Musikhochschule Karlsruhe als Professor tätig war. So bot gerade diese Stadt für die Beiden eine Basis für den Anfang im Ausland.

Selvadore Rähni studierte in der badischen Metropole bei Professor Wolfgang Meyer im Fach Künstlerisches Aufbaustudium und Konzertexamen. Ein Jahr lang (1996-1997) unterrichtete der Este als Assistent von Professor Meyer. Sein Studium beendete der Klarinettist mit der Note „Summa cum laude“. Nebenbei nahm der Musiker regelmäßig noch Unterricht bei Professor Alain Damiens in Paris.

Ganze sechs Jahren verbrachte das sympathische und aufgeschlossene Musikerpaar in Hauptstadt von Baden. 1997 packten sie dann ihre Sachen zogen nach Japan. Selvadore Rähni hatte dort bei dem renommierten Sinfonieorchester Kyoto als Konzertmeister und Erster Soloklarinettist einen lebenslangen Arbeitsvertrag unterschrieben. Mit diesem Klangkörper spielte er Aufnahmen für die Schallplattenfirma Arte Nova sowie für Japanisches Fernsehen und Radio. Ökonomisch zahlte sich das Arrangement gut aus, doch die ständige Angst vor Erdbeben und nur eine Woche Ferien pro Jahr ließen das Musikerpaar mittlerweile an die Richtigkeit ihrer Entscheidung zweifeln. Vor allem, als ein Sohn in die Familie geboren und dadurch bewusst wurde, dass sie ihren Kindern ohne Möglichkeit längere Zeit aus Japan weg zu bleiben, Estland - die Heimat der Eltern - fernhalten würden.

Entsprechend fing Selvadore Rähni an, sich nach anderen Betätigungsfeld umzuschauen. Nach acht arbeitsreichen Jahren Musikerleben war er nicht abgeneigt die Orchesterarbeit ganz zu verlassen und als Musikpädagoge zu arbeiten. Für einen Instrumentalisten ist immer ein großes Risiko, ohne einen unbefristeten Vertrag zu arbeiten. Die Familie bekamen jedoch ein günstiges Angebot aus Island, wo Selvadore Rähni seitdem als Direktor und Lehrer einer Musikschule arbeitet und seine Frau Tuuli ebenfalls unterrichtet. In Island fand das Paar nach angespannten Jahren in Japan ihre Ruhe und Kraft für neue aufregende musikalische Projekte. Auch wurde auf der skandinavischen Insel noch eine Tochter in die Familie geboren.

Neben seiner Lehrtätigkeit gibt der Spitzenmusiker auch weiterhin als Einzelspieler Konzerte, wie jetzt auf dem Usedom. Als Solist und Kammermusiker waren seine wichtigsten Auftritte unter anderem mit verschiedenen Spitzenorchestern in Berlin, Moskau, Kyoto, Osaka, Tokyo und Tallinn. Als Kammermusiker konzertiert der Vollblutmusiker mit Stars wie Litauer David Geringas, Tsuyoshi Tsutsumi oder Michie Koyama. Selvadore Rähni gab auch Meisterkurse sowohl in Japan als in Deutschland.

Einen Film über die Musikerfamilie Rähni hat estnisches Rundfunk auf Island gedreht. Der Streifen ist in Estnisch.Kalle RandaluKalle Randalu

Kalle Randalu: Estland beliebtester Pianist
Kalle Randalu ist ebenfalls ein international gefragter Musiker. Der Pianist hat sein Handwerk in Tallinn bei Professor Bruno Lukk, selbst noch Schüler von Paul Hindemith und Leonid Kreutzer, gelernt. Lukk gilt als der führender Begründer der estnischen Klavierausbildung nach dem Zweiten Weltkrieg. Randalu hat sein Talent beim vielen renommierten Wettbewerben unter der Beweis gestellt. Er gewann schon 1971 unter anderem den Wettbewerb für junge Pianisten in der Tschechoslowakei. Zehn Jahre später wurde er der Este Preisträger des Robert-Schumann-Wettbewerbs in Zwickau. 1982 gewann Randalu Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau und drei Jahre später wurde er dann zum erster Preisträger des ARD-Wettbewerbs in München gekrönt.

Seit 1988 der lebt Pianist in Deutschland, er ist als Professor für Klavier an der Staatlichen Musikhochschule Karlsruhe tätig. Kalle Randalu musizierte mit vielen bekannten Orchestern und Dirigenten. Seine besondere Liebe gehört der Kammermusik, mit dem Ensemble „Villa Musica“ bekam er den Echo-Klassik Preis bekommen.

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