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„Ich bin beglückt...“ – Dirigentenlegende Kurt Masur stimmt auf 20. Jubiläum des Usedomer Musikfestivals ein

Kurt Masur (links) bekam 2010 „Echo-Klassik Preis“ für sein Lebenswerk. Außenminister a.D., Hans-Dietrich Genscher hielt für den Maestro die LaudatioKurt Masur (links) bekam 2010 „Echo-Klassik Preis“ für sein Lebenswerk. Außenminister a.D., Hans-Dietrich Genscher hielt für den Maestro die LaudatioNach seinem bewegenden Auftritt als Dirigent des Baltic Youth Philharmonic (BYP) beim Usedomer Musikfestival 2012, wird der Dirigentenlegende Kurt Masur am 13. September wieder nach Peenemünde kommen. Eine Woche vor Beginn der Jubiläumssaison stellt er die Teilnehmer seines internationalen Meisterkurses für junge Dirigenten vor. 

Kurt Masur, der vor kurzem 86 Jahre alt wurde, verfolgt die Entwicklung des BYP und des Usedomer Musikfestivals bereits seit vielen Jahren. Die Arbeit mit den jungen Musikern des Ostseeorchesters, das von der Nord Stream AG und dem Usedomer Musikfestival gegründet wurde, begeisterten den Orchesterleiter so sehr, dass er bereits im letzten Jahr ein zweites Konzert für das Jubiläumsjahr des Musikfestivals zusagte: „Die Musiker des Baltic Youth Philharmonic kommen aus zehn verschiedenen Nationen. Das ist schon ungeheuer interessant. Das BYP ist eine der besten Möglichkeiten für junge Menschen.“

Rund 100 der begabtesten Musikstudenten aus dem gesamten Ostseeraum versammelt das Orchester, das in diesem Jahr mit Gründungsdirigent Kristjan Järvi seine Tour in Russland startete. Zur Eröffnung des baltischen Länderschwerpunkts des Schleswig-Holstein Musik Festival veranlassten das BYP das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen. Im September kommen Sie mit Kristjan Järvi, dem Fagottisten Martin Kuuskmann (beide aus Estland) und Kurt Masur nach Usedom. 

Das Programm der jungen Musiker umfasst Werke von Komponisten rund um die Ostsee, insbesondere die energiegeladenen, rhythmischen Werke zeitgenössischer Komponisten begeistern sie. Dirigierstar Masur versucht in seinen Meisterkursen jungen Musikern auch andere musikalische Erfahrungen zu ermöglichen: „Allein schon festzustellen, in welcher Weise sie Mozart oder Beethoven verstehen, ist für den Dirigenten, das junge Orchester und für das Publikum interessant. Es ist auch der Grund warum ich Meisterkurse gebe, am liebsten mit jungen Orchestern.“.

Für das Sonderkonzert, eine Woche vor Festivalbeginn (6. September) hat der Maestro die große Sinfonie Nr. 4 von Anton Bruckner und im Wagnerjahr 2013 Richard Wagners Ouvertüren aus den Opern „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tannhäuser“ gewählt - „grandios theatralische“ Musik, wie er sagt, und eine neue musikalische Erfahrung an einem besonderen Ort: „Wenn ich beispielsweise Wagner als Programmbestandteil wähle, dann weiß ich, dass für ein junges Orchester Wagner eine gewisse Ferne darstellt. Wagner ist nunmal deutsch oder sagen wir seine Grundhaltung. Ein bisschen theatralisch für manchen.

Für mich war er als junger Dirigent zu theatralisch. Ich habe sehr oft am Anfang gar nicht soviel Wagner dirigiert, was sich später geändert hat.“ Der Dirigent, der während der politischen Wende in Deutschland zur Gewaltlosigkeit aufrief, möchte den internationalen Nachwuchsmusikern auch den verantwortungsvollen Umgang mit Orten und Werken näher bringen. Gerade in der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde sei dabei besondere Sensibilität gefragt.

Zugleich warnt Maestro Masur davor Musik für politische Zwecke zu missbrauchen: „Die Brucknersche Sprache hat ja nichts mit Hitler zu tun und Wagner auch nicht, er wurde nur missbraucht in der Richtung.“ Musik überwindet Grenzen, versöhnt und führt die Menschen zusammen, davon ist Kurt Masur überzeugt. Gerade die jungen Musiker des BYP hätten die besten Chancen diese Botschaft mit musikantischer Spielfreude und voller Enthusiasmus auch über die Grenzen des Ostseeraums zu tragen: „Die jungen Musiker begreifen das so intuitiv und so schnell. Wenn man Geduld hat und versucht die Botschaften der Musik ihnen so nahe zu bringen, dass man sagen kann, gut, wir wollen einander verstehen, wie wir das zu interpretieren haben. (...) Aus solchen Begegnungen hab ich am meisten gelernt, für mein ganzes Leben.“

Weitere Nachrichten über das Usedom-Musikfestival: www.usedomer-musikfestival.de

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