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Dirigent Tarmo Vaask und seine Meistersinger

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Tarmo VaaskTarmo VaaskVon Tauno M. Lang und Kaie Heilander, München

„Ich singe mit, wenn alles singt und lasse was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen“, so lautet eine Verszeile aus dem bekannten Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud…“ von Paul Gerhardt. Fast ist man versucht zu sagen, der Barockdichter hat diese Worte auch für den Esten Tarmo Vaask geschrieben. Warum auch nicht, denn der zukünftige Spitzenmusiker aus Estland hat die uralte Gesangstradition seiner estnischen Heimat bereits mit der Muttermilch eingesogen. Der Chorgesang und die Volkslieder haben ihn also von Kindesbeinen an entscheidend geprägt und spätestens nach der umfassenden Ausbildung am Musikgymnasium war seine Profession ohne Wenn und Aber, geradezu natürlich, vorgezeichnet: Ein Leben mit und für die Musik!

Ein Leben mit und für die Musik
Als Musikstudent in Tallinn hat Tarmo Vaask weltbewegende Zeiten miterlebt. In die Geschichte sind sie als „Singende Revolution“ eingegangen, als am 11. September 1988, also vor genau 25 Jahren, Rahvarinne („Volksfront“ als demokratische Oppositionsbewegung) es im Handumdrehen vermocht hat, auf dem Lauluväljak (Sängerfestplatz) 300.000 Estinnen und Esten zum „Eesti Laul“ („Das Estnische Lied“) zu versammeln. Eine friedliche Demonstration für Freiheit und zur Wiedererlangung der staatlichen Souveränität vor dem Hintergrund der Gorbatschow’schen Perestroika (Umgestaltung) und von Glasnost (Offenheit), aber unter den strengen Augen der Sowjetmacht in Estland - das war mehr als nur mutig, es war einzigartig! Mag sein, dass Posaunen die Mauern der biblischen Stadt Jericho einstmals zum Einsturz gebracht haben, aber die Esten haben mit ihrem machtvollen Gesang -unter Gefahr für Leib und Leben- wesentlichen Anteil daran, dass ein ganzes Imperium ins Wanken gekommen ist und letztlich zu Fall gebracht wurde. Der Beginn der umwälzenden Ereignisse vor 25 Jahren sind für Tarmo Vaask bis heute präsent mit dem Alo Mattiisen-Lied „Eestlane olen ja eestlaseks jään…„ („Ich bin ein Este und bleibe ein Este“) und es hält ganz besondere Erinnerungen an diese „ver-rückte Zeit“ wach.

Nach seinem Studienabschluss in den Fächern Chor- und Orchesterleitung an der Estnischen Musikakademie in Tallinn 1992 und ersten Engagements u.a. an der Nationaloper Estonia mit „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini und „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, hat der Vollblutmusiker Vaask ein weiterführendes Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart aufgenommen. Er absolvierte erfolgreich Dirigierkurse u.a. bei internationalen Taktstockgrößen wie John Eliot Gardiner, Helmuth Rilling und Neeme Järvi, um Engagements als Künstlerischer Leiter, Chordirektor und Kapellmeister bei Orchestern oder Vokalensembles wie in Freiburg, Schwäbisch Gmünd, Heidelberg, Thüringen, Bremen und Bern mit Verve zu übernehmen. Sein künstlerisches Schaffen reicht von der Barockmusik bis zu zeitgenössischen Opernwerken, wie auch die Uraufführung „Gegen die Wand“ von Ludger Vollmer unter seinem Dirigat am Theater in Bremen.

Chordirektor am Staatstheater Nürnberg
Seit 2011 ist Tarmo Vaask Chordirektor mit Dirigierverpflichtung als Kapellmeister am Staatstheater Nürnberg engagiert und mittlerweile eine feste Größe im Mehrspartenhaus. Dabei ist sein Repertoire breit gefächert mit Werken wie „Aida“ (Giuseppe Verdi), „Carmen“ (Georges Bizet), „Die Fledermaus“ (Johann Strauss), „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Richard Wagner), „Orpheus in der Unterwelt“ (Jacques Offenbach) , „Rusalka“ (Antonín Dvořák), „Im weißen Rössl“ (Ralph Benatzky) und vielen anderen mehr. Das verrät schon, dass er als Chef von jedem einzelnen Sänger seines Opernchores eine stilsichere Versiertheit in der Darstellung abverlangen muss, um die Bandbreite von der Barockoper bis zur Moderne sowie die Facetten der Spieloper als auch des Musicals vollendet zu gestalten. Bereits nach einer ersten Chorprobe wird für ihn deutlich erkennbar, welche Qualitäten eine Frauen- oder Männerstimme in der lyrischen, dramatischen oder buffonesken Färbung anbieten kann, um sich in den geforderten Gesamtklang zu integrieren. Diese professionelle Strenge bestätigt der Erfolg.

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