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Mit Mozarts in Bruchsal

Jason Kim, Tenor, als „Tamino“Jason Kim, Tenor, als „Tamino“Von Aino Siebert

Geplant war ein Abend im hochsommerlichen Bruchsaler Schlossgarten, der farbenprächtig angestrahlten fürstbischöflichen Residenz des 18. Jahrhunderts. Leider spielte das Wetter nicht mit, wegen einer Unwetterwarnung wurde die große Mozart-Gala kurzfristig in das Bürgerzentrum am alten Schloss verlegt.

Werke aus Barock und Frühromantik von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und seinem Vater Leopold (1719-1787) klangen im geschlossen Raum ebenso bezaubernd, obwohl zugegeben, ein wunderschönes Schloss als Kulisse für das anziehende Repertoire den musikalischen Höhepunkt vertieft hätte.

Die Veranstalter und Musiker gaben jedoch am diesem stürmischen Sonntag ihr Bestens und so vergaß auch das Publikum im vollen Saal des Bürgerzentrums schnell den vom launischen Wettergott verregneten Start in den Konzertabend. Alle lauschten den charmanten Klängen als musikalische Erinnerung an den 250. Jahrestag der sogenannten Großen Wunderkindreise, welche im Juli 1763 die Familie Mozart unter anderem an den Hof in Bruchsal führte.

Bruchsaler Barockensemble unter Leitung v. Prof. Dr. Dr. Johann J. BeichelBruchsaler Barockensemble unter Leitung v. Prof. Dr. Dr. Johann J. BeichelUnter musikalischer Leitung von Professor Dr. Dr. Johann J. Beichel (geboren 1949 in Heidelberg) spielte das Bruchsaler Barockensemble (im Vorprogramm Ensemble der Musik- und Kunstschule Bruchsal) leidenschaftlich diverse Aufführungen von Mozart Senior und seinem Wunderknaben Wolfgang Amadeus. Als Solist war hier Simon Höfele (Trompete) zu hören. Es gab eine gute Gelegenheit, den Vater mit seinem berühmten Spross zu vergleichen. Mit einem Überraschungseffekt, denn Leopold Mozart, der seit 1743 in Salzburg als Musiker arbeitete und zuletzt die Position des Vizekapellmeisters erreichte, wird zu wenig Anerkennung entgegengebracht. Unter seinen rund 250 erhalten gebliebenen Kompositionen finden sich außer Messen, kleineren Kirchenmusikwerken und Liedern auch Konzerte, Klavierwerke und Sinfonien. So wünscht man, dass andere Orchestern ebenfalls mehr Mut hätten, die Werke von Papa Mozart aufzuführen. Es wäre eine Bereicherung der Musikwelt.

Daniela Koehler, Sopran, „Papagena“Daniela Koehler, Sopran, „Papagena“Nach der Pause war die Erwartung groß, denn auf der Programm standen Ouvertüren, Szenen und Arien aus der bedeutenden Oper von Wolfgang Amadeus Mozart „Die Zauberflöte“. Das Libretto stammt von Emanuel Schikaneder und ist immer mit Genuss zu hören. Das etwa dreistündige Originalwerk zählt zu den weltweit bekanntesten und am häufigsten inszenierten Bühnenstücken. Die Arien, zu denen unter anderem Der Vogelfänger bin ich ja, Dies Bildnis ist bezaubernd schön und der Gesang der Königin der Nacht Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen zählen, sind auch denjenigen bekannt, welche die Oper, die den Zeitgeist der Wiener Klassik unterbreitet, noch nie gesehen haben. Die Entstehung des Werkes als auch dessen Musik sind mit der Freimaurerei eng verbunden. Dies zeigt sich besonders in der Arie des Sarasto O Isis und Osiris. Sowohl Mozart Junior als auch Librettist Schikaneder gehörten dieser Vereinigung an, welche ethischen Grundideale wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität vertritt.

Schloss Bruchsal am RegentagSchloss Bruchsal am RegentagAls Ausführende waren die deutschen Sopranistinnen Jennifer Riedel (unter anderem Arie der „Königin der Nacht“) und Daniela Köhler (Partien der „Papagena“ und der „Pamina“) zu erleben, begleitet von männlichen Stimmen: Jason Kim aus Südkorea (Tenor als „Tamino“), Andres Finden (australischer Bariton als „Papageno“) und dem Deutschen Florian Kotschak (Bass, Partie des „Sarasto“), dessen Gesang das Publikum mit langem warmen Applaus honorierte. Der Beifallssturm gehörte auch dem Ensemble und seinem engagierten Leiter.

Die Bruchsaler Klassik Open Air wurde aus den lokalen Barocktagen geboren, die schon vor 30 Jahren ihren festen Platz in der Kulturleben des Stadt haben. Die Veranstaltung kam auch in diesem Jahr Dank vielen großzügigen Spenden zustande.

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

www.schloss-bruchsal.de

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