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Litauischer Designerschmuck in Berlin

Schmuck von Eglè Čéjauskaitè-GintalèSchmuck von Eglè Čéjauskaitè-GintalèVon Ülo Salm, Berlin

Die in Berlin –Charlottenburg beheimatete Galerie Showraum TROFEJAS hat sich dank der Vorliebe ihrer Inhaberin Giedre Bartelt für „Gebrauchskunst“ (aber nicht nur) zu einem Treffpunkt für Liebhaber dieses Genres, insbesondere von Designerschmuck, entwickelt.

Am 15. März eröffnete die Galerie, deren Schwerpunkt auf Kunst und Design aus dem Baltikum liegt, unter der Wortbezeichnung „Spuren“ eine Ausstellung mit Werken von fünf Künstlern aus der litauischen Heimat der Galeristin. Sie präsentieren eine sehr breite Palette von Schmuckkreationen – von zart und filigran bis massiv.

Der Designer Benas Staškauskas hat Schmuck für Trägerinnen kreiert, die über Mut und Extravaganz verfügen. Halsschmuck und Ringe sind aus Materialien wie Lava, Kohle und Beton, kombiniert mit Eisen, Gold, Silber und Plastik, gearbeitet. Sie sind wuchtig und dominant, fast maskulin. Der Kunststoff ist kaum als solcher zu erkennen. Man denkt eher an Bergkristall oder weißen Bernstein, aus dem die Stücke herausgefräst sein könnten.

Das Kontrastprogramm wird von den vier Schmuckkünstlerinnen Birutè Stulgaitè, Šarūnè Vaitkutè, Vita Pukštaitè-Bružè und Eglè Čéjauskaitè-Gintalè präsentiert. Allerdings haben sich die vier Damen keineswegs dem Konventionellen verschrieben – im Gegenteil.

Bernstein ist seit Jahrtausenden fast auf unserem ganzen Planeten als Schmuck beliebt und begehrt. In Europa sind die Vorkommen dieses Naturjuwels an der südlichen Ostseeküste und den baltischen Küsten die bekanntesten. Der baltische Bernstein war schon in der Antike ein begehrtes Handelsobjekt und gelangte so von der Ostsee bis in den Mittelmeerraum.

Kein Wunder also, dass sich Bernsteinverarbeitung in nahezu allen Arbeiten findet. Zitat Stulgaitè zu ihren Arbeiten: „Ich frage, was der Bernstein will“. Die Aussage steht stellvertretend für die anderen und all jene, die sich vom Material und seiner lebendig anmutenden Wärme angezogen fühlen. Stulgaitè arbeitet dennoch bevorzugt mit Silber und Naturmaterialien, wie Leder Rosshaar, Holz und Papier. Bernstein, Silber, Gold, Edelsteine und Emaille, aber auch Mammut- und Walross-Stoßzahn sind die Basis für die Schmuckstücke Pukštaitè-Bružè’s, mit denen Abbildungen von Blumen und anderen Pflanzen geschaffen werden.

Obwohl modern, sprechen die Kreationen Vaikutè’s auch den konservativen Geschmack an, was unter anderem daran liegen dürfte, dass sie Gold, Silber, Edelsteine, Bernstein und viel Perlen zu großzügig und gleichzeitig mitunter minimalistisch gestalteten Schmuckstücken verarbeitet. Silber als Hauptmaterial, aber auch Gold, Edelsteine, Korallen, Bernstein und Mammutstoßzahn findet sich schließlich bei Čéjauskaitè-Gintalè, deren Schmuckstücke Reminiszenzen an Strick- und Häkelarbeiten wecken und damit auch etwas flächiger sind. Insgesamt haben alle Künstlerinnen durchweg wunderschöne und auch für eher zurückhaltende Geschmäcker sehr Tragbares geschaffen.

Alles in allem ist die nordische Herkunft der Schmuckstücke nicht zu verkennen, zum einen wegen der verwendeten Materialien, zum anderen wegen des Fehlens jeder südländischen dekorativen Üppigkeit. Umso sehenswerter ist das Ganze. Schade nur, dass die Galerie ihre Ausstellungen in aller Regel nur sehr kurze Zeit laufen lässt. „Spuren“ stand dem Publikum nur vom 16. bis zum 20. März offen. Es sei angeraten, sich über die Programme der Galerie im Internetsachkundig zu machen. Es lohnt sich.

Foto: © Galerie Trofejas

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