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Schmuck und Fotos aus Estland

 

Schmuckdesignerin Ilona Treiman und Fotokünstler Mark KovalenkoSchmuckdesignerin Ilona Treiman und Fotokünstler Mark KovalenkoVon Ülo Salm, Berlin

Unter dem Titel „Personal Touch 2“ lief bei der Galerie Showroom Trofejas in Berlin leider nur anderthalb Wochen (bis zum 4. März) eine Ausstellung mit Werken der estnischen Schmuckdesignerin Ilona Treiman und des estnischen Fotokünstlers Mark Kovalenko. Sie war wieder einmal initiiert und organisiert vom umtriebigen Kulturattaché der Estnischen Botschaft, Harry Liivrand.

Ilona Treiman, im Jahr des Berliner Mauerbaus in Tallinn geboren, seit der großen politischen Wende in Finnland lebend, hat ihre Grundausbildung als Schmuckkünstlerin an der Tallinner Kunstakademie genossen. An der Universität für Industriekunst in Helsinki hat sie nach einem Jahr weiterbildender Studien dort noch drei Jahre Kunstpädagogik studiert und anschließend im dortigen Erwachsenenbildungs-Zentrum ein Training in digitalem Management absolviert. Bislang war ihre Karriere erstaunlich erfolgreich. Neben ihren Beratungs- und Lehrtätigkeiten in Estland und Finnland hat sie ein umfangreiches Werk hervorgebracht. Es ist in etlichen Museen in Estland und Finnland zu sehen wie auch in privaten Sammlungen in Europa und Übersee zu finden. Ausstellungen gab es in den vergangenen drei Jahrzehnten in vielen Ländern Europas, des Fernen Osten und in den USA.

Ein Teil des von Ilona Treimann hergestellten Schmucks besteht aus natürlichen Materialien, wie Holz, anderen pflanzlichen Stoffen und Steinen – machen recht roh – und huldigt der finnischen Tradition, sehr Naturnahes herzustellen. Andererseits werden die ausgestellten Stücke denen gerecht, die Klassisch-Modernes bevorzugen und es für eher tragbar halten. Originelle Formen, wie menschliche Körper in Gestalt von Ringen, erregen besondere Neugier und Aufmerksamkeit.

Die Ausstellung trug die Überschrift „Personal Touch“ – keineswegs willkürlich. Ilona Treiman will ihr emotionales Engagement angesichts der besorgniserregenden Entwicklungen in der Natur ausdrücken und den Betrachter anregen, sich Gedanken darüber zu machen. Im persönlichen Gespräch zeigt sich die Künstlerin aber überaus charmant und fern jeder Motivation, den Gast in irgendeiner Weise gesellschaftspolitisch zu überzeugen.

Ein personal touch kommt auch in den Bildern von Mark Kovalenko zur Geltung. Der 1984 in der estnischen Universitätsstadt Tartu Geborene ist eigentlich Bauingenieur und hat die meiste Zeit seines noch jungen Lebens auch in diesem Beruf gearbeitet. Seinen künstlerischen Neigungen gab er im Jahre 2013 nach, als er an der Estnischen Kunstakademie Grafisches Design zu studieren begann. Schon im Oktober 2015 hatte er in München seine erste Auslandsausstellung, verbunden mit dem Erfolgserlebnis, dass ein Besucher kaufte. Kovalenkos Bilder sind außerdem mehrfach in deutschen und estnischen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht worden. Er arbeitet auch erfolgreich mit Film und Theater in Estland wie auch der dortigen Musikakademie zusammen.

Kovalenkos Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind insgesamt dunkel. Sie zeigen menschenleere urbane Räume, düster und deprimierend für empfindsame Gemüter. Ein Teil der ausgestellten Fotografien sind Selbstporträts. Sie beweisen, dass Kovalenko es meisterhaft versteht, mit Licht und Schatten umzugehen. Die Bilder strahlen Ernst und Melancholie aus und entsprechen der Gesamtausstrahlung aller gezeigten Werke. Wer nun denkt, der Autor sei ein trauriger und in sich gekehrter Mensch, irrt. Seine Bilder stehen ganz im Gegensatz zu seinem sehr freundlichen Wesen und seiner angenehm zurückhalten-kommunikativen Art. Eine erfolgreiche künstlerische Karriere kann erwartet werden.

Foto: © Harry Liivrand

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