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Ein wunderbares Benefizkonzert für Rigaer Petrikirche in Berlin

Petrikirche (lett. Svētā Pētera baznīca) in RigaPetrikirche (lett. Svētā Pētera baznīca) in RigaVon Klaus Wittmann

Der renommierte Dresdener Orgelbaumeister Kristian Wegscheider hat die prächtige Amalien-Orgel in der Berlin-Karlshorster Kirche „Zur frohen Botschaft“ renoviert. Weil er auch die Rekonstruktion der Kloosen-Orgel von 1734 in der Petri-Kirche in Riga beabsichtigt, ergab es sich, dass der Förderkreis Amalien-Orgel und die Evangelische Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lichtenberg für diesen Zweck Mitte März in der Gotteshaus ein eindrucksvolles Benefizkonzert veranstalteten, das „Konzertfest für Riga“. Dazu hieß es im Gemeindebrief: „Der Förderkreis sieht diesen Vorschlag sehr positiv, auch angesichts der Tatsache, dass wir für die Restaurierung unserer Orgel selbst viel uneigennützige Hilfe erfahren durften.“

Das Publikum begrüßten Dr. Franz Bullmann als Vorsitzender des Förderkreises und Baronin Babette von Sass, die Initiatorin des Projekts für ihre Heimatstadt Riga.

Hauptträger der Veranstaltung waren zwei prominente Mitglieder des Stiftungsrats der „Orgelstiftung Petrikirche Riga“: der Organist Professor Klaus Eichhorn und Rudite Livmane-Lindenbeck, Kantorin der Alten Pfarrkirche in Berlin-Pankow. Drei 45-Minuten-Blöcke ganz unterschiedlicher, begeisternder Musik wurden unterbrochen durch Gespräche und großzügige Bewirtung seitens Gemeinde und Förderkreis.

Zunächst brachten Klaus Eichhorn an der Orgel und die von ihm geleitete Capella Cantorum sowie Irena Kisselowa, Barockvioline, Doppelchörige Musik und Instrumentalstücke von Leo Hassler (1564-1612) dar. Die sieben Sänger sangen einfühlsam, stimmschön, tonsicher und hochmusikalisch. Es folgten unter dem Motto „…mit saitten und pfeiffen“ wieder Eichhorn und Kisselowa mit Violin- und Orgelsolomusik des 17. und 18. Jahrhunderts (Froberger, Corelli, Bach) mit dem absoluten Höhepunkt der „Suonata prima“ von Johann Kuhnau (1660-1722) aus der „Musicalischen Vorstellung einiger biblischer Historien“ (Biblische Sonaten) von 1700: „Il Combat-timento trà David e Goliath“, wo in früher „Programmmusik“ der Kampf zwischen David und Goliath geradezu spannend lautmalerisch von der Orgel geschildert wird, was die von Kristian Wegscheider vorgetragenen archaischen, wortmächtigen, bildkräftigen Texte der Einführung Kuhnaus untermauerten.

Im dritten Abschnitt kamen Rigaer Komponisten des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts zur Aufführung mit Rudite Livmane-Lindenbeck an der Orgel und dem virtuosen Flötisten Gerrit Fröhlich. Kompositionen von Georg Michael Telemann, Johann Gottfried Müthel und Carl Philipp Emanuel Bach wurden aufgeführt, mit der Sonate D-Dur für Querflöte und Basso Continuo von Johann Gottfried Müthel (1728-1788, von 1767 bis zu seinem Tode Organist an St. Petri) als großartigem Höhepunkt.

Mit diesen drei Konzertteilen war das „Konzertfest für Riga“ aber noch nicht zu Ende, denn nun kam – in seiner Begeisterung ansteckend - der Orgelbaumeister Kristian Wegscheider zu Wort mit einem Vortrag über die Restaurierung und Rekonstruktion von Orgeln. Er sprach von den spannenden Spuren, die bei der Restaurierung von alten Orgeln oft überraschend auftauchen, beschrieb die Arbeiten an der Amalien-Orgel und viele andere Projekte seiner Werkstatt, nicht zuletzt auch die Forschungsanstrengungen, die um der Authentizität willen erforderlich sind.

Dies gilt besonders für das Projekt, dem ja die Benefizveranstaltung gewidmet war: die Barockorgel der Petrikirche in Riga, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1984 wieder aufgebaut worden war, aber ohne Orgel. Diese wieder zu erbauen hat sich die Orgelstiftung Petrikirche Riga e.V. zum Ziel gesetzt, dafür sammelt sie Spenden, dafür kann man „Pate“ einzelner Orgelpfeifen werden. Und dafür setzt sich dieser in vielen ähnlichen Projekten erfahrene Orgelbauer ein, dessen Engagement regelrecht auf das Publikum „übersprang“.

Kirchengemeinde und Förderkreis Amalien-Orgel ist für ihre Bereitschaft zur Unterstützung unseres Projekts sehr zu danken. Wer sich ihnen anschließen möchte, kann das durch Spenden auf das Konto der Stiftung tun:

SEB Riga Latvija: Swift: UNLALV2X , LV 15 0050 0167 6538 2
oder in Deutschland
Berliner Volksbank, IBAN: DE 71 1009 0000 2081 1800 27 BIC: BEVODEBB,
Stichwort „Orgel Petri-Kirche Riga“ (Spendenbescheinigungen werden erteilt).

Info:

Die Petrikirche (lett. Svētā Pētera baznīca), errichtet im Stil der Backsteingotik, befindet sich im Zentrum der Rigaer Altstadt. Das Gotteshaus wurde 1209 erstmals erwähnt und diente der Gemeinde, bestehend aus Hansekaufleuten und den Handwerkerzünften, als Gebetshaus und Versammlungsort. Seitdem wurde die Kirche mehrmals restauriert und umgebaut. Zum letzten Mal 1973, dabei wurde ein elektrischer Aufzug eingebettet, der Besucher auf die zweite Galerie des Turmes in 72 Metern Höhe bringt. Heute ist der Dachstuhl des Turmes zur Vermeidung weiterer Brände aus Eisen gefertigt. Beim Neubau wurde in 51 Meter Höhe wieder eine Turmuhr eingebaut, sie gleicht dem Vorgängerwerk von 1746 und spielt alle drei Stunden eine lettische Volksweise.

Foto: liveriga.com

 

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