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Arvo Pärt traf Michail Chodorkowski in Zürich

Der bekannteste Komponist Estlands, Arvo Pärt (78) hat zum ersten Mal Michail Chodorkowski (50) getroffen. Der Este hat 2008 seine Sinfonie Nr. 4, „Los Angeles“ dem Putin-Kritiker gewidmet. Das Musikstück wurde vom Zürcher Kammerorchester aufgeführt, den die estnische Dirigentin Anu Tali leitete. Als Solist war Sergei Nakariakow, ein der bekanntesten russischen Trompetenspieler zu hören .

In der Zeitung „Blick“ brachte Chodorkowski vor: „Von der Sinfonie habe ich im Gefängnis erfahren. Natürlich war ich sehr stolz. Es war für mein Überleben wichtig, dass Persönlichkeiten wie Arvo Pärt an mich dachten – und dass sie mit ihrer Arbeit auf mich aufmerksam machten. Ich stand das Gefängnis durch, weil andere mich nie vergassen.“

20. Dezember 2013 hat russische Präsident Wladimir Putin seinen Erzfeind begnadigt. Fünf Tage später wurde bekannt, dass das Oberste Gericht Russlands zwei gegen Chodorkowski verhängte Urteile überprüfen lässt. Seit seinen Freilassung hält der Begnadigter sich in der Schweiz auf. Im Januar wurde dann auch der Freund und Kompagnon des ehemaligen Milliardärs, Platon Lebedew (57) nach mehr als zehn Jahren Haft entlassen.

Zu den Ereignisse auf der Halbinsel Krim sagte der frühere Oligarch und Chef des heute insolventen Ölkonzerns Yukos: „Für mich – wie für die meisten Russen und Ukrainer – spielen sich derzeit surrealistische Dinge ab. Gesprengt werden die Grenzen der Realität. Politiker haben inkompetent gehandelt. Deshalb droht sogar ein ethnischer Konflikt zwischen Russen und Ukrainern. Betroffen sind Millionen russisch-ukrainische Familien. Auf dem Spiel steht das internationale Ansehen unseres Landes. Für die innenpolitische Situation hat das schwerwiegende Folgen.“

Michail Chodorkowski baute nach der Zerfall der Sowjetunion ein Energieimperium auf. 2003 wurde er verhaftet, zwei Jahre später wegen Geldwäscherei, Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrugs verurteilt. Das Urteil wurde als politisch motiviert eingeordnet, denn der Milliardenschwere Oligarch traute sich den Kremlchef Putin zu wiedersprechen. Auch hat der damals wohl reichster Mann Russlands angesichts der bevorstehenden Duma- und Präsidentenwahlen mehrfach verkündet, dass er nicht nur Parlamente, sondern auch Wahlergebnisse kaufen könne. Am 19. Februar 2003 gerieten Chodorkowski und Putin vor laufenden Fernsehkameras über die Frage der Korruption heftig aneinander. Mit diesem Kontroverse begann die Tragödie, der mit zehn Jahre Haft für der Kreml-Kritiker endete.

Nach der Vorstellung in Zürich stieg Arvo Pärt auf die Bühne und gab dann den stürmischen Applaus weiter an Chodorkowski. Man kann davon ausgehen, dass die beide Männer sich gut verstehen. Denn auch Pärt war bis zu seine Ausreise aus der Sowjetunion 1980 auf rote Terror ausgesetzt, seine Musikdichtungen waren in der kommunistischen Estland verboten. Pärt hat außerdem am 7. Oktober 2006 ermordeten russischen Journalistisch Anna Politkowskaja mit seinen Musik gedacht. Die Aufführung seiner Werke in der Konzertsaison 2006/2007 widmete der Este den mutigenFrau, die mehrmalig die Politik Putins kritisiert hatte.

Von Zürich nach Kiew
Aus Zürich ist Chodorkowski nach Kiew gereist. Dort besuchte er heute in Begleitung von früheren Innenminister Juri Luzenko die Demonstranten auf dem Maidan. Ehemalige politische Gefangene von Putin sprach mit Mitgliedern der ukrainischen Selbstverteidigungskräfte, die bis zum nächsten Parlamentswahlen am 25. Mai auf der zentralen Platz bleiben möchten. Mit einer emotionaler Rede hat Chodorkowski auf dem Maidan Russen und Ukrainer zum Einlenken im Krim-Konflikt aufgerufen. „Für Ukrainer und Russen existiert nur der einheitliche Weg der europäischen Entwicklung“, sagte er vor Zehntausenden Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz. Er warf Moskau eine Verdrehung von Tatsachen vor. „Die russische Propaganda lügt wie immer.“

 

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