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Baltische Staaten vereinbaren Fertigstellung von „Rail Baltica“

Bahngleis - SymbolbildEstland, Lettland und Litauen haben am 31. Januar in Tallinn ein Abkommen über die Fertigstellung des umstrittenen Eisenbahnprojektes „Rail Baltica“ unterschrieben. Damit wurden die Fristen, die konkrete Route und technische Details der Nord-Süd-Schienentrasse festgelegt. „Rail Baltica“ soll die drei baltischen Staaten mit Westeuropa verbinden. Das Schienennetz soll 2025 fertig sein, doch die Verbindung nach Warschau in Polen soll erst bis 2030 stehen. Die Vereinbarung muss noch von den Parlamenten Estlands, Lettlands und Litauens ratifiziert werden.

Über das Projekt, das schon 1994 ins Leben gerufen wurde, wird seit Jahren diskutiert, vor allem darüber, welche Städte die Bahn verbinden soll. Verschiedene Meinungen und Wünsche verhinderten eine rasche Durchführung des Projektes. Nach dem Stand von 2012 wurde ein Baubeginn für 2018 und die Fertigstellung für 2023 angestrebt.

Die Trasse von Tallinn nach Warschau soll elektrifiziert und zweispurig in der in Westeuropa üblichen Normalspurweite von 1435 Millimetern ausgebaut werden. Die Gesamtlänge wird mindestens 950 km betragen. Im Gespräch steht zudem eine Verlängerung von Tallinn nach Helsinki durch einen rund 80 Kilometer langen Tunnel unter dem Finnischen Meerbusen. An der neuen Nord-Süd-Transportachse soll eine Vielzahl sogenannter intermodaler Knotenpunkte entstehen. Es handelt sich um Güterzugs-Umschlagplätze für den Wechsel von der westeuropäischen auf die russische (1520 mm) Spurweite. Die Gleise verbinden so das Baltikum und dessen Ostseehäfen mit Russland. „Rail Baltica“ könnte aber auch dem Güterverkehr mit Ostasien zu einer Expansion verhelfen.

Im Personenverkehr kommen „Rail Baltica“ die direkten Anschlüsse an die Flughäfen Kaunas und Riga zugute. Das aus der Sicht der Gesamtstreckenführung abseits liegende Vilnius erhält einen separaten Anschluss an die neue Strecke.

Der Gastgeber, Estlands Premierminister Jüri Ratas (Zentrumspartei), würdigte bei der Abkommenunterzeichnung, wie auch seine Amtskollegen Māris Kučinskis (Lettland) und Saulius Skvernelis (Litauen) das Bahnprojekt, das „zur Förderung der Volkswirtschaften der Länder wichtig“ sei.

Bei der Unterzeichnung war auch der aus Polen stammende EU-Ratspräsident Donald Tusk dabei. Tusk sagte dem Projekt die finanzielle Unterstützung der EU zu. Die Kosten des Bahntrassenbaues werden auf 3,7 Milliarden Euro geschätzt. Man rechnet pro Jahr mit rund zwei Millionen Bahnreisenden. (asie/tmich)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt

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