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Fährhafen Sassnitz-Mukran erlebt Aufschwung im Russlandverkehr

Die Petersburg beim Einlaufen in den Fährhafen SassnitzDie Petersburg beim Einlaufen in den Fährhafen SassnitzObwohl Medienberichten zufolge wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland die deutschen Exporte dorthin seit 2012 sich halbiert haben, meldet der Fährhafen Sassnitz in einer Pressemitteilung, dass das Unternehmen momentan einen unerwarteten Boom im Fährverkehr mit Russland erlebt. Ab sofort legt die „Petersburg“ dreimal wöchentlich in Sassnitz-Mukran an, was einer Verzwölffachung im Vergleich zum Vorjahresniveau entspricht. Das erste Anlaufen des Hafens ist bereits für 22. Februar geplant. Ein Grund für die aktuelle Entwicklung ist die Schließung der polnischen Grenzen für russische Lastwagen aufgrund von Transitstreitigkeiten.

Sassnitz ist ein staatlich anerkannter Erholungsort an der Ostsee. Er liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen und gehört zum Landkreis Vorpommern-Rügen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Der Ort ist vor allem wegen seiner Kreidefelsen bekannt. Der Fährhafen liegt im Ortsteil Mukran an der Prorer Wiek im Osten der Insel. Der Hafen wurde 1986 als Fährhafen Mukran speziell für die Fährverbindung nach Klaipèda in Litauen in Betrieb genommen.

Zweite logistische Riesenaufgabe

Der Fährhafen muss schon zum zweiten Mal eine logistische Riesenaufgabe lösen, denn auch während des Abzuges der sowjetischen Truppen aus der wiedervereinten Bundesrepublik musste Sassnitz für Polen einspringen, denn Warschau verlangte von Moskau für den Truppentransit Geld, das Russland nicht zu zahlen bereit war. Der Abzug der Roten Armee aus Ostdeutschland dauerte insgesamt drei Jahre und elf Monate. Er umfasste 550.000 Personen, davon 380.000 Soldaten und 170.000 Zivilisten, verteilt auf 1062 Standorte. Neben Armeeangehörigen mussten noch 123.629 schwere Waffen und sonstiges militärisches Gerät, insgesamt eine Last von 2,7 Millionen Tonnen, nach Russland zurückgebracht werden. Jedes Jahr war es nötig, dafür 40.000 Eisenbahnwaggons bereit zu stellen. Die Waggons wurden in Rostock, Wismar und Sassnitz-Mukran auf Fähren verladen. Die letzten russischen Soldaten verließen die ehemalige DDR, wo sie 40 Jahre lang gedient hatten, am 31. August 1994 (Das Baltikum-Blatt berichtete).

Harm Sievers, der Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH betont: „Wir sind bereit für die Ausweitung des Fährverkehres und haben die Kapazitäten, um diesen abrupten Anstieg reibungslos zu bewältigen. Hierbei kommt uns unsere langjährige Erfahrung im Russlandverkehr zugute.“

Die „Petersburg“, die zukünftig Montag, Donnerstag und Samstag im Fährhafen anlegen wird, kann bis zu 80 Lastkraftwagen aufnehmen. Das Schiff pendelt zwischen Sassnitz und Baltijsk, dem Vorhafen der russischen Enklave Kaliningrad (ehemals Königsberg), der zugleich kürzesten Seeverbindung zwischen Russland und Deutschland. In der Vergangenheit war die anfänglich positive Entwicklung des Fährverkehres zwischen Sassnitz und der nördlich der Nordostspitze Estlands gelegenen russischen Halbinsel Ust-Luga aufgrund der Russlandkrise und des schwachen Rubels ausgebremst worden. Zuletzt legte die „Petersburg“ nur noch einmal im Monat im Fährhafen an.

Fährhafen Sassnitz

Der Fährhafen Sassnitz ist der einzige Hafenstandort Westeuropas mit Gleis- und Umschlagsanlagen für Eisenbahnwaggons mit der russischen Breitspur und wird daher häufig als westlichster Frachtbahnhof der Transsibirischen Eisenbahn bezeichnet. Dieses Alleinstellungsmerkmal des Fährhafens gestattet den Umschlag und die Verpackung von Gütern nach und aus den GU-Staaten sowie dem Baltikum und Finnland. Zum Einzugsgebiet gehören Kunden mit Warenströmen aus Mittel- und Südosteuropa, die dank der günstigen seegeographischen Lage die regelmäßigen Fährverbindungen nach Schweden (Trelleborg), Russland (Baltijsk, Ust-Luga) sowie Dänemark (Rønne) in Anspruch nehmen. Der östlichste Tiefwasserhafen Deutschlands ist durch seine Wassertiefe von bis zu 10,50 Metern für alle im Ostseeraum operierenden Schiffsklassen zugänglich.

Foto: © Fährhafen Sassnitz

 

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