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Analyse aus Finnland: Man muss bei Russland einen langen Atem haben

 

Sinikukka Saari, Finnish Institute of International AffairsSinikukka Saari, Finnish Institute of International AffairsLaut wissenschaftlichen Mitarbeiterin des finnischen Instituts für internationale Beziehungen (The Finnish Institute of International Affairs), Sinikukka Saari gibt es keine Zeichen dafür, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seinen Amt demnächst aufgeben wird. Dementsprechend sollten die Politiker weiterhin zu der Kremlchef gute Beziehungen pflegen. Darüber berichtet die finnische Tageszeitung Talouselämä (Wirtschaftsleben).

Die Popularität von Putin hat sich gehalten, obwohl das Land im ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Tag zu Tag spüren die Menschen, wie sich ihr alltägliches Leben verschlechtert.

Doch, so Saari, die Hetze, welche das Staatsoberhaupt so gut beherrschst, kann für ihn auch zu einer Stolperfalle werden. „Putin hat seinem Volk das Gefühl vermittelt, die Fortentwicklung in Russland sei abhängig von seiner Macht. Es ist dem Kremlchef vortrefflich gelungen die Opposition und Organisationen zum Schweigen zu bringen. Auch der Krieg in der Ukraine ist ein innenpolitisches Projekt, denn Putin hat die gute Möglichkeit Russland und den Westen gegeneinander zu stellen und die Schuld für die entstandenen wirtschaftlichen Probleme den westliche Staaten zuzuweisen,“ erklärte Saari.

Die finnische Politikwissenschaftlerin bringt vor, dass die weitere Popularität von Putin davon abhängt, wie lange der Staat noch imstande ist die Gehälter für die Staatsbediensteten und Renten zu zahlen. Falls Russland an seine Ersparnisse angreifen muss, reicht das nur für eineinhalb Jahre. Danach muss der Staat ein Sparprogramm einschalten und das wird auch die Macht des Kremlchefs destabilisieren.


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Die Oligarchen sind heute noch auf der Seite Putins, doch diese Solidarität kann auch schnell zu Ende sein. Im Interesse des Geschäftsleute ist es, dass das jetzige Wirtschaftssystem erhalten bleibt. Es gibt keinen Grund zu Annahme, dass der Nachfolger von Putin daran etwas ändern wird.

„Präsident hatte bis dato keinen ernstzunehmenden Gegner. Die Geschichte hat uns jedoch belehrt, dass, wenn die Sprünge entstehen, die Entwicklung schnell eine Wende nehmen und unberechenbar werden kann,“ erklärt Saari.

Die Finnen sollten ihrer Meinung nach verstehen, dass in Russland die Staatsverteidigung eine viel größere Rolle spielt als Wirtschaft. Einen raschen Erfolg kann der Westen bei den Beziehungen Russland nicht erwarten. „Die Politiker sollten die Beziehungen zu Russland warm halten. Es ist wichtig, dass verschiedene Kommunikationskanäle offen bleiben,“ resümiert Saari.

Foto: Finnisches Institut für internationale Beziehungen

 


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