Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.

Werbung


Russland will auf South-Stream-Pipeline verzichten

Gasröhren in bulgarischer Schwarzmeer-Stadt WarnaGasröhren in bulgarischer Schwarzmeer-Stadt WarnaRussland hat gedroht auf die geplante Schwarzmeer-Pipeline, durch die Erdgas am Krisenland Ukraine vorbei nach Europa fließen sollte, vorläufig zu verzichten. Präsident Wladimir Putin erklärte wütend, eine Fortsetzung des Baus sei unsinnig.

Das Baustopp ist für Moskau ein schwerer politischer und wirtschaftlicher Rückschlag. Mit der neuen Leitung wollte der Kreml die Ukraine als Transitland für Erdgas-Lieferungen nach Europa aussperren. Schon ab dem nächsten Jahr sollte das Gas durch die frischgebaute, 2400 Kilometer lange Röhre fließen. Russland wollte mit direkten Energielieferungen die früheren Satellitenstaaten der Sowjetunion wieder fester an sich anbinden. Aus dem slawischen Bruderland Bulgarien sollte die Pipeline das Erdgas weiter nach Griechenland und Italien weiterleiten. Eine weitere Fernleitung sollte das Gas über Serbien und Ungarn nach Österreich liefern, später auch noch nach Bosnien-Herzegowina und Kroatien.

Die Europäische Union (EU) hat mit der Projektbeendigung das an Erdgas reiche Russland hart getroffen. Seit Monaten baut die EU-Kommission in Brüssel gegenüber dem Mitgliedsstaat Bulgarien starken Druck gegen die Pipeline auf. Sofia, so der Kremlchef, sei offensichtlich „die Option genommen worden, sich wie ein selbstständige Staat zu verhalten.“ Gazprom-Präsident Alexei Miller ging in seinem Aussage noch weiter: „Das war es, das Projekt ist beendet worden.“

Vor allem die Türkei wird vom Baustopp der Rohrfernleitung profitieren, denn Gazprom hat bei der Staatsbesuch von Putin in Ankara zugesagt, dass South Stream eine Offshore-Pipeline in das frühere Osmanische Reich bauen wird. Der Kremlchef versprach zudem seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan einen Rabatt von sechs Prozent für russische Gaslieferungen ab dem 1. Januar 2015. Das Erdgas aus dem Putin-Reich wird nun aus der Türkei auf die Märkte Europas verteilt werden.

Mit der Einstellung des Projekts wird nun der frühere EU-Energiekommissar Günther Oettinger kritisiert, da aus Brüssel zu spät verkündet wurde, dass das Vorhaben nicht EU-rechtkonform sei. Als der Deutsche reagierte, waren einige Unternehmen wie die italienische Eni, die französische EdF und die deutsche BASF-Tochterfirma Wintershall mit ihren Planungen schon gestartet. Doch die EU hat dank Bulgarien trotzdem durchgesetzt. Denn der Ministerpräsident des Landes, Boiko Borissow ist kein Freund von Russlands Energiepolitik.

Foto: ©Mehlauge / Wikimedia

 

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.



Werbung

Werbung