Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.

Werbung


Die Redaktion des Baltikum-Blattes wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Osterfeiertage


TechnologieRegion Karlsruhe: Innovationspreis NEO2014 geht an Fraunhofer IOSB

Dr.-Ing. Miriam Schleipen und Dr.-Ing. Olaf SauerDr.-Ing. Miriam Schleipen und Dr.-Ing. Olaf SauerDie Aktionsgemeinschaft TechnologieRegion Karlsruhe (TRK), ein Zusammenschluss von Städten, Landkreisen und einem Regionalverband, vergibt seit einigen Jahren den Innovationspreis NEO.

Im Fokus der diesjährigen Ausschreibung des NEO2014 stand "Industrie 4.0", also die vierte industrielle Revolution. Gesucht wurden Modelle und Projekte, die im Bereich des "Internets der Dinge" mit cyber-physischen Systemen neue Technologien anwenden, die integrierte Gesamtlösungen für Steuerungs- und Informationsverarbeitungsaufgaben bieten und die im Hinblick auf Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit neue Maßstäbe setzen. Kriterien für die Fachjury waren: überzeugende Leitidee, Marktfähigkeit sowie globale Relevanz und Internationalität.

Gewinner des NEO2014 war das Karlsruher Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) mit den Arbeiten von Dr.-Ing. Miriam Schleipen und Dr.-Ing. Olaf Sauer. Die Informatikerin und der Wirtschaftsingenieur arbeiten am IOSB an einer universellen Schnittstelle für die Fabrik der Zukunft.

Bislang existieren auf den verschiedenen Fabrikebenen meist verschiedenartige Softwaresysteme mit jeweils eigenen Schnittstellen, die bei jeder Änderung manuell angepasst oder umprogrammiert werden müssen. Mit einer universellen, USB-ähnlichen Schnittstelle jedoch könnte die steuernde Software neue oder geänderte Systemkomponenten schnell und umkompliziert erkennen und alle Informationen zur automatischen Integration in den Produktionsablauf übertragen. "Plug and Work" lauten Motto und Methode.

Das IOSB schätzt, dass durch die Einführung einer universellen Schnittstelle die Aufwände zur Inbetriebnahme von Maschinen um rund 20 Prozent reduziert werden können, diejenigen zur Anbindung von Anlagen und Steuerungen an ein übergeordnetes MES-System (Manufacturing execution system) sogar um rund 70 Prozent. Die Entwicklung des IOSB ist für Unternehmen weltweit von Interesse.

NEO stärkt Strahlkraft nach außen
Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup als Vorsitzender der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) und Laudator Dr. Florian Langenscheidt haben die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung am Dienstagabend, 14. Oktober, im Technologiepark Karlsruhe an überreicht.

Der Wettbewerb stärke "die Strahlkraft der Region nach außen", betonte Mentrup in seiner Rede vor der Verleihung. Nach einem Ranking der Europäischen Union (EU), die im April dieses Jahres über 1.300 Regionen des Kontinents im Hinblick auf Stärken in Wirtschaftsfähigkeit, Forschung und Entwicklung sowie Innovation im IKT-Sektor analysiert hatte, nehme Karlsruhe den vierten Platz gleich hinter München, London und Paris ein. Der TRK-Vorsitzende sah dies als weiteren eindeutigen Beweis "für die herausragenden Leistungen der Region auf den Feldern der Schlüsselkompetenzen". Mentrup erklärte: "Der NEO gibt Ansporn, in dieser Richtung weiterzumachen." Laudator Dr. Florian Langenscheidt konstatierte dem Preis, vor allem vor dem Hintergrund des diesjährigen Themas, "eine Bedeutung für Deutschland insgesamt". Für den Verleger, Autor und Wissenschaftsjournalist ist Industrie 4.0 "das Schüssel- und Zukunftsthema der Republik", das in den kommenden Jahren "sämtliche Lebensbereiche" beeinflusse.

Die Fachjury
Neun Mitglieder zählte die Fachjury mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft, die dieses Jahr über den NEO entschieden hat. Ihr gehörten an: Wolfgang Grenke, Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Professor Dr. Karl-Heinz Meisel, Rektor der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft, Professor Dr. Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung Magdeburg, Professor Dr. Wolfram Münch, Stiftung Energieforschung Baden-Württemberg, Professor Dr.-Ing. Hans-Jörg Bauer, Leiter des Instituts für Thermische Strömungsmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Professor Hartwig Steusloff, Dr. Hans Hubschneider, Thomas Lüdtke, Geschäftsführer der Technologiepark Karlsruhe GmbH, und Dr. Karl-Friedrich Ziegahn, Chief Science Officer am KIT.

Die Nominierten
Insgesamt gab es 25 Bewerbungen für den NEO2014, fünf Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen hatte die Fachjury im Juli als Finalisten nominiert: Das IOSB, die PTV Group Karlsruhe, die ArtiMinds Robotics GmbH, das Karlsruher Institut für Technologie zusammen mit der Bär Automation GmbH und die Wibu-Systems AG. Auch deren Ideen und Projekte wurden bei der Preisverleihung per Filmeinspielung vorgestellt.

Frank Felten, Vice President Entwicklung und Produktmanagement der PTV Group Karlsruhe, hatte sich mit dem sogenannten Supply Chain Event Management für Global Road Transportation beworben. Bei diesem cloud-basierten Dienst geht es darum, allen Beteiligten der logistischen Lieferkette die erwartete Ankunftszeit von Transporten zur Verfügung zu stellen. Bei Störungen - etwa durch Staus oder andere unplanbare Ereignisse auf der Straße - werden vom Versender über den Transportdienstleister bis zum Empfänger alle Teilnehmer in Echtzeit über Abweichungen informiert, um darauf reagieren zu können. Ziel ist eine dynamische Optimierung der Lieferkette, die Unternehmen aus Industrie, Handel und Transportlogistik eine höhere Effizienz in vor- und nachgelagerten Prozessen ermöglicht.Eine Software für die schnelle, intuitive Programmierung komplexer Bewegungs­muster von Roboterarmen hat die ArtiMinds Robotics GmbH entwickelt, ein Spin-off des Karlsruher Instituts für Technologie. Sie soll die komplexen Bewegungsmuster mittels Techniken aus dem Bereich maschinelles Lernen und autonome Robotik automatisch erzeugen - aus einigen wenigen intuitiven Eingaben am Roboter oder in einfachen grafischen Schnittstellen. Bislang können Roboter in vielen Szenarien - gerade bei kleinen Stückzahlen - nicht ökonomisch eingesetzt werden, weil die benötigten Bewegungsmuster zu komplex sind. Beworben für ArtiMinds Robotics hatte sich Sven Schmidt-Rohr, CEO, Mitbegründer.Ebenfalls am Karlsruher Institut für Technologie entwickelt wurde "FiFi", ein gestengesteuertes Transportfahrzeug, das dem Bediener berührungslos folgt und auf ihn reagiert - wie ein gut erzogener Hund. Das Fahrzeug, das Menschen im Bereich Logistik unterstützen soll, ist Ergebnis eines Forschungsprojektes am Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme, dessen Leitung Prof. Kai Furmans inne hat. Entwickelt haben es Andreas Trenkle und sein Team in Zusammenarbeit mit der Bär Automation GmbH. "FiFi" erkennt mit Hilfe einer 3D-Kamera, was der Mensch möchte. Einfache, intuitive Gesten reichen aus, um "FiFi" zu bedienen. Ein Mitarbeiter im Lager entnimmt beispielsweise Ware aus einem Regal, gibt "FiFi" an eine Linie ab und am Ziel übernimmt ein anderer Mitarbeiter das Fahrzeug.CodeMeter - Know-how-Schutz und Sicherheit für Industrie 4.0: Sicherheit im Bereich Industrie 4.0 ist eine globale Anforderung, technisch präventive Schutzlösungen sind unverzichtbar. Laut einer Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. aus dem Jahr 2014 liegt der Schaden in den Anwenderbranchen durch Produktpiraterie bei rund 7,9 Milliarden Euro. Deshalb sind Know-how-Schutz, flexible Funktionsfreischaltung und Sicherheit vor Manipulation sowie Cyber-Security überlebenswichtig für Unternehmen. Das Produkt CodeMeter will hier neuartige, umfassende Lösungen bieten. Durch Verschlüsselung, elektronische Signaturen und Embedded Software sowie durch die automatisierte Erzeugung und Verteilung von Lizenzen und Zertifikaten. Eingereicht hatte die Entwicklung Oliver Winzenried, Vorstand der Wibu-Systems AG.

Weitere Informationen zum NEO2014, dem Innovationspreis der TechnologieRegion Karlsruhe, unter www.technologieregion-karlsruhe.de

Foto: © Das Baltikum-Blatt / Werner Siebert

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.



Werbung

Werbung