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Russland liefert Atomreaktoren an Südafrika und Jordanien

Vertragsunterzeichnung in Wien: Südafrikanische Energieministerin Tina Joemat-Pettersson und Rosatom-Chef Sergei KirijenkoVertragsunterzeichnung in Wien: Südafrikanische Energieministerin Tina Joemat-Pettersson und Rosatom-Chef Sergei KirijenkoRusslands staatlicher Nuklear-Konzern Rosatom teilte gestern per Pressemitteilung mit, dass er acht Atomreaktoren an Südafrika liefern wird. Ebenso wurde bekannt gegeben, dass zwei weitere Reaktoren russischer Bauart in Jordanien gebaut werden.

Das lukrative Geschäft mit Südafrika war am Rande einer Versammlung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in österreichischen Hauptstadt Wien unterzeichnet worden. Rosatom-Chef Sergei Kirijenko zufolge verdient Russland mit dem Verkauf bis zu 39 Milliarden Euro. Moskau will zudem Pretoria beim Aufbau der Infrastruktur des Landes helfen und südafrikanische Techniker an russischen Hochschulen ausbilden.

Abschaltung von Koeberg bis 2025 geplant
Im Land ist schon ein Atommeiler in Koeberg mit zwei Reaktorblöcken mit einer Nettogesamtleistung von 1860 Megawatt am Netz. Er liegt 30 Kilometer nördlich von Kapstadt, an der Westküste von Südafrika. Gebaut wurden die Reaktoren nach Plänen der französischen Framatome. Der Betreiber ist die südafrikanische Firma Eskom. Die Kernenergie hat in Südafrika einen Anteil von knapp sechs Prozent an der Gesamtstromerzeugung. DieAbschaltung der Atommeiler ist bis Jahr 2025 geplant.

Ende 2005 wurde beim Anfahren des Reaktors nach Wartungsarbeiten der erste Blocks schwer beschädigt. Im Inneren des Generators hatte sich magnetisches Material angesammelt infolgedessen der Rotor und die Leitschaufeln beschädigt wurden. Die Reparaturen konnten erst im Mai 2006 beendet werden, da zunächst ein Ersatzrotor aus Frankreich beschafft werden musste. Durch Ausfälle kam es 2006 immer wieder zu Versorgungsengpässen in der Stromversorgung Südafrikas. Davon betroffen ist auch das Nachbarland Namibia. Zum Schutz der Bevölkerung vor etwaigen schweren Störfällen ist im Radius von fünf Kilometern um das Kraftwerk eine sogenannte exclusion zone eingerichtet worden. Teile dieser Zone dienen als privates Naturschutzgebiet. Eine weitere Zone mit 15 Kilometer Radius ist als Evakuierungszone ausgewiesen.

Jordanien bekommt zwei Reaktoren aus Russland
In Jordanien will Russland zwei Reaktoren mit einer Kapazität von insgesamt 2000 Megawatt bauen und dabei rund acht Milliarden Euro verdienen. Nach dem Fertigbau werde Atomstroiexport das AKW auch betreiben, hieß es in einem Mitteilung von RIA Nowosti. Laut Plänen soll das Kraftwerk mit zwei Reaktorblöcken mit einer Gesamtleistung von rund zwei Gigawatt in der Wüste unweit der Industriezone Zarqa errichtet werden. Der erste Meiler wird aller Voraussicht nach 2020 in Betrieb genommen werden. An dem Projekt soll die jordanische Regierung 51 Prozent und der russische Partner 49 Prozent der Anteile halten. Atomstroiexport ist eine Engineering-Tochter des Rosatom und auf den Bau von Objekten der Atomindustrie im Ausland spezialisiert. Für das Projekt hat sich auch das französisch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Mitsubishi Heavy Industires beworben. Das arabisches Land hat bisher noch keinen Atommeiler.

Foto: Rosatom

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