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NitrOlympX 2018: Spitzengeschwindigkeiten bis zu 500 Stundenkilometern

2018 AWS Hockenheim NitrolympX_1Von Aino Siebert, Hockenheimring

Zum 33. Mal fanden vom 17. bis 19. August die NitrOlympX, Europas größte Drag Racing Veranstaltung auf dem Hockenheimring statt. Die Veranstaltung präsentiert Motorsport der Extreme, denn auf der Piste sind Automobile von bis zu achttausend Pferdestärken und Spitzengeschwindigkeiten bis zu 500 Stundenkilometern zu bestaunen.

Rund 260 internationale Teams in neun Pro-Klassen traten im Kampf um die FIA- und FIM- Europameisterschaftskrone sowie acht erstklassigen Sportsman-Klassen auf der Quartermile im badischen Motodrom an. Bei hochsommerlichen Temperaturen erlebten mehr Besucher denn je spannende Drag-Race-Action im Sekundentakt: 44.000 Fans schraubten den Besucher-Score auf ein neues Allzeithoch.

Hervorragende Leistungen

Auch sportlich gesehen zeichneten sich die diesjährigen Wettbewerbe vor allem durch Höchstleistungen aus. Bereits in den Qualifyings am Freitag und Samstag, die als Herantasten an die Streckenverhältnisse dienen, wurde eine Reihe von hervorragenden Resultaten erzielt: So erlebten die Zuschauer bei den Top Fuel Bikes den schnellsten "Side-by-Side-Lauf" in Europa. Der Schwede Rikard Gustafson legte die 402 Meter in sagenhaften 5,918 Sekunden zurück und erreichte dabei über 400km/h - direkt neben ihm, der Grieche Filippos Papafilippou mit 5,980 Sekunden. Schneller gab es das in Europa noch nie.

Die vierrädrigen Vertreter der "Top-Fuel-Fraktion" standen in nichts zurück: Duncan Micallef aus Malta flog nach 3,946 Sekunden über die Ziellinie, dicht gefolgt vom Briten Liam Jones mit 3,978 Sekunden. Am Ende des ersten Tages standen drei Fahrer mit 3,9er-Zeiten im Qualifying-Ranking, wobei der Finne Antti Horto mit 501,17 km/h außerdem einen neuen Strecken-Speedrekord für die 1000-Fuß-Distanz aufstellte.Offene Tätigkeit der Offene Tätigkeit der "Schrauber"

Bei den Top-Fuel-Dragstern sicherte sich letztendlich Liam Jones nicht nur den Event-Sieg, sondern er brannte mit einer Zeit von 3,882 Sekunden auch noch einen neuen Streckenrekord in den Asphalt der badischen Rico Anthes Quartermile. Der sympathische Brite machte am gesamten Wochenende einen sehr entspannten Eindruck und diese Gelassenheit brachte er auch mit auf die Strecke. Mit konstanten 3,9er-Zeiten in jedem Lauf und einer Zeit von 3,882 in der ersten Runde, nur knapp am Europarekord von 3,87 Sekunden vorbei, war Jones schlichtweg unschlagbar. Auch Antti Horto (Finnland) konnte das, trotz sehr solider Leistungen, nicht ändern. Seine 4,07 Sekunden waren nicht genug, um Jones’ 3,994 Sekunden auf 490 km/h zu schlagen.

Brüderduell in der Top Methanol-Klasse

In der Klasse Top Methanol kam es zum erwarteten "Brüderduell" zwischen Timo und Dennis Habermann. Dass die beiden sich nicht gegenseitig die Punkte "zuschanzen", sondern absolut hart um den Sieg kämpfen, wurde deutlich, indem selbst ein Start-Routinier wie Dennis hier Nerven zeigte und sich ein deutliches Rotlicht von über zweieinhalb Zehntelsekunden leistete und damit disqualifiziert wurde. Timo dürfte das "Redlight" seines Bruders schon an der Ampel gesehen haben und holte sich so nicht nur den NitrOlympX-Sieg, sondern mit 5,401 Sekunden auch die bessere Laufzeit. Ein weiterer wichtiger Schritt für die Brüder aus Langenselbold, um auch in der Saison 2019 die Startnummern eins und zwei auf den beiden Dragstern zu tragen.

Schweden-Dominanz bei den Pro Modified Cars

Auch bei den Pro Modified Cars wurden viele Läufe durch Nervenstärke entschieden. Im Finale standen sich Micke Gullqvist und Jan Ericsson im Duell der schnellen Schweden gegenüber. Gullqvist verließ die Linie zuerst, Ericsson hatte auf den 402 Metern alles gegeben, um Gullqvist noch einzuholen. Aber auch sein wirklich beherzter Ritt die Quartermile hinunter konnte am Ende den Sieg von Micke Gullqvist nicht verhindern. Mit großartigen 5,976 Sekunden auf 392 km/h holte sich Gullqvist den Sieg und die wichtigen Punkte im Kampf um die FIA Europameisterschaft.

Finnische Drag-Königin Anita Mäkelä inmitten ihrerFansFinnische Drag-Königin Anita Mäkelä inmitten ihrerFans

Finnische Drag-Königin Anita Mäkelä von Fans bejubelt

Die NitrOlympX stehen nicht nur für Höchstleistung und Vielfalt auf der Strecke, sondern auch für besondere Fannähe und Attraktionen im Fahrerlager. Tausende Zuschauer nutzten die Gelegenheit, um den Teams in den Boxen beim Schrauben über die Schulter zu schauen und die bunte Food- und Händlermeile zu frequentieren. Die finnische Drag-Königin Anita Mäkelä wurde von ihrem Fanclub, alle hatten lustige Hühnermützen auf, mit dem Lied „Anita“ und Hühner-Tassen beschenkt. Mäkelä ist nämlich die Inhaberin einer Hühnerfarm http://www.anitamakela.com/ . Später kamen noch ihre Familienmitglieder zu der spontanen Fanparty dazu, Ehemann-Mechaniker Tommi Haapanen und Sohn Heikki sowie Tochter Hanna. Wer sagt, dass die Männer die Leistungen der Frauen nicht anerkennen?

Auf dem Hockenheimring weilten auch in diesem Jahr wieder die Finnland-Liebhaber aus Norddeutschland, Tatjana und Marco Kortz. Die Deutsche war zuerst ein großer Fan von finnischen Skispringer Janne Ahonen, der als einer der erfolgreichsten Springer seiner Generation gilt. Nach 15 Jahre an der Weltspitze gründete der fünfmalige Vierschanzentournee-Sieger das Ahonen Racing Team (ART) und nahm auch an Dragster-Rennen teil. Ab 2006 in der Königsklasse Top Fuel, bis er wieder sich an die Skispringen zuwandte. Für den Rennstall fahren jetzt seine Söhne Mico und Milo. So machte Ahonen-Fan Tatjana, inzwischen mit Marco verheiratet, Bekanntschaft mit dem Drag-Racing. Heute hat das Ehepaar sozusagen „Nitro im Blut“, sie fahren regelmäßig nach Hockenheim um den faszinierenden Rennen zu folgen, zu sehen wie die Reifen glühen und zu hören, wie das Motodrom bebt.Red Bull FMX-ShowRed Bull FMX-Show

Auch Entertainment ist stets ein elementarer Bestandteil des Drag-Racing-Events in Hockenheim: Für zwei Stunden hieß es bei der beliebten Nightshow am Samstagabend "La-Ola-Welle meets Kurbelwelle". Kaum hatte das Publikum die sensationellen Schanzen-Sprünge der Red Bull FMX-Show richtig verarbeitet, da knallten schon die ersten Nitro-Bikes die Strecke hinunter und auch Kult-Nightshow-Star Eric Teboul raste mit seinem weltweit einmaligen Raketenbike in die Dunkelheit. Die Top-Fuel-Nightruns mit ihrem markerschütternden Sound und meterhohen Auspuffflammen sowie die wahnwitzigen Jet-Dragster mit Turbinenantrieb begeisterten das Publikum auf den vollen Rängen.

Weitere Informationen und alle Ergebnisse unter: www.nitrolympx.de

Ein Film über die Nightsshow ist hier zusehen.

Mit Materialien von Nitrolympx/Hockenheimring
Fotos: Aino und Werner Siebert

 

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