Google+
Werbung


Mitglied der russischen Hackergruppe „Schaltai-Baltai“ beantragt in Estland Asyl

Alexander Glazastikow, ehemaliges Mitglied der russischen Hackergruppe „Schaltai-Baltai“Alexander Glazastikow, ehemaliges Mitglied der russischen Hackergruppe „Schaltai-Baltai“Die Hauptnachrichtensendung „Aktuaalne Kaamera“ (Aktuelle Kamera) des estnischen Rundfunks (ERR) vom 10. Februar berichtete über ein Mitglied der russischen Hackergruppe „Schaltai-Baltai“ namens Alexander Glazastikow, der die Absicht habe, in Estland Asyl zu beantragen. In Russland wird er mit Haftbefehl gesucht.

Glazastikow ist angeblich das letzte Mitglied der Hackergruppe, das sich noch in Freiheit befindet. Er sei Partner des in Russland festgenommenen Wladimir Anikejew, genannt Ljuis. Als Beweis für seine Behauptungen legte der Russe ein Foto vor, das ihn zusammen mit dem Verhafteten zeigt. Neben Anikejew hat der russische föderale Inlandsgeheimdienst FSB weitere Personen verhaftet. Sie werden beschuldigt, ebenfalls Mitglieder der Hackergruppe „Schaltai-Baltai“ zu sein.

Die Hacker haben laut Glazastikow die elektronische Korrespondenz hoher Staatsbeamter und Wirtschaftsbosse sowie anderer prominenter Personen geknackt und die Betroffenen danach unter Androhung der Veröffentlichung erpresst. Zudem steht der Verdacht im Raum, „Schaltai-Baltai“ habe während des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA Cyberangriffe organisiert. Mit Hackerangriffen auf die US-Demokraten sollen sie versucht haben, die Wahlen zugunsten des nun amtierenden republikanischen Präsidenten Donald Trump zu manipulieren. So lautet zumindest die offizielle Version aus Moskau.

Glaubwürdiger erscheint allerdings eine zweite, inoffizielle Version, derzufolge die Hacker sich zu nahe an den russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu und seinen Bekanntenkreis herangewagt haben sollen.

Glazastikow erklärte, dass er die meiste Zeit in der Ukraine lebte. Er sei im Dezember 2016 um ein Treffen in Russland gebeten worden, sei aber aus Misstrauen nicht gefahren. Wie sich später herausstellte, war zu diesem Zeitpunkt sein Partner bereits festgenommen worden.

Der Hacker erzählte in der Nachrichtensendung, dass es ihr Ziel war, Informationen zu veröffentlichen, weil „wir wissen, dass die Machtpersonen Vieles zu verbergen haben“. Später, so Glazastikow, haben sie Geld für die Weiterentwicklung des Projektes gebraucht: „Klar, es gibt genügend Personen, die bereit sind dafür zu zahlen, dass die Informationen nicht publik werden.“

Während der drei Jahre haben die Hacker unter Anikejew zwei Millionen Dollar verdient. Angeblich hatte die Polizei zunächst kein Interesse an ihrer Arbeit, die Staatsmacht wollte sie aber kontrollieren. Doch überraschend wurden alle Mitglieder und deren Vertreter aus dem FSB seit November 2016 festgenommen. Sie werden beschuldigt, illegal Informationen gesammelt und Staatsverrat begangen zu haben.

Am 2. Februar hat das Lefortowo-Gericht in Moskau die Untersuchungshaft für zwei FSB-Mitarbeiter bis April verlängert. In diesem Zusammenhang wurden auch die Namen der Verhafteten bekannt gegeben: Konstantin Tepljakow und Alexander Filinow. Anikejew, der schon im November 2016 festgenommen wurde, bleibt bis 8. März in Untersuchungshaft.

In Haft befinden sich noch der Abteilungsleiter der Cybersicherheit beim FSB Sergei Michailow und sein Vize Dmitri Dokutschajew, sowie Ruslan Stojanow, der beim russischen Softwareentwickler Kaspersky Labs arbeitete. Dort war er zuständig für die Untersuchung der Cyberangriffe. (asie/tmich)

Foto: Screenshot ERR (Estnischer Rundfunk)

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.


Werbung
Werbung
y