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Russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti wird aufgelöst

Russische Nachrichtenagentur Ria Novosti - LogoRussische Nachrichtenagentur Ria Novosti - LogoDie russische staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti wird aufgelöst. Dies gab Präsident Wladimir Putin per Ukas (Erlass) bekannt. Die Agentur soll danach zusammen mit dem staatlichen Radiosender „Stimme Russlands“ zu einer neuen internationalen Staatsagentur Rossija Segodnja (Russland heute) fusionieren. Über die Entscheidung der Kremlchefs waren die Chefredakteure der betroffenen Medien jedoch erstaunt.

Präsidialamtsleiter Sergei Ivanow begründete die Verordnung mit Sparmaßnahmen und gesteigerter "Effektivität" der Staatsmedien. Ihm zufolge muss Russland seine "nationalen Interessen verteidigen".

Es ist offensichtlich, dass Putin versucht mit der Umstrukturierung seine Kontrolle über die Berichterstattung zu stärken. Im Gegensatz zur „Stimme Russlands“, die immer sehr Linientreu berichtete, hatte RIA Nowosti in den vergangenen Jahren deutlich neutraler informiert. Auch bei Protesten gegen den Kreml-Herrscher und die Staatsmacht hat die Nachrichtenagentur über die Forderungen der Opposition berichtet.

Zum Chef der neuen Medienagentur wurde der bisherige Fernsehmoderator Dimitri Kiseljow (Kisseljow) ernannt. Genau so wie Putin hat auch Kisseljow in den 1970ern die Leningrader Staatliche Universität (heute St. Petersburg) absolviert.

Kisseljow gilt als Sprachrohr von Putin. Er ehrte seinen Mentor auf seinem 60. Geburtstag 2012 mit den Worten: „Von der Größe seines Schaffens her ist der Politiker Putin unter seinen Vorgängern des 20. Jahrhunderts nur vergleichbar mit Stalin". Während Finanzkrise in Zypern brachte Kisseljow vor, dass die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Enteignung der Juden durch die Faschisten unter Adolf Hitler zu vergleichen ist. Im August hatte Kisseljow in einer seiner Sendungen erklärt, dass die Organe von Homosexuellen seiner Ansicht nach nicht für Transplantationen geeignet seien und deswegen verbrannt werden sollten. Vergangene Woche kritisierte der Putingetreue Schweden und Polen: Die Länder heizen seiner Meinung nach bei der Berichterstattung über die Lage in der Ukraine die Stimmung an. Grund dafür seien, so Kisseljow, militärische Niederlagen der beiden Länder gegen Russland zur Zarenzeit.

Russische Staatsmedien haben immer wieder auch die baltische Staaten angegriffen. Zuletzt griff der Radiosender Stimme Russlands am 6. November vor allem Litauen an. Man kann schon jetzt vermuten, dass auch unter Kisseljow-Führung Estland, Lettland und Litauen sich auf eine neue Diskreditierungs-Welle einstellen müssen.

RIA Nowosti eine der größten Nachrichtenagenturen in Russland. Sie hat ihren Hauptsitz in Moskau und ist seit 1993 staatlich. Generaldirektorin ist seit 24. Januar 2003 Swetlana W. Mironjuk.

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