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Bundschuhführer Joß Fritz entzündet das „verborgene Feuer“ des Aufstands im Breisgau

Der Revolutionär und sein Symbol: Die Replik eines historischen Bundschuhs, im Hintergrund die vermutlich einzige zeitgenössische Bilddarstellung des Bauernführers Joß Fritz aus dem Jahre 1513Der Revolutionär und sein Symbol: Die Replik eines historischen Bundschuhs, im Hintergrund die vermutlich einzige zeitgenössische Bilddarstellung des Bauernführers Joß Fritz aus dem Jahre 1513Unweit der Stadt Freiburg (Schwarzwald), 23. September 1513: Auf der Hartmatte, einer Wiese und Viehweide, kommen achtzehn Männer aus den kleinen Dörfern Lehen und Betzenhausen zu einem konspirativen Treffen zusammen. Es sind die Verschwörer unter dem Zeichen des Bundschuhs um den Bauernführer Joß Fritz, die sich hier auf ihrer „konstituierenden Versammlung“ ein Programm geben: loszuschlagen, wenn der Geheimbund stark genug sei, bei den freien Eidgenossen Beistand zu suchen, Rechtssicherheit, ein angemessenes Steuersystem. Vor allem aber sind es die von den Bauernrebellen vielfach verwendeten Begriffe „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“, die unter den politischen Forderungen des Bundschuhs als Leitmotive nachwirken bis in die heutige Zeit.

Erfolg war dem Bundschuh im Breisgau nicht beschieden. Bereits wenige Wochen später, noch ehe der Aufstand offen ausbrechen kann, schlagen die Behörden der Stadt Freiburg die Unruhen blutig nieder, es folgen Verhaftungen und Hinrichtungen. Der führende Kopf, Joß Fritz, der bereits 1502 eine ähnliche Revolte am Oberrhein im Hochstift Speyer unternommen hatte, kann jedoch fliehen. Zusammen mit anderen entkommt er in die Schweiz, bleibt aber auch dort der Strafverfolgung ausgesetzt. Gefasst worden ist der umtriebige Aufrührer trotzdem nie. Noch am Vorabend des großen Bauernkrieges von 1524/25 soll er als alter Mann mit weißem Bart gesehen worden sein und verkündet haben, er könne nicht sterben, ehe nicht der Bundschuh seinen Fortgang genommen habe. Aus dem überzeugten Revolutionär wurde ein Mythos, dem später zahlreiche Romane gewidmet wurden und über den der Liedermachen Franz Josef Degenhard die „Ballade von der revolutionären Geduld und Zähigkeit“ schrieb.

Zum Weiterlesen:
Thomas Adam: Joß Fritz – das verborgene Feuer der Revolution. 3., aktualisierte, umfassend überarbeitete und ergänzte Auflage. 320 Seiten mit 173 z.T. farbigen Abbildungen, fester Einband, ISBN 978-3-89735-777-8, Preis: 24,80 Euro.

Foto: © Thomas Adam

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