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Der gleiche Himmel: Der große ZDF-Dreiteiler über DDR-Romeo

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 Lars Weber (Tom Schilling) spricht Lauren Faber (Sofia Helin) in einem Café anLars Weber (Tom Schilling) spricht Lauren Faber (Sofia Helin) in einem Café anDie Deutsche Demokratische Republik, ein Arbeiter- und Bauernstaat, ist seit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 de facto Geschichte, das kommunistische Unterdrückungsregime fast vergessen. Deswegen ist nur begrüßenswert, dass die unmenschlichen Taten des gestürzten Unrechtsstaates in Erinnerung gerufen werden und die Generation, die schon in der demokratischen Freiheit geboren wurde, in den aktuellen Geburtsstunden der Populisten, der Pegida-Bewegung und der wachsenden Popularität der Partei Alternative für Deutschland (AfD) aufgeklärt wird, mit welchen unmenschlichen Methoden die Diktatoren arbeiten. Die Frage soll lauten: Wollen wir tatsächlich in diese Zeiten zurück?

Ab 23. April zeigt das ZDF noch den Event-Dreiteiler „Honigfrauen“. Der Film erzählt von der „Balaton-Brigade“, die Stasi-Spitzel in Badehosen. Sie begnügte sich nicht nur mit dem Ausspähen und Überwachen der eigenen Bürger – in Kooperation mit dem ungarischen Geheimdienst setzten die Stasi-Mitarbeiter in Ungarn alles daran, Republikfluchten zu verhindern.

Der prominent besetzte ZDF-Dreiteiler „Der gleiche Himmel“ über einen Romeo-Agenten aus Ost-Berlin zeichnet das Portrait einer Gesellschaft inmitten des Kalten Krieges 1974 in Berlin: Der junge Ost-Berliner Lars Weber (Tom Schilling) wird in den Westen der Stadt geschleust. Dort soll er Lauren Faber (Sofia Helin) verführen, um dem Stasi Zugang zu sensiblen Informationen des britischen Geheimdienstes zu ermöglichen. Als die Mission eine unerwartete Wendung nimmt, setzt ihn sein West-Berliner Führungsoffizier Ralf Müller (Ben Becker) kurzerhand auf die NSA-Mitarbeiterin Sabine Cutter (Friederike Becht) an. Eine folgenschwere Entscheidung.

Das schicksalhafte Jahr 1974

Zur Erinnerung: Im April 1974 wurde Günter Guillaume, ein enger Mitarbeiter des damaligen SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt, festgenommen. Jahrzehntelang hatte er für den Geheimdienst der DDR, den Stasi, spioniert. Am 6. Mai trat Brandt überraschend zurück und übernimmt die politische Verantwortung für die Agentenaffäre. Zur gleichen Zeit wird der Terrorismus der Rote Armee Fraktion (RAF) ein Problem in der westdeutschen Politik. Gefangene RAF-Häftlinge rufen im Herbst zum Hungerstreik auf, Holger Meins stirbt am 9. November. Tags darauf wird in West-Berlin der Kammergerichtspräsident Günter von Drenkmann ermordet. Die Polizei vermutet die Terrororganisation „Bewegung 2. Juni“ hinter dem Anschlag. Der Mord wird nie aufgeklärt. Der Einfluss des Stasi auf den westdeutschen Terrorismus wird erst nach dem Ende der DDR bekannt.

Auch trotz einiger Versöhnungsgesten bleibt der Kalte Krieg zwischen Ost und West weiterhin virulent. Auf beiden Seiten wird weiter gerüstet und spioniert. Und dass der Weg in die Entspannung keine Einbahnstraße ist, werden die Nachfolger Brandts, Nixons und der anderen Staatenlenker in Ost und West bald merken, bringt Carl-Ludwig Paeschke aus der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte vor.

Romeo-Agenten hat es offiziell nie gegeben, und doch haben sie ein wichtiges Kapitel der deutsch-deutschen Spionagegeschichte geschrieben. Es waren Agenten des DDR-Geheimdienstes, die auf weibliche Opfer im Westen angesetzt wurden. Meist waren es vereinsamte Sekretärinnen, die in den Vorzimmern der Macht saßen – in Bonner Ministerien, in Konzern- oder Parteizentralen. Aus vermeintlicher Liebe verrieten sie Staats- und Industriegeheimnisse und wurden dann selbst verraten. Nur wenige dieser „Liebesbeziehungen“ hatten ein Happy End, die meisten endeten tragisch, manche auch vor Gericht.

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