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Literaturabend in der estnischen Botschaft

Buch Schattenspiel von Viivi LuikVon Ülo Salm, Berlin

Die Botschaft von Estland hatte zum 9. Oktober zahlreiche Gäste zu einem Literaturabend geladen. Protagonistin war die estnische Schriftstellerin Viivi Luik, die nach Berlin gekommen war, um dem Wallstein-Verlag und dem Übersetzer Dr. Cornelius Hasselblatt Ehre zu erweisen.

Vorgestellt wurde ihr Roman „Schattenspiel“, der in Rom spielt. Die Ewige Stadt – der der Schriftstellerin liebster Ort in Europa. Ihr Werk ist ein Streifzug durch Rom und ein Spaziergang durch Europas Geschichte. Rom ist für Viivi Luik ein mythischer Ort der Sehnsucht, aber auch eine von Leben pulsierende Stadt. In humoriger Weise schildert sie ihr Leben an der Seite eines estnischen Diplomaten, blickt dabei aber auch zurück auf ihre Zeit in Berlin und ihre Kindheit im sowjetischen Estland.

Ihre Biografie bedingt, dass sie sich der Stadt anders nähert, als der normale Italien- reisende, was angesichts ihrer Erfahrungen aus der Vergangenheit ihrer Heimat, als diese noch zur Sowjetunion gehörte, das Buch anders macht, als wir es aus den Werken anderer Freunde Italiens und Roms kennen.

Der Abend wurde bereichert durch einen Vortrag Dr. Eve Pormeister aus Luiks Werk „ich sehe die Zeit“, was unabdingbar eine Auseinandersetzung mit dem Begriff der Zeit mit sich brachte. Angeschnitten wurden alle Betrachtungsweisen, beginnend aus physikalischer Sicht bis zu einer philosophischen Betrachtung. Ist die Zeit nur ein Wort für aufeinanderfolgende Ereignisse? Gibt es Vergangenheit Gegenwart und Zukunft überhaupt oder ist die Zeit nur eine Aneinanderreihung von Gegenwartsmomenten?

Den Veranstaltern ist zu danken, dass der Übersetzer eine dem Laien nicht immer präsente Vorstellung von Übersetzungstätigkeit vermittelte. Übersetzung kann nicht nur eine Übertragung von Worten von einer Sprache in die andere sein. Vielmehr schafft Übersetzer, wenn er sich nicht nur mit einer technischen Aufgabe konfrontiert sieht, ein neues Werk.

Ungewöhnlich und für den Durchschnittseuropäer überraschend wurde in einem Vortrag von Dr. Aija Sakova herausgestellt, dass in Luiks Roman nicht die Trennlinie zwischen Ost- und Westeuropa Gegenstand ist, sondern es vielmehr die Alpen sind, also die Linie zwischen Nord und Süd verläuft..

Es war ein lehrreicher und neue Erkenntnisse vermittelnder Abend, der mit einem Empfang zu Ende ging, wie in der Botschaft Tradition.

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