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Mini-Textilkunst

Mini-Textilkunst von Jūratė PetruškevičienėMini-Textilkunst von Jūratė PetruškevičienėVon Ülo Salm, Berlin

Die drei baltischen Staaten bringen seit der Wiedererlangung ihrer Unabhängigkeit erstaunlich viele, ungewöhnliche und brillante Künstler hervor. Die neue Freiheit und gestärktes Selbstbewusstsein haben offenbar Energien freigesetzt, die zu hervorragenden Leistungen auf den Gebieten von Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Kunst geführt haben.

Die von der litauischen Kunstliebhaberin Giedre Bartelt geführte Galerie „Schauroom Trofejas“ in Berlin – Charlottenburg widmet sich Künstlern aus Estland, Lettland und Litauen, die durch besondere Kreativität auffallen.

So sind derzeit in der Galerie Werke der Mini-Textilkunst zu bestaunen. Die Künstlerin Jūratė Petruškevičienė, Jahrgang 1949, hat noch zur Zeit der sowjetischen Besatzung am Staatlichen Kunstinstitut Litauens studiert und ist seit 1995 Professorin an der Kunstakademie in Vilnius und in der Fakultät in Kaunas in der besonderen Abteilung für Textilkunst tätig, der sie vorsteht und wo sie lehrt und arbeitet. Ihre Kreationen waren schon auf zahlreichen Ausstellungen in ihrer Heimat, anderen europäischen Ländern sowie den USA, Japan und Australien zu sehen.

Jūratė Petruškevičienė verwendet überwiegend textiles Material aus Kunstfasern, aber auch natürliche Seide. Zum Einfärben verwendet sie durchweg natürliche Farben, wie sie im übrigen generell versucht, in der Gestaltung ihrer Schöpfungen eine große Nähe zur Natur herzustellen. Dabei verwendet sie auch Gegenstände, die von Menschen in der Landschaft hinterlassen wurden und von denen die Natur bereits Besitz ergriffen hat, sei es in Gestalt von Überwucherungen oder auch nur Korrosion. Diese Dinge werden dann mit ihren textilen Kunstwerken verbunden. Deren Besonderheit besteht darin, dass sie hauchfein erscheinen und in ihrer Zartheit so leicht sind, dass man sie kaum spürt, wenn man sie in die Hand nimmt. Das kann man nämlich ohne weiteres, weil erstaunlicher Weise alles sehr robust ist. So lassen sich – wenn noch mit anfänglicher Hemmung – Gegenstände zusammenknautschen, um erstaunt zu erleben, wie sie danach wieder ihre alte Form annehmen.

Besonders faszinierend ist, dass unter den Händen der Künstlerin Kieselsteine, Wurzeln, pilzähnliche Gebilde und allerlei pflanzliche Wesen entstehen, ja sogar Blaubeeren, Johannisbeeren und ähnliches, aufgehäuft in natürlicher Größe täuschend echt wirkend - und doch nur ein textiler Hauch.

Kaum vorstellbar, wie es der Künstlerin möglich ist, neben ihrer Arbeit an der Akademie in mühevoller Kleinarbeit so viele ihrer kunstvollen Gebilde herzustellen. Der Zeitaufwand muss unglaublich groß sein, weil sie keinerlei Technik zur Hilfe nimmt. Es entsteht alles allein in Handarbeit.

Es ist zu wünschen, dass die Präsentation im „Schauroom Trofejas“ dazu beitragen wird, diese ungewöhnliche Mini-Textilkunst in Deutschland einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Die Galerie Trofejas ist auf Facebook vertreten.

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