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Marshall & Alexander: Musik für Frieden

Von Aino Siebert, Ötigheim

Marc Marshall und Jay AlexanderMarc Marshall und Jay AlexanderUnsere Welt ist unsicherer geworden. Im Weißen Haus regiert Donald Trump und twittert von dort aus beunruhigende Nachrichten in die Welt. In Ankara lässt Sultan Recep Tayyip Erdoğan seine vermeintliche Feinde verhaften. Russland hat schon vor vier Jahren die der Ukraine gehörende Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert und destabilisiert seit dem die Donbass-Region in der Ostukraine. Moskau unter dem Kremlchef Wladimir Putin unterstützt zudem den syrischen Diktator Baschar Hafiz al-Assad, der seit sieben Jahren einen Krieg gegen das eigene Volk führt mit tausenden Toten und Flüchtlingen als Ergebnis. In vielen Staaten der Europäischen Union, wie in Ungarn, Polen, Österreich und Italien regieren Rechtspopulisten. Auch in Deutschland sitzt die Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Bundestag.

In dieser Situation kann sich kein Bürger mehr leisten, weg zu schauen. Marc Marshall (Bariton) und Jay Alexander (Tenor) zeigten Courage indem sie sich deutlich für den Frieden in der Welt positionierten.

Marshall brachte vor dem Konzert in Ötigheim vor: „Gerade in einer Zeit, in der sich die Welt dramatisch verändert, können wir mit Musik alle Grenzen sprengen und den Reichtum unterschiedlicher Kulturen mit unseren Stimmen feiern, Harmonie stiften und Menschen verbinden.“ Sein Gesangspartner Alexander fügte hinzu: „Die internationale Folklore hat so viele Herausforderungen, die uns als Duo neue Klangfarben abverlangen.“

In der Tat - die Sprache der Klänge wird von Allen auf unserem Planeten verstanden. Die Musik bringt uns Menschen näher, hilft uns andere Kulturen zu verstehen. Die Tonkunst verbindet uns besonderes in Zeiten der Spannungen und kann durchaus Frieden bewirken, das haben wir ja im Baltikum 1989 erlebt, als die Menschen in Estland, Lettland und Litauen bei der Wiederherstellung ihrer staatlichen Souveränität die Musik als Waffe benutzten.

Fest der großen Stimmen

Das Gesangstandem, dessen gemeinsame musikalische Karriere im Jahre 1998 begann, präsentierte in Ötigheim ein brandneues Programm mit musikalischen Perlen aus verschiedenen Ländern. Gesungen wurde in zehn verschiedenen Sprachen – eine beachtliche Leistung. Besonderes schön war das Maori-Lied „Te riu“ aus Neuseeland. Das volkstümliches Musikstück „Am Brunnen vor dem Tore“, vertont von Franz Schubert, war in der Solointerpretation von Jay Alexander, begleitet vom Pianisten Rene Krömer, einer der Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltung, genau so wie „ Ack Värmeland, Du Sköna“, ein beliebtes Volkslied in Schweden über die skandinavischen Wälder, Hügel und Seen, gesungen von Marc Marshall.

Die Deutsche lieben russische Lieder. Auch in Ötigheim hat das Publikum das Russland-Potpourri des Duos mit Entzücken aufgenommen. Jay Alexander schlüpfte in die Rolle des Fürsten Alexei Pfitzenmeierow, Marck Marshall spielte seinen Fuhrknecht, der dem Wodka nicht abgeneigt war. „Schwarze Augen“ („Otschi tschornyje») oder „Kalinka“ („Glasbeere“) kannte natürlich jeder.

Das melancholische „Waltzing Matilda“ ist Australiens bekanntestes Volkslied und wurde oft als offizielle Nationalhymne gehandelt. Der Text stammt aus dem Jahr 1895 von dem Dichter Banjo Paterson, der sich in seiner Heimat großer Beliebtheit erfreut. Der Text erzählt die Geschichte eines Wanderarbeiters (Swagman), der Hunger hat und einen gestohlenen Schaf schlachten will. Als der Eigentümer in Begleitung von Polizeibeamten erscheint, ertränkt er sich lieber selbst, als seine Freiheit zu verlieren. Das hebräisches Volkslied „Hava Nageela“ („Lasst uns glücklich sein“) erzählt wiederum über das Feiern im Judentum.

So wurden den ganzen lauen Sommerabend entlang unterschiedliche Lieder gesungen, auf der Bühne vermischten sich kunstreich Schlager mit Klassik und Volk, dazu wurden Geschichten über die Lieder und Ländern serviert.„La Cucaracha“„La Cucaracha“

Das Publikum war berauscht und belohnte den Auftritt von Marshall & Alexander mit andauernden Applaus. Als Zugabe gab es das spanische Volkslied „La Cucaracha“ („Kakerlake“), dessen Refrain auf General Victoriano Huerta anspielt. Den nannte man aufgrund seines Alkohol- und Drogenkonsums „la cucaracha“, angeblich konnte der Präsident Mexicos ohne Marihuana nicht auskommen.

Mit „Amazing Grace“ („Erstaunliche Gnade“), einem Hymne von Celtic Woman, begleitet mit unvergesslicher Saxofon-Solo von Frank Lauber, wurde eine besonderes feierliches Stimmung in die Freilichtbühne gezaubert.

Natürlich dürften auch die Evergreens wie einer der bekanntesten Chansons „La Mer“ („Das Meer“) der Franzosen Charles Trenet oder „La Paloma“ („Die Taube“), eine Habanera, der um 1880 entstanden ist, nicht fehlen. „Hand in Hand“, eine Eigenkomposition des Duos, führte dann zum Ausgang des Abends, der voll guter Stimmung, Nachdenklichkeit und Emotionen war.

Im kommenden Jahren werden Marshall und Alexander am 28. und 29. August 2019 auf der Freilichtbühne Ötigheim wieder auftreten.

Weitere Informationen: www.marshall-alexander.de

In der großartigen Band spielten mit:

Leitung Frank Lauber (Saxophon, Flöte und Gesang)
Rene Krömer (Flügel, Keyboard und Akkordeon)
Guido Jöris (Percussion und Gesang)
Peter Lübke (Schlagzeug)
Uwe Metzler (E- und Akustik-Gitarre)
Marius Goldhammer (E-Bass und Kontrabass)
Heinz Hox (Akkordeon)
Markus Gahlen (Gitarre)

Das Konzert in Ötigheim ist auch auf YouTube zu sehen.

Info:

Marc Marshall (Bariton) und Jay Alexander (Tenor) sind beide ausgebildete Opernsängern, Zöglinge der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Beide treten auch als Solisten auf.

Die große musikalische Weltreise können Sie in der verschiedenen Städten Deutschlands wie folgt erleben:
Erfurt am 26. Oktober 2018
Neustadt an der Weinstraße am 27. Oktober 2018
Intelheim am 09. November 2018
Nürtingen am 10. November 2018
Merzig am 23. November 2018
Koblenz am 24. November 2018
München am 10. Januar 2019
Balingen am 01. Dezember 2018
Schopfheim am 02. Februar 2019
Denzlingen am 03. Februar 2019
Heibronn am 08. Februar 2019
Bad Homburg am 09. Februar 2019
Zwickau am 24. März 2019
Schwäbisch Gmünd am 19. Oktober 2019
Berlin am 25. November 2019

Weichnachtkonzerte finden ebenso in verschiedenen Städten Deutschlands statt:
Dortmund am 27. November 2018
Bonn am 28. November 2018
Viersen am 29. November 2018
Trier am 03. Dezember 2018
Osnabrück am 04. Dezember 2018
Bielefeld am 05. Dezember 2018
Bochum am 06. Dezember 2018
Krefeld am 07. Dezember 2018
Solingen am 08. Dezember 2018
Wismar am 09. Dezember 2018
Frankfurt - Oder am 10. Dezember 2018
Halle an der Saale am 11. Dezember 2018
Nordhausen am 12. Dezember 2018
Magdeburg am 13. Dezember 2018
Waghäusel - Kirrlach am 15. Dezember 2018
Neuried - Altenheim am 16. Dezember 2018
St. Wendel am 17. Dezember 2018

Fotos: © Werner Siebert

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