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Goldfarbener Nebel

Moor von Remo savisaarRemo"Moor" von Remo SavisaarVon Ülo Salm, Berlin

Wir alle kennen es: Nebel kann wunderbar effektvoll sein, romantische Stimmungen erzeugen und ist weißlich oder grau. Der estnische Landschafts- und Tierfotograf Remo Savisaar belehrt uns eines Besseren.

Am 6. Juni wurde in der estnischen Botschaft in Berlin die Ausstellung „Ungezähmte Schönheiten“ mit Bildern Savisaars eröffnet. Es sind wunderbare Fotografien zu bewundern, die allesamt unter ungewöhnlichen und teilweise auch sehr schwierigen Umständen aufgenommen wurden.

Savisaar ist in seinem Bestreben, das perfekte Bild zu schaffen, ehrgeizig und konsequent wie kaum ein anderer. Er verbringt auch bei Eiseskälte und Temperaturen unter 20 Grad minus Stunden um Stunden in der Natur, um auf den entscheidenden Augenblick zu warten, in dem das ersehnte Bild gelingen kann. So hat er beispielsweise in einer Nacht sieben Stunden im Schnee gehockt, bis sich endlich der von ihm herbeigesehnt Lux zeigte, dessen Porträt in der Ausstellung natürlich auch zu bewundern ist.

Remo SavisaarRemo SavisaarSavisaar kennt die Natur und weiß, wann ein Tier einem ganz bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeitspanne erscheinen müsste. Nur kann dieser Zeitraum recht lang werden. Der Fotograf arbeitet nur in den sehr frühen Morgenstunden oder abends, weil nur dann optimale Lichtverhältnisse herrschen. So hatte es geschafft, Schwalbenschwanz-Schmetterlinge (die größten in Estland) im Flug zu fotografieren, was selten gelingt. Bei Dämmerung gehen die Schmetterlinge im Gras zur Ruhe. Wenn bei Anbruch der Helligkeit die ersten Sonnenstrahlen den Schmetterlingen Gelegenheit geben, sich ein wenig aufzuwärmen, beginnen sie zu fliegen. An so einem Morgen musste unser Protagonist noch vor Sonnenaufgang am geeigneten Ort erscheinen und hatte dann Gelegenheit, zwei Stunden lang mehrere 1000 Fotos zu machen, von denen einige wenige geblieben sind. Oder er geht vor Morgenbeginn ins Moor, um darauf zu warten, wie sich der Nebel im ersten Morgenlicht zeigt und die Sonnenstrahlen ihn golden färben.

Savisaar erfasst nicht nur die vielfältigen Landschaftsbilder seiner Heimat, sondern vor allem auch die Tierwelt. Bären, Füchse, Luchse und Marder, Adler, Eulen und viele kleinere Vögel, vom Eisvogel bis zum Seidenschwanz und der Wasseramsel hat er schon in seine Bildersammlung aufgenommen.

Die Ausstellungseröffnung war für die Besucher auch insofern ein bleibendes Erlebnis, als Savisaar es sich nicht nehmen ließ, seine Bilder und ihr Zustandekommen zu erläutern, so dass sich mit jedem Bild eine Geschichte verband.

Gegen Ende bot sich, wie in der estnischen Botschaft üblich, Gelegenheit zu guten Gesprächen bei einem Glase Wein.

www.moment.ee

Fotos: © Remo Savisaar

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