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Rubens im Staedelmuseum Frankfurt

Peter Paul Rubens „Venus & Adonis“ um 1630Peter Paul Rubens „Venus & Adonis“ um 1630Von Aino Siebert, Frankfurt am Main

Heute, in der Zeit des mobilen Fotografierens und Instagram, im Zeitalter, wo die Bilder mit verschiedenen Bearbeitungsprogrammen rasch „verhübscht“ und per Smartphone verschickt werden können, ist fast eine Pflicht die Werke von Peter Paul Rubens (1577-1640) zu besehen. Eine gute Gelegenheit dazu bietet eine Ausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“, die noch bis 3. Juni im Frankfurter Städel-Museum, Schaumainkai 63, zu bewundern ist. Di, Mi, Sa, So ist das Kunsthaus 10.00–18.00 Uhr und Do, Fr 10.00–21.00 Uhr geöffnet. Montag ist geschlossen.

Man steht vor seinen Gemälden oder Zeichnungen, die so fein gemalt sind, dass man sich in den damaligen Zeitgeist, die Gefühle und Empfindungen der Menschen hineinversetzen kann. Und was für leuchtende Farben, die nach etwa 400 Jahren ihren Glanz noch nicht verloren haben.

Der flämische Maler, höchst produktiv und spannend, hat die europäische Barockmalerei geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Zu bestaunen sind rund hundert seiner Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen. Die Ausstellung zeigt, wie tief Rubens in den Dialog mit den Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein fünfzigjähriges Schaffen prägte.

Auf dem nach Bildmotiven und Themen strukturierten Rundgang treffen die Kunstliebhaber auf altbekannte mythologische Sujets wie Venus und Adonis, das Urteil des Paris oder den an den Felsen geschmiedeten Prometheus, aber auch auf zentrale Themen des Alten oder Neuen Testaments wie die Enthauptung des Holofernes oder die Grablegung Christi.

Beispielhaft verdeutlicht wird Rubens´ kreativer Arbeitsprozess gleich im ersten Ausstellungsraum anhand seiner Darstellung Christi als „Ecce homo“ (um 1612): Mittels dreier Exponate wird die metamorphotische Verwandlung der antiken Skulptur eines Kentauren zu dem einer Zuschauermenge vorgeführten Christus veranschaulicht. Von der antiken Skulptur fertigte Künstler zunächst mehrere Zeichnungen an, die er anschließend in dem Gemälde weiterentwickelte.

Ein weiteres Beispiel ist die antike römische Skulptur einer kauernden Venus, die sich auf ein Bad vorbereitet: Rubens verwandelt sie mit identischer Haltung, aber völlig anderem Gemütszustand nicht nur in eine frierende Venus, die „Venus Frigida“ (1614), sondern auch in die ihren toten Geliebten Adonis beklagende Liebesgöttin „Venus um Adonis trauernd“ (um 1614).

Die Sonderausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Städel-Museum und dem Kunsthistorischen Museum in Wien, aus dessen umfassenden Rubens-Beständen alleine fünf Werke nach Frankfurt gebracht worden sind. Auch die Rubens-Werke aus dem Städel-Museum sind in die Ausstellung eingebunden worden, darunter die Ölskizze „Die Mystische Vermählung der heiligen Katharina“ (ca. 1628) sowie einige andere bedeutende Zeichnungen aus der Graphischen Sammlung.

Zu dem Leihgebern zählen noch das Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen, die Staatliche Kunstsammlungen Dresden, die Uffizien in Florenz, das Israel Museum in Jerusalem, die National Gallery in London, die Staatliche Eremitage in St. Petersburg und viele andere.

Info:

Peter Paul Rubens wurde 1577 als sechstes von sieben Kindern in Siegen, Westfalen, geboren und starb am 30. Mai 1640 in Antwerpen (Belgien). Bereits als junger Künstler fand er internationale Anerkennung. Doch der Flame war nicht nur Maler, sondern auch Kunsttheoretiker und -sammler, geschätzter Gesprächspartner europäischer Gelehrter und Fürsten sowie Diplomat in europäischen Diensten – all dies ausgehend von seinem Lebensmittelpunkt Antwerpen.

Der Ausstellungskatalog ist im Hirmer Verlag, München, erschienen und behandelt alle in der Ausstellung in Frankfurt und Wien gezeigten Werke.

Mit Materialien der Städel-Museum.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert
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