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Verlag Kullerkupp in der Botschaft

Buchumschlag Buch „Jeder macht Kunst auf seine Weise“ von Kertu SillasteBuchumschlag Buch „Jeder macht Kunst auf seine Weise“ von Kertu SillasteVon Ülo Salm, Berlin

Wir leben glücklicherweise in einer Zeit, in der das moderne gute Kinderbuch eine schon langwährende Blüte erlebt. Schon vor einigen 1000 Jahren wurden Texte für Kinder verfasst. Kinderreime, Wiegenlieder und Märchen hat es in vielen Formen schon so lange gegeben, soweit wir die Kulturgeschichte der Menschheit zurückverfolgen können. Allerdings ist das Buch, dessen einziger Zweck darin besteht, Kindern Spaß und Vergnügen zu bereiten, erst im 18. Jahrhundert entstanden. Das moderne Kinderbuch, wie wir es kennen, entwickelte sich jedoch erst im Laufe des 20. Jahrhunderts. Den weltweiten Boom schließlich haben wir der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren zu verdanken. Sie ist 2012 im Alter von 94 Jahren verstorben und hat eine internationale Auflage ihrer Bücher von sage und schreibe etwa 160 Millionen hinterlassen. Wer kennt Pippi Langstrumpf nicht? Im Erfolg vergleichbar, nur dank der modernen Medien geradezu gigantisch, sind die Werke der britischen Autorin Joanne Rowling. Allerdings handelt es sich hierbei mehr um eine Fantasy-Reihe als eine Serie herkömmlicher Märchen oder Kindergeschichten.

Nicht nur im Gedenken an Astrid Lindgren hat sich der in Berlin ansässige Kullerkupp Kinderbuch Verlag der Herausgabe von Kinderbüchern aus dem Norden verschrieben. Der Name des Verlages klingt für den Nordeuropäer heimatlich und in der deutschen Sprache nicht fremdartig. Erschienen ist in diesem Jahr in deutscher Sprache unter anderem das mit schwungvollen Zeichnungen versehene Buch „Jeder macht Kunst auf seine Weise“ der aus Tallinn stammenden Illustratorin Kertu Sillaste. Die 44-jährige Sillaste ist von Hause aus Textildesignerin, widmet sich aber sehr intensiv der Illustration von Kinderbüchern und mit Enthusiasmus der Kunsterziehung von Kindern in ihrer Heimat Estland. Ihr geht es darum, dem Nachwuchs die Freude an Formen und Farben und dem Gestalten von Bildern zu vermitteln und dabei dem kreativen Potenzial ihrer Schützlinge freie Entfaltung zu ermöglichen.

Das Buch von Sillaste wurde am 7. Dezember in der Botschaft Estlands vorgestellt. Die aufwändige Präsentation zeigte in Projektionen Seite für Seite den illustrierten Inhalt des Buches, während dazu die jeweils begleitenden Texte vom Verlagsleiter vorgelesen wurden. Auf diese Weise kam das Publikum quasi zur vollständigen Lektüre des außerordentlich hübschen Buches. Bei den 34 Seiten wurde es niemandem langweilig. Der pädagogische Ehrgeiz, bei kleineren Kindern bereits ein gewisses Verständnis für abstrakte Kunst zu erwecken, mag bei diesem oder jenem auf Kritik stoßen. Das dürfte aber nicht gerechtfertigt sein, weil ein fantasievoller und ungehemmter Umgang mit Farben und Formen angeregt wird – wie es auch Kertu Sillaste bei ihrer Kunsterziehung am Estnischen Kinderliteratur-Zentrum in Tallinn erfolgreich praktiziert.

Dem geneigten Leser sei die Internetseite des Verlages empfohlen: www.kullerkupp.de.

*) Kullerkupp: Estnisch für Trollblume



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