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Hohe Auszeichnung für lettischen Dirigenten Mariss Jansons

Cover „Mariss Jansons – Portrait“Der Chefdirigent des Chores und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons (74), erhielt am 24. November in der Barbican Hall in London eine der höchsten Auszeichnungen der Musikbranche, die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society London.

„Mariss Jansons ist einer der größten Musiker unserer Zeit. Seine Anführung ist eine kraftvolle Zusammenstellung aus Disziplin und Anregung, und sein glänzendes Dirigieren ist den Nuancen der Partitur von Natur aus treu, während sie mit neuen Entdeckungen und Zugriffen in das Herz der Tonkunst gefüllt sind“, hieß es in der Begründung. Die Medaille wurde von der Pianistin Mitsuko Uchida nach einem Konzert des BR-Symphonieorchesters in der Londoner Barbican Hall überreicht. Die Auszeichnung wurde 1870 zum 100. Geburtstag von Beethoven ins Leben gerufen. Der Lette Jansons ist der 104. Preisträger.

Die von BR-Klassik neu veröffentlichte CD-Box „Mariss Jansons – Portrait“ beinhaltet insgesamt fünf CDs, die einen repräsentativen Querschnitt des klassischen symphonischen Repertoires bieten – und jenes Repertoires, für welches der Chefdirigent des Orchesters immer wieder und in besonderem Maße aufgrund seiner hervorragenden interpretatorischen Qualitäten gelobt wird. Dazu mehr hier

Mariss Jansons kam 1943 in der lettischen Hauptstadt Riga zu Welt. Sein Vater Arvīds war ein bekannter Dirigent, die Mutter Iraida Sängerin. Mariss‘ Zuhause war das Opernhaus, wo die Eltern arbeiteten. Schon als Dreijähriger kannte er die Ballette und Opern auswendig. Er arrangierte Knöpfe, denen er verschiedene Orchester-Rollen zuwies, und spielte anschließend Dirigieren. Sein Vater unterstützte ihn später dabei, seinen Berufswunsch – Orchesterleiter – zu verwirklichen.

Die Familie zog bald nach Leningrad (heute St. Petersburg), wo Arvīds Jansons eine Stelle bei den Leningrader Philharmonikern innehatte. Dort studierte Mariss Jansons Violine, Klavier und Orchesterleitung. Dank eines Austauschprogrammes konnte er 1969 durch den Eisernen Vorhang schlüpfen und kam nach Wien. „Es war, wie wenn ich ins Paradies gekommen wäre“, sagt der Lette. Er sog in der Musikstadt an Kunst und Kultur auf, was ihm in seiner Heimat nicht geboten war.

An der Wiener Musikhochschule studierte Janssons bei Hans Swarowsky. Bald holte Herbert von Karajan das junge Talent zu sich und förderte es. Als besonders prägend erwies sich jedoch sein Lehrer in der Heimat: Jewgenij Mrawinskij, die größte Dirigentenlegende der Sowjetunion, bei dem auch Estlands berühmter Orchesterleiter Neeme Järvi studierte.

Als Mrawinskijs Assistent startete Jansons 1971 die Dirigentenkarriere bei den Leningrader – später St. Petersburger – Philharmonikern. Zeitgleich bekam er eine Professur für Dirigieren am Leningrader Konservatorium. 1979 erreichte ihn der Ruf nach Oslo, seiner ersten festen Station im Westen. In den folgenden 21 Jahren baute er das Osloer Symphonieorchester auf und formte es zu einem internationalen Spitzenorchester. 1997 trat er zusätzlich die Nachfolge Lorin Maazels beim Pittsburgh Symphony Orchestra an.

Mariss Jansons trat 2003 als Wunschkandidat aller Orchestermusiker die Leitung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks an. Damit setzte wieder ein Großer seiner Zunft die prominente Reihe der Chefdirigenten fort und führt das Orchester weiterhin weltweit zu Erfolgen. „Das BR-Symphonieorchester ist nicht nur brillant – es hat keinerlei Schwächen. Die Musiker sind ungeheuer enthusiastisch und spontan, sie spielen jedes Konzert so, als wäre es ihr letztes. Sie geben alles, mehr als hundert Prozent. Für mich als Dirigent ist es so, als würde ich einen Rolls-Royce fahren. Dieses Orchester kann einfach alles“, sagt Jansons.

Quelle: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

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