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Kultur und Traditionen einer kleinen Insel

Kindertrachten auf der Insel KihnuVon Ülo Salm, Berlin

Im Südwesten Estlands in der Rigaer Bucht liegt die kleine Insel Kihnu*, auf dem Wasserwege zu erreichen vom Badeort Pärnu aus.

In der Botschaft Estlands wurde am 2. November eine Ausstellung der Fotokünstlerin Birgit Püve eröffnet, die mit ihren Bildern einen Einblick in die Volkskultur der Insel gewährt. Die 1978 geborene Fotografin lebt und arbeitet in Tallinn. Ihre Werke wurden schon in zahlreichen europäischen Ländern und den USA ausgestellt.

Nach einführenden Worten von Botschafter Dr. Mart Laanemäe und Kulturattaché Merit Kopli konnten die Besucher zunächst Volksmusik aus Kihnu genießen, dargeboten von Anto Siimson (Akkordeon) und Maria Michelson (Geige) - eine fröhliche Musik, die in ihrer Rhythmik zum Tanzen und Mitmachen animiert. Anto Siimson ist Berufsmusiker und spielt Estland in zwei Bands, Maria Michelson ist Geigenlehrerin.

Die Fotografien zeigen überwiegend Porträts. Die Bilder vermitteln sehr eindrucksvoll, wie die Inselbewohner und in der Natur leben und die alten Traditionen lebendig halten und fortführen. Besonders die baumwollenen Röcke, Schürzen und Jacken der Frauen, die in ihrer Farbigkeit auch jeweils bestimmte Bedeutungen haben, beeindrucken und lassen den Zuschauer erkennen, dass auf Kihnu die Volkstrachten nicht nur Museums-Objekte und Gegenstand volkskundlicher Forschungen und Betrachtungen sind, sondern auch heute noch als Alltagskleidung mit durchaus praktischem Nutzen dienen. Sie sind keineswegs nur gepflegtes Volkstum, sondern bieten Schutz gegen die rechte raue Witterung, die zu großen Teilen des Jahres auf der Insel herrscht. Auch die Musikerin Maria Michelson zeigte in ihrer hübschen Tracht, wie wirkungsvoll und schön die traditionelle Kleidung ist, wenn man sie real vor Augen hat.

Das Weiterleben der Volkstraditionen in der Gegenwart, vor allem auch fortgeführt von der jungen Generation, hat mit Recht dazu geführt, dass der Kulturraum der Insel in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Wie bei Veranstaltungen der Botschaft üblich, endete die Veranstaltung mit einem kleinen Büfett und schönen und interessanten Gesprächen bei einem Glase Wein.

*Es gibt in der estnischen Sprache kein „Dehnungs-h“. Der Buchstabe wird vielmehr mitgesprochen, hier mit dem Ton auf der ersten Silbe.

Foto: Birgit Püve

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